Satorralaia _ Donostia – San Sebastian

Am Montag 15.April besucht ein Vertreter der Protestbewegung Satorralai Stuttgart und spricht auf der Montagsdemo.

Hier vorab Eindrücke von der aktuellen Situation vor Ort.

Brief aus San Sebastian

……..die Sendung ist ja der Hammer! ( Der Brief-Autor meint die ZDF-Sendung: Neues aus der Anstalt vom 29.Januar 2019) 
Unglaublich, dass sowas im Deutschen Fernsehen gesendet wird!
Bei uns hier ist es so gut wie unmöglich, in den grösseren öffentlichen Medien zu erscheinen.
Ein pensionierter Ingenieur mit gutem Ruf und freundschaftlichen Beziehungen zum Direktor der grössten  baskischen Tageszeitung hat gerade eine Absage zur Veröffentlichung eines Artikels über den Stand und die Gefahren der Metroarbeiten bekommen. Ein kleine Ausnahme war die Einladung des  Lokalfernsehsenders, wo Mikel 5 Minuten saudumme Fragen beantworten durfte.
Die Einladung erfolgte wohl, weil wir gestern einen Runden Tisch mit den politischen Parteien im Koldo Mitxelena (wo ihr auch warte) organsisiert haben. Zu der Veranstaltung sind – oh, Überraschung!!! – die beiden Regierungsparteien, die das U-Bahn Projekt betreiben, nicht erschienen. (Eurem Beispiel folgend haben wir dann zwei leere Stühle mit den beiden Parteinamen aufgestellt.)
Das Haus war trotzdem (über)voll. Und, man staune, fast alle Oppositionsparteien sagen, dass sie gegen das Projekt sind/waren. Aber jetzt müsste man realistisch sein und sehen, dass die Tunnelarbeiten ja bereits weit fortgeschritten seien.
– Stimmt nicht ganz. Tatsächlich sind bis jetzt erst 10 % des dafür veranschlagten Haushalts verbraucht.
Du weisst, das unsere Stadt sehr klein ist – so klein, dass sie bei Fertigstellung der U-Bahn Schleife zukünftig den Titel: „Kleinste Stadt Europas mit einer U-Bahn“ beanspruchen kann. Mittlerweile wird an vier Stellen gleichzeitig gebaggert und gebohrt. Seit zwei Wochen auch im Zentrum der Stadt, gleich hinter dem Hotel Londres (der Strandbahnhof), was ein ziemlich Verkehrschaos verursacht hat. Ausserdem machen Dreck, Absperrungen und Lärm es fast unmöglich, die kleinen Läden an der gesperrten Strasse zu besuchen. Die Ladenbetreiber haben sich zusammengetan und Lösungen vom Rathaus gefordert. Bei einem Treffen mit Rathausvertretern haben die allerdings nur betont, dass sie nicht zuständig sind.
Die gleiche Antwort, die sie den Anwohnern in unserem Stadtteil gegeben haben, die einen ganzen Monat lang nicht schlafen konnten, weil die Tunnelfräsen die Nacht durch arbeiten.
Die Stadtpolizei hat erklärt, dass sie keine Lärmmessungen bei öffentlichen Baustellenbetreibern machen würden.
Nach mehreren Versammlungen und Unterschriftensammlungen haben die Anwohner da jetzt aber immerhin erreicht, dass nach Mitternacht nicht mehr gearbeitet wird.
Nun gut. Die Parteienvertreter*innen bei unserer Veranstaltung haben allesamt gleichermassen erklärt, dass sie ihre Aufgabe jetzt darin sehen, die Einhaltung der Legalität bei den Bauarbeiten zu überwachen und zu verhindern, dass Überkosten entstehen. Traurig aber wahr. Und das von links bis rechts bis grün.
Positiv war dann aber, dass aus dem Publikum mehrere Personen (die wir nicht kannten) ihre Stimme gegen diesen defätistischen Realismus erhoben und erklärt haben, dass sie von den Parteien wie von der Bevölkerung erwarten, dass sie für einen sofortigen Stopp eintreten, um dieses unsinnige Projekt zu verhindern.
Foto: Satorralaia

Brief aus San Sebastian

Liebe Freunde und Freundinnen aus Stuttgart,

wir haben uns sehr darüber gefreut, dass ihr an uns gedacht und uns diesen Brief mit den vielen  ermutigenden Worten geschickt habt. Vielen, vielen Dank.

