Venedig  23. – 24. September 2917:  Aufruf an europäische Bewegungen für Gebietsverteidigung, für Umweltgerechtigkeit und Demokratie

Venedig 23. – 24. September 2917: Aufruf an europäische Bewegungen für Gebietsverteidigung, für Umweltgerechtigkeit und Demokratie

Über 1000 Jahre lang war Venedig das Symbol für eine Stadt des Gleichgewichts zwischen Mensch und Natur, deren Magie aus der ungewöhnlichen gegenseitigen  Durchdringung von Kunst und Natur, Stein und Wasser, Stadt und Lagune entspringt und in ihr lebt. Dieses zerbrechliche Gleichgewicht ist durch die Industrie des Massentourismus ernsthaft bedroht, und die Mega-Kreuzfahrtschiffe sind einer ihrer schlimmsten Aspekte: sie sind für dieses Unesco-Welterbe überdimensionale Umweltverschmutzer, eine Gefahr für die Sicherheit der Stadt. Es sind schwimmende Symbole der Arroganz multinationaler Gesellschaften und der Korruption einer politischen Klasse, die sich zum Sklaven der Verteidigung privaten Profits zum Schaden des Gemeinguts macht.

Aber Venedig lebt, und zwar ganz anders, als es die Kreuzfahrtgesellschaften, der Transportminister Delrio, die Hafenbehörden und Bürgermeister Brugnaro gerne hätten. Dank des Komitees „No Grandi Navi“ – „Keine großen Schiffe“ kämpft die Stadt seit vielen Jahren gegen die Durchfahrt dieser Monster in der Lagune, mit besonderer Betonung auf ‚in der Lagune’ – gegen die Vorstellungen von neuen Kanalgrabungen in der Lagune (vergleichbar mit dem Bau einer Autobahn in einem Naturschutzgebiet!)

Das institutionelle Chaos ist absolut total! In den letzten Jahren wurden verschiedene Projekte vorgestellt, gegen die das Komitee mit allen möglichen Mitteln opponiert hat; all diese Projekte wurden von der VIA Commission (Bewertung der Umwelt-Auswirkungen) verworfen. Trotzdem bestehen der Transportminister, die Hafenbehörde und der Bürgermeister auf der Präsentierung zweier Projekte – absurder zerstörerischer Ideen, die zum Ziel haben, die Mega-Kreuzfahrtschiffe in der Lagune zu erhalten: Das Vittorio Emanuele Canal Projekt will die Mega-Kreuzer innerhalb der Stadt ankommen lassen und sieht vor, einen alten Kanal von 1925, der vor über 30 Jahren aufgegeben wurde, in doppelter Breite und Tiefe auszuheben, und darüber hinaus das Projekt neue Kaimauern für die Kreuzfahrtschiffe im Industriegelände von Porto Marghera zu errichten. Dann gibt es noch die Idee, beide beschriebenen Projekte miteinander zu vermischen.

Beide Projekte würden das Ausheben von über sechs Millionen Kubikmetern schmutzigen und verschmutzenden Schlamms erfordern, ganz zu schweigen von dem Risiko von Chemikalien-Unfällen bei der Durchfahrt der Mega-Kreuzer in Zonen, die durch zivile Verteidigungspläne und die Seveso-Richtlinien geschützt  sind (das Industriegebiet Port Marghera). Beide Projekte greifen sehr negativ in die Aktivitäten von Produktion und Handelshafen in Porto Marghera und im Malamocco-Marghera-Kanal ein. Beide Projekte wurden in der Vergangenheit schon vorgestellt und von einer riesigen Welle ablehnender Expertisen und Meinungen von Technikern verschiedener Agenturen und Institutionen hinweggespült. Beide Projekte würden sich auch in Zukunft zerstörerisch auf das sehr empfindliche Lagunen-Ökosystem auswirken.

Das ‘No Grandi Navi’-Komitee wird sich einer solchen Schandtat, die nun schon zum x-ten Male angezettelt wurde,  mit all seiner Kraft entgegenstellen und wie immer fordern: Mega-Kreuzfahrtschiffe raus aus der Lagune!

Unsere Lagune wurde schon in ein anderes unnützes und zerstörerisches öffentliches Projekt hineingezogen, das einen endlosen Strudel von Bestechung, Provisionen und Korruption schuf: das MOSE-System!

