Besuch in Notre Dames des Landes

Kurzmitteilung an die Widerständischen in Stuttgart

waren gestern den ganzen Tag zu Besuch bei den FlughafengegnerInnen von Notre-Dame-des-Landes (NDDL), genauer gesagt auf dem (wieder) besetzten riesigen Gelände, der Zone à défendre (ZAD), der beim Angriff der Polizei zu verteidigenden Zone. Ein älteres Unterstützer-Paar von außerhalb hat uns rumgeführt: wo wir ein alternatves Bahnhofskonzept entwickeln, proben die ZADisten das alternative Leben: besetzte Häuser und Höfe, Neubauten, neue Lebensformen, Alternativökonomie. Sie haben mit viel Kreativität und Einsatz etwas geschaffen, das sie hart verteidigen werden, das landesweit viel Sympathie und Unterstützung genießt und das keine Regierung einfach platt machen kann. Macron scheint zu schwanken.
Hab oft an die Mitstreiter*innen denken müssen, die sich immer für mehr zivilen Widerstand eingesetzt haben,  weil es in NDDL ganz stark um Verteidigung der Natur gegen Beton und Zersiedelung geht.
Vieles erinnert ganz stark an unsere Auseinandersetzung (auch eine manipulierte Volksabstimmung, verschiedene Strömungen, Identitäten und Debatten, auch eine Mahnwache), manches ist ganz anders, v.a. der Machtfaktor der Besetzung.

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Nachricht aus Notre Dames des Landes – Versammlung am 8. und 9. Juli

 

Message à tous les amis du réseau GPII,

À nouveau, la Coordination des Opposants nous invite tous: habitant.es, voisin.es, collectifs de lutte, organisations locales… et bien au-delà, à nous rassembler ici, à Notre-Dame-des-Landes contre le projet d’aéroport.

Nous avons besoin de ce moment fédérateur et convivial, qui est l’expression et l’instrument d’une mobilisation intacte.

De nos terres à la Terre!

Résister, Agir, Vivre!

8 et 9 juillet 2017 à Notre-Dame des Landes

www.notredamedeslandes2017.org
www.acipa-ndl.fr

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Again, the “Coordination des Opposants” invites you: residents, neighbors, fighting groups, local organizations … and far beyond, to gather here in Notre-Dame-des-Landes against the project of airport.

We need this unifying and convivial moment, which is the expression and the instrument of an intact mobilization.

From our lands to the Earth! 

To resist, to act, to live!

8 & 9 July, 2017 in Notre-Dame des Landes

www.notredamedeslandes2017.org
www.acipa-ndl.fr

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Wieder lädt die “Coordination des Opposants” alle: Bewohner, Nachbarn, kollektiven Bewegungen, lokale Organisationen… und darüber hinaus… ein, sich hier in Notre-Dame-des-Landes gegen das Flughafen Proyekt zu versammeln.

Wir brauchen diese verbindender Moment der Geselligkeit, als Ausdruck und als Instrument einer intakten Mobilisierung.

Von unserem Ländereien bis zur Erde!

Widerstand leisten, handeln, leben!

8 & 9 Juli 2017 in Notre-Dame des Landes

www.notredamedeslandes2017.org
www.acipa-ndl.fr

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Una vez más, la “Coordination des Opposants” invita habitant-e-s, vecinos-as, luchas colectivas, organizaciones locales … y más allá, que se reúnen aquí en Notre-Dame-des-Landes en contra del proyecto de aeropuerto.

Necesitamos este momento de unificación y de amistad, que es la expresión y el instrumento de una movilización intacta.

Desde nuestras tierras hacia la Tierra!

Resistir, actuar, vivir!

8 & 9 de julio 2017 en Notre-Dame des Landes

www.notredamedeslandes2017.org
www.acipa-ndl.fr

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Ancora una volta, il „Coordination des Opposants“ vi invita : i residenti, i vicini, i gruppi di combattimento, le organizzazioni locali … e oltre, a riunirsi qui a Notre-Dame-des-Landes contro il progetto dell’aeroporto.