Eure Ermutigungen kamen zufälligerweise genau zu einem Zeitpunkt, an dem wir genau so etwas gut brauchen können. Wir befinden uns nämlich in einer Phase, wo die Stadt gerade an allen möglichen Stellen durchlöchert wird. Gleichzeitig haben die Institutionen einen unaufhörlichen Propagandahagel zu Gunsten der Metro in Gang gesetzt (bezahlte ganzseitige Anzeigen in allen Tageszeitungen, Rundfunkspots, Plakatwerbung, Hauswurfsendungen und nicht zuletzt die Hofberichterstattung in den einschlägigen Medien). Als Folge davon sieht ein groβer Teil der U-Bahn GEGNER den Kampf dagegen inzwischen als VERLOREN an.

Wir, die Gruppe von Satorralaia, machen trotzdem weiter mit unserem bescheidenen Widerstand, angetrieben und/oder beeinflusst vom Beispiel anderer Mitglieder von oppositionellen Gruppen, die mit Ausdauer gegen die Unnützen und Aufgezwungenen Groβprojekte zu Felde ziehen, wie Stuttgart 21.

Angesteckt von eurer Standhaftigkeit werden wir weiter voranschreiten.

Von Donostia-San Sebastián aus senden wir euch allen die herzlichsten Grüβe zu.

Satorralaia

Veranstaltung zum Tag gegen aufgezwungene unnütze Großprojekte in San Sebastian

Veranstaltung zum Tag gegen aufgezwungene unnütze Großprojekte in San Sebastian

28.11.2018

Hallo, Zur Info über die Aktivitäten zum 8. Dezember gegen aufgezwungene unnütze Großprojekte:

Ich sende Euch das Plakat über den Diskussionsabend am 7. Dezember in Durango (südliches Baskenland) „Entscheiden wir über die Infrastrukturen unseres Landesunter den Arbeitern“, organisiert von der unabhängigen baskischen Gewerkschaft LAB. Teilnehmer: Verschiedene Vereinigungen und Bewegungen gegen die Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke, die elektrische Unterwasserleitung durch den Golf von Biskaya, den Staudamm von Barron, eine Müllverbrennungsanlage, die Metro von San Sebastian, den Steinbruch von Aldatz (Navarra)

Gruß und bis zum nächsten Mal

Mikel Alvarez Forcado (aus San Sebastian)

Und hier die Originalnachricht auf Französisch:

Bonjour! Pour info sur les activités du 8 décembre contre les GPII: Je vous envoie l‘ affiche du débat organisé de 7 décembre a Durango (Pays Basque Sud) par le syndicat LAB sous le titre „Décidons entre les travailleurs les infrastructures de notre pays“. Participants: diverses associations et mouvements contre la LGV, Interconnection électrique du Golfe de Biscaye, Barrage de Barron, incinérateur, Metro de Donostia,  carrière de Aldatz (Navarre).

Salut et a la prochaine.

Mikel (de Donostia)

 

Brief aus San Sebastian

Die Berichte von unseren Freunden aus San Sebastian erinnern an das Vorgehen der Betreiber und Bauherren in Stuttgart.

