Bericht vom 2.Festival der reserve du bishnoi

 

 

Acht Aktivist*innen aus Stuttgart reisten zum Festival reserve de bishnoi, davon fünf Musiker*innen der Lokomotive Stuttgart , die die Festvalbesucher*innen rockten.

Das Festivals brachte uns neue Erkenntnissen, Gesprächen und Kontakten.

Wir wissen jetzt auch, was es mit Bishnoï auf sich hat. Die Aktivisten der Strasbourger Bürgerbewegung haben das Waldgebiet (das eigentlich ein Ausläufer der Parkanlagen des Kolbsheimer Schlosses ist) beim ersten Protestival vor einem Jahr feierlich zum Schutzgebiet erklärt und beziehen sich auf die indischen Bishnoï, die auf ihrem Gebiet radikal für den Schutz der Bäume eintreten – als Zeichen der Entschlossenheit.

Wir konnten hautnah erleben, welche Landschaften zerstört werden sollen durch den Bau der Vinci AutoRoute.

 

Zur Geschichte:

Die Idee einer Umgehungsstraße über die elsässischen Dörfer nach Strasbourg stammt aus den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts, wurde mehrfach nicht weiter verfolgt. Hollande kassierte die Pläne der Autostraße nach seinem Amtsantritt, um sie dann sechs Monate nach Amtsantritt unter neuer Planung wieder an die Öffentlichkeit zu bringen.

Nun ist der private international tätige Bau-Großkonzern Vinci der Bauherr und Betreiber der Autostraße. Er stand unlängst in Paris vor Gericht, beklagt seiner unmenschlichen Arbeitsbedingungen wegen, die beim Bau von Infrastrukturprojekten in Katar Menschenleben kosteten.

Vinci sucht zur Finanzierung des Straßenprojektes öffentliche Gelder bzw. Zinsvergünstigungen bei Kapitalaufnahme. Jetzt schon wurden ihm aus Fördermitteln zinslose Darlehen der EZB gewährt. Vinci will die Autostraße als Mautstraße betreiben und verspricht sich 1 Mrd. Gewinn im Jahr. Er plant die neue Autobahn 55 Jahre lang zu betreiben.

Hier werden neo-liberale Konzepte auf die Spitze getrieben. Ein Beispiel, das nach dem Willen des deutschen Bundes-Verkehrsministers Schule machen soll. Es findet nicht mehr Verkehrsplanung statt, nicht der notwendige Bedarf ist Grundlage von Planung, nicht die Einschränkung von Verkehr im Sinne der Nachhaltigkeit. Umwelt, Natur, Lebensraum der Menschen bleiben außer Betracht.

Die Bevölkerung wehrt sich, ist fest entschlossen ihren Lebensraum, ihre Landschaft, ihre Heimat zu schützen. Die Verankerung des Protests in der Bevölkerung konnte man schon bei der Anfahrt erkennen. In den umliegenden Orten waren in zahlreichen Fenstern Protestplakate. Ortsschilder von Kolbsheim waren durch Überkleben in „Vinci-geh-Heim“ umgeändert worden. (Praktisch, dass in der Region viele deutsch verstehen). An den beiden Tagen nahmen am Festival über 2.500 Menschen teil. Einen Bericht unserer Mitstreiterinnen und Mitstreiter auf Französisch gibt es hier: http://gcononmerci.org/actus/2eme-festival-des-bishnois-merci-on-ne-lache-rien/

Der Besuch aus Stuttgart im Réserveist sicher der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.