Abbiamo bisogno di questo momento unificante e conviviale, che è l’espressione e lo strumento di una mobilitazione intatta.

Delle nostre terre alla Terra!

Resistere, agire, vivere!

8 & 9 luglio 2017 a Notre-Dame des Landes

www.notredamedeslandes2017.org
www.acipa-ndl.fr

 

Stuttgart 21 ist überall wünscht den Freunden aus Notre Dames des Landes eine erfolgreiche Versammlung. Vor wenigen Tagen besuchte ein Mitstreiter aus Stuttgart dies Bewegung in Notre Dames des Landes. Sein Bericht erscheint demnächst auf diesem Blog

Europäischer Aktionstag gegen aufgezwungene, unnütze und zerstörerische Großprojekte

Europäischer Aktionstag gegen aufgezwungene, unnütze und zerstörerische Großprojekte

 

Seit Hendaye im Januar 2010, dem Zusammenschluss der Gegner von unnützen Hochgeschwindigkeits-projekten, findet im Dezember ein gemeinsamer dezentraler Aktionstag des Widerstands gegen aufgezwungene unnütze Großprojekte statt; er wird auf jedem Forum neu beschlossen, so im Juli in Bayonne. Beim kürzlichen Treffen der Gruppen in Straßburg schlugen die Vertreter der Opposition gegen High Speed Two (HS2) aus Birmingham vor, dass der 8. Dezember unter dem Motto: „Zündet Feuer gegen aufgezwungene unnütze Großprojekte“ begangen werden soll. In Stuttgart wurde auf der Montagsdemonstration am 5.12. symbolisch ein Feuerkorb aufgestellt. In Notre-Dame-des-Landes ist die Stimmung sehr angespannt (siehe den Aufruf), die Menschen freuen sich, wenn jetzt Frankreich- und Europa-weit über die drohende Räumung ihrer selbst verwalteten Zone (zad = zone à défendre) auf dem geplanten Baugelände (zad = zone d’aménagement différé) berichtet und Unterstützung organisiert wird.

 Aktionstag in Stuttgart

Zur 349. Montagsdemonstration mit Hunderten von Teilnehmer*innen entzündeten wir in  Stuttgart  ein Feuer mitten in der Stadt, begleitet von der Lokomotive,  unserer Trommlergruppe. Mit Transpareneten und Flugblättern informierten wir die Stuttgarter Bürger*innen Unseren Flyer kann man mit folgendem Link öffnen:

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Stuttgart auf dem kleinen Schlossplatz

Aktionstag in Notre Dames des Landes

Brief unserer Freunde aus Frankreich

Guten Abend,

Heute am 8. Dezember, dem Aktionstag gegen die aufgezwungenen unnützen Großprojekte, wurde auch in Nantes eine Aktion durchgeführt, 150 Leute versammelten sich vor dem Schloss, auf dessen Mauern die Symbole unseres Widerstands projiziert wurden.

Mit Transparenten, Fackeln, weißen Elefanten und Flyern wurden Passanten und Straßenbahnfahrer informiert.

Grüße an alle!

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Bericht aus Straßburg: Feueralarm gegen die GCO !

Am Donnerstagabend, dem Tag gegen aufgezwungene unnütze Großprojekte, beteiligte sich auch das Kollektiv Große Westumfahrung NEIN DANKE – GCO NON MERCI. 20161208_art_feux-dalerte-cabane-anti-gco-kolbsheim