„Wir sind jetzt plötzlich auch in der Phase, wo es vielleicht das Wichtigste ist, zu zeigen, dass wir weiter da sind, um zu stören und aufzuklären. Mit Ausdauer . Die Bauarbeiten gehen im Riesentempo voran und die Beschwerden über die Begleitfolgen, die bei uns eingehen, häufen sich. Das geht momentan von direkten Gesundheitsschäden durch permanenten Kompressorbetrieb vor dem Fenster bis zu monatelanger Schlaflosigkeit wegen 24stündigem Tunnelbohren. Nur in einem einzigen Fall haben die Institutionen nach wochenlangem Hin- und Herschieben dann doch noch reagiert: ein Studentenwohnheim, das von Nonnen betrieben wird. Nachdem eine Zeitung über den Fall berichtet hat, lenkten die Behörden ein und beschränkten den Baubetrieb (nur in dem Bereich) auf 12 Stunden.
Ansonsten sind wir auch dabei, die ganzen Unzulänglichkeiten hinsichtlich der Sicherheitsbedingungen bei den Arbeiten (die war ja eigentlich verhindern wollten) zu analysieren und an die Öffentlichkeit zu bringen. Neben der kompletten Absurdität und Unnützlichkeit des ganzen Projekts, das trotz aller Ermüdung wegen der dauernden Wiederholung immer wieder herausgestellt werden muss. Die Regierung hat (sicherlich im Wissen um die Ablehnung ihres Projekts) eine Riesenwerbekampagne in Presse, Rundfunk und auf Plakattafeln in Gang gesetzt (kost ja nüscht), die sich vor allem an die Leute aus dem Umland richtet und vor Lügen nur so strotzt. Da haben wir’s dann schwer mit unseren kleinen Plakaten und Aufklebern dagegen.
Wir versuchen gerade, neue Bündnispartner – wie z.B. die Gewerkschaften – zu gewinnen. Und wollen dann auch den beginnenden Kommunalwahlkampf (Im Mai 2019 sind Wahlen) benutzen, um die Parteien mit konkreten Forderungen hinsichtlich U-Bahn, Verkehrskonzept und Mitbestimmung zu konfrontieren und die Bevölkerung zu mobilisieren … oder zumindest dazu zu bewegen, nicht wieder die gleichen zu wählen.

Im Sommer waren wir übrigens noch bei einer guten Umweltmobilisierung der „Alternatiba„, die auf Fahrrädern 6.000 km zurückgelegt hatten, um gegen die internationale Klimapolitik zu demonstrieren (mitorganisiert u.a. von Bizi aus Bayonne):
DAS SYSTEM VERÄNDERN – NICHT DAS KLIMA!!!!

https://www.eitb.eus/es/noticias/sociedad/detalle/5948906/cadena-humana-protesta-inicio-obras-metro-san-sebastian-/

 

„Black Flag“ von Ecologistas en Acción für den Metro-Tunnel in San Sebastian

Der Bericht „Black Flags 2018“ von Ecologistas en Accióneine Vereinigung von 300 Umweltgruppen in Spanien)  hat dem Projekt des Metro-Tunnels in Donostia eine schwarze Flagge verliehen. Der Bericht fasst den wichtigsten Umwelt-Unsinn vor der spanischen Küste zusammen und bezieht den Metro-Tunnel in die umstrittensten Fälle von Umweltmissmanagement ein. Der Bericht ist unter folgendem Link abrufbar und analysiert die Probleme der U-Bahn-Tunnel auf den Seiten 35-36:

https://www.ecologistasenaccion.org/wp-content/uploads/2018/06/informe-banderas-negras-2018.pdf

In diesem Zusammenhang prangert sie an, dass „die Verwaltung, die sie fördert, sowohl die baskische Regierung als auch der Stadtrat von Donostia “ , nach den neuesten Informationen rund 200 Millionen Euro für die Durchführung dieser Arbeiten ausgeben muss, die im Zentrum der Stadt Donostia stattfinden und sogar unter dem Strand von La Kontxa verlaufen. Sie konnten keine Studie anbieten, die diese Arbeit im Hinblick auf die Verbesserung des Verkehrs und der Mobilität rechtfertigt. Während der öffentliche Widerstand gegen das Projekt Studien veröffentlicht hat, die zeigen, dass es derzeit für den öffentlichen Verkehr in Donostia unnötig ist (….) Zweifellos – so der Bericht weiter – ist es ein Projekt, das Teil des Gentrifizierungsprozesses ist, den Donostia durchläuft, ein Projekt für Touristen und Besucher und nicht für die Bewohner der Stadt. Natürlich haben sie zu keinem Zeitpunkt eine Bürgerbeteiligung zugelassen, obwohl es eine starke Bürgerbewegung gegen das Projekt gibt, die fordert, in diesem ganzen Prozess gehört zu werden…..