Venedig ist natürlich einzigartig, aber zugleich ist die Stadt ein globales Symbol. Wir möchten, dass unsere Stadt zwei Tage lang zum Klangkörper für den ganzen Widerstand in Italien und in Europa wird, der zur Verteidigung von Territorien, für Umwelt-Gerechtigkeit und für demokratische Entscheidungen ausgefochten wird. Sicher gibt es unnütze und schädliche Projekte, aber es gibt auch wunderbare Beispiele des Widerstands: gegen Hochgeschwindigkeitsstrecken, gegen den Bau von Flughäfen, gegen Bohrungen und Projekte der Ölindustrie, gegen die Verschmutzung von Boden, Luft und Wasser, gegen die Zubetonierung des Bodens, gegen die spekulative Ausnutzung von Erdbeben und anderen Naturkatastrophen, gegen die Kohleförderung und die Bergwerksindustrie und viele andere. Dieser Kampf ist real und steht auch für ein Entwicklungsmodell, das Klimagerechtigkeit respektiert, für eine andere Gesellschaftsidee, die auf der Achtung der Wünsche der Anwohner des jeweiligen Gebiets beruht und nicht auf der Befriedigung der Gier derer, die für Profit oder politische Gegenleistungen nur auf Ausbeutung und Zerstörung aus sind.

Am 18. Juni 2017 haben wir eine ehrenamtlich organisierte Volksabstimmung durchgeführt und in nur neun Stunden die Beteiligung von über 18.105 Menschen erreicht, ein Erfolg, der für sich selbst spricht. Er wurde von nationalen und internationalen Medien als Beispiel von direkter Graswurzel-Demokratie aufgegriffen! 17.847 Menschen stimmten für die Verbannung der Megakreuzfahrtschiffe aus der Lagune und für das Verbot neuer Grabungen in der Lagune.

Am 23. und 24. September erwarten wir Euch daher in Venedig, wir wollen Euch treffen, mit Euch sprechen und eine gemeinsame Strategie zu agieren und zu reagieren entwickeln, denn von hier aus wird ein neuer europäischer Zyklus des Widerstands beginnen.

PROGRAMM

23. September 17.00 – 20.00 Saal San Leonardo, Cannaregio 1584 Workshop und Vollversammlung:

‘Verteidigung von Territorien, Umweltgerechtigkeit, Demokratie’

24. September 15.00 – 21.00

 

Giudecca Canal und Kanalufer

 

Aktionstag!  Blockade!

Wir blockieren die Mega-Kreuzfahrtschiffe und fordern Umweltgerechtigkeit für alle Territorien in Europa.

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Venedig, den 15. Juli 2017

COMITATO NO GRANDI NAVI    LAGUNA BENE COMUNE (Die Lagune ist Gemeingut)

(Übersetzt aus dem Englischen von S 21 ist überall)

6.2.17: Montagsdemo und Treffen mit Gegnern unnützer Großprojekte in Italien

6.2.17: Montagsdemo und Treffen mit Gegnern unnützer Großprojekte in Italien

6. Februar 2017, 18 Uhr: Montagsdemo gegen Stuttgart 21 auf dem Schlossplatz, mit Berichten von

Tiziano Cardosi aus Florenz, vom Widerstand gegen die Untertunnelung der Stadt, dem TunnelTAV, und

Susanna Kuby aus Venedig, von Hochseekreuzfahrtschiffen in der Lagune und dem Sturmflutsperrwerk M.O.S.E in Venedig

Um 19.30 Uhr, nach der Montagsdemo laden wir ein zum Gespräch mit ihnen über „ihre“ unnützen Großprojekte. Ort: Welthaus, Globales Klassenzimmer, Charlottenplatz 17 (Planie).

Der Parkschützer-AK „Stuttgart 21 ist überall“

Am 17. bis 19. Juli 2015 zum 5. Forum gegen unnütze und aufgezwungene Großprojekte in Friaul / Italien!

Mega-Projects-1-Kopie-No GOII Bagnaria Arsa

Das 5. Forum gegen unnütze und aufgezwungene Großprojekte findet in Bagnaria Arsa in Friaul (Venetien, Italien) statt. Seit 2011 bieten diese Foren AktivistInnen aus verschiedenen Ländern Europas und darüber hinaus die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und über die Hintergründe solcher Projekte zu diskutieren. Aus der Bewegung gegen Stuttgart 21 waren wir mit anderen von Anfang an dabei.

Der Erfahrungsaustausch hat uns gezeigt, dass dieser Austausch für den Widerstand wichtig ist, weil bei verschiedenen Großprojekten sehr ähnliche Mechanismen am Werk sind: Es geht nirgends um Nutzen für die große Masse der Bevölkerung. Hinter diesen Planungen steckt aber auch viel mehr als schlecht informierte PolitikerInnen, die sich ein Denkmal errichten wollen. Es geht bei Projekten wie Stuttgart 21 um massive Profitinteressen.