„Etwa 50 Demonstranten trafen sich vor der Anti-GCO-Hütte von Kolbsheim, einem unserer symbolhaften Widerstandsorte. Mit dem Feuer der Fackeln markierten wir die Gefahr, die von dem Projekt der großen Westumfahrung Straßburg ausgeht: Zerstörung von 300 bi 350 ha Ackerland und Wäldern aus Gründen, die keineswegs dem Gemeinwohl dienen, wie man uns glauben machen will. Für uns bot sich hier auch die Gelegenheit, an einer koordinierten Bewegung mit Versammlungen an anderen Widerstandsorten in Frankreich und in Europa teilzunehmen: Stuttgart, Susatal (TGV Lyon-Turin) oder auch Nantes (Flughafen). Für uns war es auch ein Anlass, uns zu treffen und vor Ort unsere Entschlossenheit zu zeigen. Auch wenn archäologische Ausgrabungen und geotechnische Probebohrungen begonnen haben, geben wir nicht auf und schließen weitere Aktionen auf den Baustellen nicht aus. Unser nächstes Treffen ist am 18. Dezember; dort wird die Aktion 7-Hütten-Marsch eingeführt, mit einem anschließenden Mini-Weihnachtsmarkt mit Ständen, verschiedenen Beiträgen und Besichtigungen des Schlossparks von Kolbsheim.“31177827700_e9993451c6_n

Vom Susatal, der NoTAV-Bewegung in Italien mit dem französischen Partner in Lyon-Chambéry, wurde gleich eine ganze Welle von Veranstaltungen angekündigt. U.a. kam die Nachricht, sie wollten zwei Feuer, eines an einer Mahnwache im Tal und ein weiteres auf dem Berg anzünden.

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Aus Florenz erhielten wir folgende Pressemeldung (zusammengefasst):

no-tunneltav-logoDer 8.12. als internationaler Tag gegen unnütze und aufgezwungene Großprojekte wurde vom internationalen Forum gegen die Realisierung von großen Infrastrukturprojekten beschlossen.
Denn am 8.12. 2005 eroberten die Einwohner des Susatals mit friedlichen Mitteln Venaus zurück. Dort wollte man eine wesentliche Baustelle eines von vielen unnützen Großprojekten errichten: Die der Strecke Turin-Lyon. Die ganze Bevölkerung wehrte sich damals gegen die Plünderung der Staatskassen zugunsten von wenigen Profiteuren und die Zerstörung der Natur.
Im Laufe der Jahre haben sich die verschiedenen Gruppen vernetzt: In Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Spanien, Griechenland, Rumänien, Russland, Marokko, der Türkei und Italien. In diesen Ländern haben immer mehr Bürger erkannt, dass die Profitgier eine Gefahr für ihr Leben und ihre Umwelt bedeudet. Infolgedessen entstehen überall „Antikörper“, die die Hoffnung auf eine bessere Zukunft für alle darstellen.
Der 8.12. geht uns alle an. Es ist der Tag, der unseren Willen ausdrückt, dass wir unseren Kindern eine bessere Zukunft sichern wollen.
Auch in der Toskana kämpfen Menschen, um die Umwelt und ein würdevolles Leben zu bewahren: Gegen giftige Müllverbrennungen, absurde Flughäfen, Tunnels, unterirdische Bahnhöfe, unnütze Autobahnen.

 

Post aus San Sebastian vom 26.12.2016

Liebe Stuttgarter,

manchmal dauert es bei uns ein bisschen länger, und wir schaffen auch nicht immer alles, was wir – oder zumindest einige von uns – wollen.

Zum 8.12. haben wir nix auf die Reihe gekriegt.

Im letzten Moment hatten wir erfahren, dass einige Projekte wie die gegen den Hochgeschwindigkeitszug TAV (auf Baskisch:AHT) eine Kundgebung in Bilbao geplant hatte – und dann auch (relativ klein) durchgeführt haben. In der Zeitung (nur in GARA) gab es ein Foto, das ich euch im Anhang mitschicke: artikel-in-der-zeitung-in-bilbao

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Wir selbst waren derweil kräfitg in den Vorbereitungen für ein satirisches Theater, das wir für den Santo Tomás-Tag (21.12., traditionell hier einer der wichtigsten Tage, weil früher an diesem Tag die Bauern von den Bergen oder entfernt gelegenen Höfen in die Stadt kamen, um ihre Produkte für den Winter zu verkaufen) geplant hatten.