Für Satorralaia sollte die schwarze Flagge, die dem Metro-Tunnel zugeteilt wurde, die Promotoren dieses dummen und unmöglichen  Projekts in Verlegenheit bringen. Wir kündigen daher an, dass wir dem Bürgermeister Eneko Goia in der Kundgebung, die wir am nächsten Dienstag vor dem Rathaus einberufen haben, eine schwarze Flagge übergeben werden.

Die Bürgerbewegung Satorralaia ruft am Dienstag, den 10. Juli um 11 Uhr zu einer Kundgebung vor dem Rathaus (Calle Ijentea) auf, um Bürgermeister Eneko Goia um Antworten …. zu bitten. Wir verurteilen sogar, dass Eneko Goia nicht auf das Schreiben geantwortet hat, das wir dem Rathaus am 30. Mai vorgelegt haben, um einige Fragen zu klären, die die Bürger betreffen. Dieses Dokument wirft ernste Fragen hinsichtlich der absehbaren Auswirkungen des Metro-Tunnels auf die Stabilität der Gebäude der Ensanche de Cortazar sowie der Umweltauswirkungen auf, die durch die Bewegung von mehr als 54.000 Baufahrzeugen in der Stadt zum Transport der 406.000 m3 Abfälle von der Ausgrabung zur Deponie verursacht werden. Wir fragten den Bürgermeister auch nach den mehr als zweifelhaften praktischen Ergebnissen dieses invasiven Projekts und den hohen wirtschaftlichen Kosten (200 Millionen Euro mit einem absehbaren Anstieg) in einer Stadt, die über ein ausgedehntes öffentliches Verkehrsnetz auf einer von den Bürgern geschätzten Fläche verfügt.

Wir verlangen Antworten vom Bürgermeister, indem wir ihn anprangern, dass er auf ein Auskunftsersuchen, auf das er nach dem „Gesetz über Transparenz, Zugang zu öffentlichen Informationen und gute Regierungsführung“ innerhalb eines Monats reagieren musste, völlig gleichgültig und unaufmerksam reagiert hat. Am Dienstag werden wir den Brief zusammen mit dem Bericht „Black Flags 2018“ an die verschiedenen kommunalen Fraktionen übergeben

Movimiento vecinal Satorralaia por la paralización de la pasante de MetroSatorralaia logo

Más información: www.satorralaia.wordpress.com

automatische Übersetzung, leicht verbessert.

Neuer Brief aus San Sebastian

„hier ist jetzt endlich der Sommer eingekehrt……. ( Die Bürgerbewegung Satorralaia muss ihren Zorn abkühlen –  Anmerkung der Redaktion)
Die Wühlarbeien beim Tunnelbau gehen mit rasender Geschwindigkeit voran unter entsprechendem Applaus und Propaganda der grossen Medien. Der Bürgermeister hat einen Vertrag mit der baskischen Regierung unterschrieben, um die freiwerdende Gleisfläche (21.000 qm) verhökern zu können. Und die  Justiz spielt da natürlich auch mit und hat gerade unsere Klage gegen das Projekt wegen des ungültigen Umweltgutachtens abgewiesen.
Wir werden aber weiter auf die Strasse gehen
und gegen diese absurde Geldverschwendung und Stadt- und Umweltzerstörung protestieren. 
Einige Jugendliche hier aus unserem Stadtteil haben uns ein Lied geschrieben und dazu ein nettes Video produziert. Könnt ihr hier ansehen
Der Text ist auf Baskisch. Ich hab den noch nicht schriftlich vorliegen. Wenn ich ihn kriege, werde ich versuchen, den zu übersetzen.
bis dann“