Brief aus San Sebastian

Liebe Freunde und Freundinnen aus Stuttgart,

wir haben uns sehr darüber gefreut, dass ihr an uns gedacht und uns diesen Brief mit den vielen  ermutigenden Worten geschickt habt. Vielen, vielen Dank.

Eure Ermutigungen kamen zufälligerweise genau zu einem Zeitpunkt, an dem wir genau so etwas gut brauchen können. Wir befinden uns nämlich in einer Phase, wo die Stadt gerade an allen möglichen Stellen durchlöchert wird. Gleichzeitig haben die Institutionen einen unaufhörlichen Propagandahagel zu Gunsten der Metro in Gang gesetzt (bezahlte ganzseitige Anzeigen in allen Tageszeitungen, Rundfunkspots, Plakatwerbung, Hauswurfsendungen und nicht zuletzt die Hofberichterstattung in den einschlägigen Medien). Als Folge davon sieht ein groβer Teil der U-Bahn GEGNER den Kampf dagegen inzwischen als VERLOREN an.

Wir, die Gruppe von Satorralaia, machen trotzdem weiter mit unserem bescheidenen Widerstand, angetrieben und/oder beeinflusst vom Beispiel anderer Mitglieder von oppositionellen Gruppen, die mit Ausdauer gegen die Unnützen und Aufgezwungenen Groβprojekte zu Felde ziehen, wie Stuttgart 21.

Angesteckt von eurer Standhaftigkeit werden wir weiter voranschreiten.

Von Donostia-San Sebastián aus senden wir euch allen die herzlichsten Grüβe zu.

Satorralaia

Die copacabana im baskischen San Sebastian ist in Gefahr

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Im baskischen Donostia (San Sebastian) soll die Innenstadt 4 km lang untertunnelt werden,  ein unterirdischer Bahnhof und eine angeschlossene unterirdische shoppingmall entstehen. Der Fernbahnhof im Stadtteil Amara soll abgerissen, die zuführenden Gleise abgebaut und das frei werdende Gelände  überbaut werden. Der Bahnhof soll direkt an den Strand verlegt werden.

Das bedeutet die Zerstörung der zauberhaften Bucht von Donosti. Besonders pikant, dies  würde einen Dauerzustand an Instabilität bringen, zumal jetzt schon messbar der Meeresspiegel an dieser Stelle steigt.

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Die Projektidee, aber auch die Vorgehensweise der Betreiber liest sich wie eine Blaupause zum Projekt Stuttgart 21.

Donosti hat ein mehrfach ausgeszeichnetes und flächendeckendes öffentliches Verkehrssystem, basierend auf umweltfreundlichen Bussen und einem Netz an Nah- und Fernzügen.

Im Jahre 2009 entwickelte die spanischen Sozialisten die Idee einer Metro. Die gesamte Opposition, auch die baskische nationalistische Partei sprach von einem pharaonischen Projekt, das ohne Bürgerbeteiligung nicht umgesetzt werden dürfe. Seit in 2015 die baskische nationalistische Partei gemeinsam mit den Sozialisten die baskische Regierung bildet, verfolgt sie die Metropläne mit besonderem Nachdruck.

Die immer gleiche Vorgehensweise der Betreiber und Profiteure:

Es gibt noch keinen Plan, keine Genehmigungen, Umweltrecht und Raumplanungsfragen sind ungeklärt, aber schon läuft die Propaganda auf Hochtouren. Beflissene Medien verbreiten auf Hochglanz-Bildern die schöne neue Welt der Metro und des Kommerzes.

Vor einem Jahr bildete sich die Bürgerbewegung Satoralai gegen die Metropläne.

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Die Argumente der warnenden Kritiker werden von der überwiegenden Zahl der Medien tot geschwiegen. Die Einsprüche der Bürger von der Administration ablehnend beschieden oder die Verwaltung reagierte nicht. In Donosti spricht man inzwischen vom „Schweigen der Verwaltung“. Der Bürgermeister traf Vertreter der Protestbewegung, verwies  lapidar darauf, keinen Einfluss auf Entscheidungen zum Bau der Metro zu haben, da es sich bei diesem Projekt um ein Projekt der baskischen Regierung handle.

 

Die Betreiber kündigen den Baustart in diesem Herbst an.

Satoralaia setzt nun auf die Information der Bevölkerung mit einer Reihe von zentralen Veranstaltungen, Infoständen, einer Zeitung an alle Haushalte und ersten Demonstrationen. Zu einer Veranstaltung mit Vertretern aus Stuttgart kamen über 140 Interessierte. Über die weitere Entwicklung in San Sebastian berichten wir in diesem Blog

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