Wir haben dazu ein riesiges Tor gebaut (Art Triumphbogen, ein mit bemalten Pappkartons verkleidetes Gerüstelement) mit der Aufschrift „Herzlich willkommen im Zentrum von Donostia – und das ohne U-Bahn!!!

Im Theaterstück gab es dann 3 Hauptpersonen: der Bürgermeister (PNV), Vize (PSOE) und die neue baskische Ministerin für Transport und Wirtschaft (PNV). Ich hab dann mit Bürgermeistermaske den 200.000.000. Fahrgast begrüßt, der ohne U-Bahn glücklich ins Zentrum der Stadt gekommen war und ihm bzw. ihr eine entsprechende Schärpe umgehängt.

Mein Vize hat ihr dann ein Riesenscheck über 200.000.000 Donostias überreicht, dabei aber betont, dass das Geld auf jeden Fall für den Bau einer unterirdischen U-Bahn verbraten würde. Und die Ministerin hat schließlich auf die Mitbestimmung und Unterschriftensammlung geschissen und betont, dass ihnen dass alles scheißegal wäre …

Super war ein Zwischenfall, als eine ältere Frau aus Malaga das Mikrofon an sich gerissen und gerufen hat, dass wir das verhindern müssten. Donostia solle nicht so zerstört werden wir Malaga.

(Die Politiker/innen haben sich dann impovisierterweise beraten und ihr „Ehrenwort“ gegeben, dass sie ihre Worte berücksichtigen und keine U-Bahn bauen würden.)

Ich schick euch hier auch noch ein Foto mit, auf dem ihr fast unsere ganze (Rentner-)Ttruppe sehen könnt.

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Ich wünsche euch allen ein gutes neues Jahr,

und dass die Gesteinsgutachten die Stuttgarter Bauherren zum Umdenken bewegen.
(Hier hat die Euphorie der Regierungspresse ziemlich nachgelassen – eigentlich wollten sie ja im Herbst 2016 an(ge)fangen (haben). Das Projekt liegt jetzt aber in Madrid bei der Küstenbehörde, die angeblich nicht so leichtfertig sind wie die hiesigen Ministerien, und wartet da auf den Genehmigungs- oder Ablehnungsbescheid, um die 300 m vom Strand zu untertunneln …)

 

 

 

  

 

 

Grußadresse an das Festival in Notre Dames des Landes

Stuttgart, le 6 octobre 2010d7869417-2ff6-4cdf-819e-d38e962c1265

Chers amis du « Grand Ouest »,

Nous du mouvement contre Stuttgart 21, vous souhaitons que votre manifestation du 8 octobre soit couronnée de succès, qu’elle soit large, puissante et efficace ! Que cet aéroport superflu et démesuré ne soit jamais construit ! Que l’on ne chasse jamais les anciens et nouveaux habitants de la ZAD ! Votre œuvre commune du nouvel hangar sera votre témoin de l’esprit de solidarité et d’entraide qui s’est créé dans vos actions, qui persiste et se répand ! Que le chant de vos bâtons puisse devenir un chant de gaieté et de paix !

Nous sommes pleins d’admiration et de respect devant votre courage et votre résistance, parce que vous ne luttez pas seulement contre le méga-aéroport, malgré toutes les répressions brutales et perfides des autorités de l’État auxquelles vous êtes exposées. Mais vous avez lancé de nouveaux projets, dans l’agriculture et l’élevage, dans la création, et aussi pour la vie commune. Nous avons présenté à Stuttgart votre film sur la ZAD, sur votre résistance, votre joie de vivre et votre esprit solidaire ; il a trouvé un écho très positif. C’est cela qui montre le chemin pour l’avenir, et non pas les grands projets destructeurs.