Die internationale Vernetzung begann Anfang 2010 mit dem Zusammenschluss von Initiativen gegen Hochgeschwindigkeitszüge aus Frankreich, Spanien und Italien im baskischen Hendaye. Als in den folgenden Monaten der Widerstand gegen Stuttgart 21 zu einer international beachteten Massenbewegung anschwoll, entstanden Kontakte zu uns. Das erste Forum fand im August 2011 statt, organisiert von der NoTAV-Bewegung im italienischen Susatal gegen die überflüssige Hochgeschwindigkeitsstrecke durch die Alpen von Turin nach Lyon. Die folgenden Foren wurden ausgerichtet vom Widerstand gegen den unsinnigen Flughafen-Neubau in Notre-Dame-des-Landes (Juli 2012), von uns gegen Stuttgart 21 (Juli 2013) und vom Widerstand gegen den massiven hochgiftigen Goldbergbau im rumänischen Rosia Montana (Mai 2014).

Jedes Forum hatte seine Besonderheiten. Beim dritten Forum legten wir großen Wert auf die gesellschaftlichen Zusammenhänge von Großprojekten. Nachdem die ersten drei Foren von Bewegungen gegen Verkehrsinfrastruktur-Großprojekte dominiert waren, beteiligten sich beim vierten Forum auch Bewegungen gegen Bergbau-Großprojekte und gegen Fracking.

Das fünfte Forum wird jetzt wieder von Gegnern eines Hochgeschwindigkeits-Zugprojektes, aber auch gegen Offshore-Rückvergasung in der Adria organisiert, von No Tav Bagnaria und Controlatav di Porto-gruaro. Als drei Schwerpunkte sind geplant: Nutzung und Missbrauch von Ressourcen, Korruption und Mafia – Infiltrierung in Großprojekte, Demokratie und Recht auf Widerstand. Der Arbeitskreis „Stuttgart 21 ist überall“ will auf dem Forum eine Veranstaltung zum Thema Repression gegen Protestbewegungen in Europa organisieren.

Die Website für das Forum http://www.notavfvg.altervista.org/index.php/5d-forum-uimp.html ist noch im Aufbau.  Dort werden Angaben zu Anreise, Unterkunft und Aufenthalt in der Umgebung sowie die Informationen zum Programm der drei Tage veröffentlicht.

Für alle Interessierten organisieren wir ein

Vorbereitungstreffen am 23. Juni um 18.30 im Parkschützerbüro.

Der Arbeitskreis „Stuttgart 21 ist überall“ trifft sich dienstags in den geraden Wochen um 18.30 Uhr im Parkschützer-Büro, Urbanstr. 49A.

Aus Bagnaria Arsa /Friaul erhielten wir folgenden Text:

No Tav Bagnaria Wir sind ein kleines Komitee, das seitüber 9 Jahren gegen den Bau des TAV (Hochgeschwindigkeits-Zugstrecke) in unserem Gebiet kämpft.

Wir sind von zwei TEN-T-Korridoren betroffen, dem Korridor 1 vom Baltikum bis zur Adria und dem Korridor 3 vom Mittelmeer bei Algeciras bis an die ukrainische Grenze.

Wir haben keine eklatanten Aktionen gestartet und keine größeren Kundgebungen veranstaltet, unsere Haupttätigkeit besteht darin, die Bürger und die örtlichen, regionalen und nationalen Stellen zu informieren. Die Desinformation durch die Medien lullt die Menschen ein und hält sie in dem Glauben, dass diese Megaprojekte Arbeit, Fortschritt und Wohlstand brächten. Deshalb halten wir Bürgerversammlungen ab und laden Experten ein, um das Gegenteil zu belegen.

Wir haben uns bereit erklärt, das 5. Forum auszurichten, um auch andere Bürgerinitiativen vorzustellen, die in unserer und benachbarten Regionen aktiv sind.

Die größten Probleme bereiten neben dem TAV in Friaul-Julisch-Venetien, in Venetien und in Trentino-Südtirol

  • der Bau der Offshore-Rückvergasungsanlagen im Golf von Triest,
  • die Wasserprivatisierung in den Bergen und in der Ebene,
  • der Bau von Überlandleitungen,
  • der Bau der Autobahn Orte – Venedig,
  • der Bau der Flutschutzwehr MOSE und
  • die Durchfahrt der Kreuzfahrtschiffe in Venedig.

Mit diesem Forum wollen wir das Treffen verschiedener Gruppen, den Erfahrungsaustausch untereinander und die Suche nach neuen Strategien ermöglichen, aber auch die Leute anhand unseres Beispiels ermuntern, sich stärker für das gemeinsame Wohl einzusetzen.

                               Schließt euch uns an!                                        

http://www.notavfvg.altervista.org/index.php/5d-forum-uimp.html

Bitte unbedingt anmelden bitte auf

http://www.notavfvg.altervista.org/

Auf Italienisch siehe die Links der italienischen Bewegung:

www.notavtorino.org
www.notav.info
www.notav.eu
www.autistici.org/spintadalbass