À Stuttgart, où la gare souterraine avec ses 60 km de nouveaux tunnels est maintenant officiellement en construction, nos ingénieurs de la résistance contre ce projet ont développé de nouveaux plans : des plans pour bifurquer vers la transformation de ce chantier gigantesque en un projet positif pour les gens et pour l’environnement, en conservant la gare existante qui fonctionne très bien, et en économisant ainsi 6 milliards d’euros qu’ils sont en train de gaspiller malgré nous.

Nous pensons à vous tous, à votre manifestation et à votre lutte, et vous envoyons nos salutations solidaires – informez-nous sur tout ce qui se passe.

On lâche rien ! Oben bleiben !

Elefant-Notre-Dame

Liebe Freunde,

wir in Stuttgart von der Bewegung gegen Stuttgart21 wünschen euch für eure Großdemonstration „Que résonnent les chants de nos bâtons“ – „Lasst die Lieder unserer Stöcke erklingen“ am 8. Oktober  viel Erfolg! Möge sie breit, kraft- und wirkungsvoll sein. Auf dass der überflüssige und überdimensionierte Flughafen nie gebaut werde! Auf dass die alten und neuen Bewohner der ZAD niemals vertrieben werden! Euer gemeinsames Werk der neuen Lagerhalle wird vom Geist Eurer Solidarität und gegenseitigen Hilfe zeugen, der in Euren Aktionen entstanden ist, weiter lebt und sich verbreitet. Auf dass der Gesang Eurer Stöcke in Zukunft von Freude und im Frieden klingen kann!

Große Bewunderung und Respekt haben wir für euch und euren Widerstand, weil ihr in NDDL nicht einfach ’nur‘ gegen den Großflughafen kämpft, trotz der oft brutalen bzw perfiden Repressionen, denen ihr immer wieder von Seiten der Staatsgewalt ausgesetzt seid. Sondern ihr habt darüberhinaus neue Projekte ins Leben gerufen wie in der Landwirtschaft, in der Kultur, ja sogar neue Formen des Zusammenlebens ausprobiert. Wir haben mit sehr positiver Resonanz euren Film über euren Widerstand und euer Leben gezeigt. Das sind Projekte, die in die Zukunft weisen, nicht die zerstörerischen Großprojekte.

Auch in Stuttgart, wo der Bau des Tiefbahnhofs mit seinen 60 km neuer Tunnel jetzt offiziell begonnen ist, haben jetzt Ingenieure aus dem Widerstand neue Pläne entwickelt, wie man aus dieser angefangenen Riesenbaustelle in ein viel besseres und für die Menschen positives Projekt umsteigen und den alten funktionierenden Bahnhof erhalten kann. Und dabei 6 Milliarden € einspart, die sie gerade gegen unseren Willen verschleudern.
Wir denken an Euch alle und schicken euch sehr solidarische Grüße – informiert uns über alles.

ON LACHE RIEN  und OBEN BLEIBEN!

Margarita im Namen der Gruppe Stuttgart21 ist überall
 

 

Protestbrief an französische Botschaft und Konsulate in Deutschland

Kein Großflughafen in Notre Dame des Landes!

Nantes  9.1.2016 pas d'expulsion

Wir, der Arbeitskreis ‚Stuttgart 21 ist überall‘ protestiert entschieden gegen die beabsichtigte Räumung des für den geplanten Großflughafen vorgesehenen Geländes in Notre Dame des Landes!

So soll laut Gerichtsbeschluss das Gelände mit viel Agrar- und Landschaftsfläche bis Ende März geräumt werden.
Im Interesse des Profits einiger Weniger werden mit dem völlig unnützen und unbrauchbaren Megaprojekt Großflughafen, die Umwelt, Natur, der Lebensraum und die soziale Infrastruktur der Bevölkerung zerstört, sowie das Weltklima geschädigt, das zu schützen der französische Staat beim Weltklimagipfel in Paris im Dezember 2015 versprach.

Wir sind mit den Bauern, Einheimischen, den Geländebesetzern und der Widerstandsbewegung dort solidarisch verbunden und werden sie nach Kräften unterstützen.
Wir werden alles unternehmen, um dieses schändliche Vorhaben in der bundesdeutschen Öffentlichkeit anzuprangern.

Wir fordern Sie auf, alles in Ihrer Macht stehende zu tun,
dass die französische Regierung dieses Vorhaben unterbindet.

Mit freundlichen Grüssen

Arbeitskreis Stuttgart 21 ist überall

Der 6. internationale Tag gegen aufgezwungene unnütze Großprojekte:

Die weißen Elefanten in Turin

Am 11. Dezember 2010 gingen im Susatal und in Bayonne/Baiona im Baskenland AktivistInnen gegen Hochgeschwindigkeitszüge auf die Straße zu einem „Europäischen Tag gegen unnütze Großprojekte“. Bei uns gab es am gleichen Tag eine Samstagsdemo gegen Stuttgart 21 unter dem Motto „Stuttgart ist überall“. Kurz danach hat sich unser Arbeitskreis „Stuttgart 21 ist überall“ gegründet. Wir versuchen, den Kontakt zu anderen Bewegungen gegen unnütze und aufgezwungene Großprojekte zu halten. Dafür haben wir unter anderem an den internationalen Foren gegen unnütze und aufgezwungene Großprojekte teilgenommen. Diese Foren haben beschlossen, jedes Jahr Anfang Dezember einen internationalen Tag gegen solche Großprojekte mit örtlichen Protesten der verschiedensten Art zu organisieren, was in Stuttgart dieses Jahr auf die 300. Montagsdemo fällt.“

Im Susatal  in Italien wird 2015 der 10. Jahrestag eines großen Erfolges des Widerstands gefeiert, denn am 8. Dezember 2005 hat sich die No-TAV-Bewegung einen von der Polizei geräumten Platz in Venaus in einer entschlossenen Massendemonstration von Zehntausenden zurückgeholt.

Im Baskenland wird auf beiden Seiten der Tag gegen unnütze Großpro-jekte begangen, auf der französischen Seite mit einem Diskussions- und Filmabend über die Bewegung gegen den Flughafenbau in Notre Dame des Landes (NDDL), „Der neue Kontinent“, und auf der spanischen Seite mit einer Kundgebung zu unnützen Großprojekten und dem Klimagipfel, und jeweils wird das Ergebnis des Permanenten Tribunals der Völker (s. u.) von Turin mit einbezogen.

In Frankreich war in den letzten Monaten die Vorbereitung des Weltklimagipfels Anfang Dezember ein wichtiges Thema, auch für die Bewegung gegen aufgezwungene unnütze Großprojekte. Allerdings finden nach dem in Frankreich verhängten Ausnahmezustand und dem Verbot der Großdemonstrationen zum Klimagipfel in Paris die Aktionen meist an anderen Orten statt.

Von Notre Dame des Landes (NDDL), d.h. von der ZAD (dem besetz-ten Gebiet des geplanten Flughafens) gibt es eine Demonstration zum Nachbarort Le Bourget. Die Bewegung veranstaltet dort eine Parodie der COP21
(Klimagipfel von Paris), mit Reden, Konferenzen, Musik und einer Aktion „den Himmel besetzen“: „21 Leuchtluftballons“ werden aufsteigen für 21 Kämpfe gegen aufgezwungene unnütze Großprojekte. Auf der Jahresversammlung der ACIPA mit 600 Teilnehmern (die ACIPA ist der kommunale Verein, in dem der Widerstand von NDDL konzentriert ist) wurde ausführlich über den Richterspruch des Permanenten Tribunals der Völker (PTV) gesprochen, und neue Aktionen zur weiteren Verbreitung sind vorgesehen.

Die Gezi Park- und Taksim-Bewegung und die Waldschützer
aus Istanbul

 

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Im Jahre 2013 lief die Istanbuler Bevölkerung gegen die Abholzung des Gezi Parks und die dort geplante Shopping-Mall Sturm. Bei uns löste die Besetzung des Gezi Parks eine Welle der Bewunderung und Sympathie aus, waren doch nicht nur die Hintergründe, sondern auch die Protestformen ganz ähnlich wie in Stuttgart. In Istanbul wie in Stuttgart entwickelten sich kreative Protestkulturen, die Maßstäbe setzten in Literatur, Film und Musik. Frauen und Männer jeden Alters, aller Berufsgruppen, unterschiedlicher Ethnien, religiös oder nicht, wehrten sich gegen die Zerstörung ihres Umfelds, lernten neue Formen des Zusammenlebens und ihre eigene Stärke kennen.
Bis heute hat ein gerichtlich verfügtes Bauverbot die Zerstörung des Gezi Parks verhindert.

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Die Gezi Park- und Taksim-Bewegung ist kein Einzelproblem.
Vorausgegangen waren jahrelange Kämpfe gegen Stadtzerstörung. Nicht nur die Einwohner wehren sich, sondern auch die in der Türkei traditionell einflussreichen Berufsverbände der Stadtplaner, Architekten und Ingeni-eure. Ganze Viertel wurden niedergerissen und neubebaut mit Wohnvier-teln, die eine reiche Mittelschicht bedienen sollen, so das legendäre alt-stadtnahe Viertel Sulukule: es wurde nach 4-jährigem Kampf dem Erdbo-den gleich gemacht. Die Bewohner werden in entfernte Stadtteile vertrie-ben. Die beteiligte Gesellschaft zur Stadterneuerung, die Baufirmen und Finanzierungsinstitute sind in den Händen von Verwandten und Freunden von Präsident Erdogan

Überall in der Türkei sollen größenwahnsinnige und renditeträchtige Großprojekte durchgezogen werden: Schnellstraßen, Flughäfen, Staudämme, Shopping Malls – meist unnütz, staatliche Mittel und Ressourcen verbrauchend, zerstörerisch und umweltschädlich. So sollen in diesem erdbeben-gefährdeten Land mit reichen erneuerbaren Energiequellen 6 Atomkraftwerke entstehen. Unterstützt wird dieser Trend seit 3 Jahrzehnten vom IWF, der die Türkei offen für ausländische Investoren sehen möchte.
Die Proteste der Taksim-Gezipark-Bewegung dehnten sich schnell auf das ganze Land aus, wurden von anderen Protestbewegungen aufgegriffen und verstärkt und mündeten kurzfristig in einem landesweiten Aufbäumen gegen das Erdogan-Regime. Aus der Keimzelle im Gezi-Park entstanden auch die Waldschützer Istanbuls (Northern Forests Defense), eine basisdemokratische Bewegung zum Schutz der grünen Lunge Istanbuls, die unverdrossen weiter macht.
Nach den Wahlen im November und dem Sieg der neoliberalen AKP müssen weitere und stärkere Repressionen und Gewalt gegen alle Oppositio-nellen befürchtet werden. Die jüngsten Nachrichten aus Diyarbakir und Istanbul übertreffen diese Befürchtungen noch.
Immerhin ist es gelungen, eine Opposition im Parlament zu installieren. Die HDP vereinigt Kurden, Linke, Gewerkschaften, Umweltschützer, Pro-testbewegungen und Frauengruppen. Unsere Arbeitsgruppe hält Kontakt.
Stuttgart 21 ist überall!
Angesichts von schrecklichen Terroranschlägen, Kriegen, Flüchtlingselend, Rassismus, Abbau demokratischer Rechte fragen wir selbst und andere uns gelegentlich, warum wir uns weiterhin über einen Bahnhof empören. Aber hinter Stuttgart 21 stecken die selben Profitinteressen und Machtstrukturen, die eine entscheidende Ursache für all diese Prob-leme sind. Deshalb geht es für uns nicht darum, den Widerstand gegen Stuttgart 21 aufzugeben, sondern ihn als Teil des internationalen Wider-stands gegen Umweltzerstörung, Ausbeutung und Unterdrückung, gegen Krieg und Rassismus zu sehen.