Befürchtungen in Straßburg

Nach dem Fall von Notre Dame des Landes gibt es die größten Befürchtungen im Elsaß, dass das Autobahnprojekt  vorangetrieben wird. Bauherr und Betreiber ist der französische, international tätige Baukonzern Vinci. Vinci verspricht sich 1 Mrd Euro Profite jährlich aus den Mautgebühren. Vinci sollte auch den Flughafen in Notre Dame des Landes bauen.
Hier ein Brief unserer Freunde aus Straßburg:

Schloss Kolbsheim

Sehr geehrte Umweltverteidiger,
am 24.01.18 hat sich der CNPN (Naturschutzrat) zum dritten Mal negativ über das Projekt GCO geäußert.  Trotzdem hat
der Staat am 23.01 die Erklärung über den öffentlichen Nutzen verlängert und mitgeteilt, er würde eine einmalige (?) Genehmigung für dieses Projekt absegnen, obwohl diese noch nicht lokal vorgestellt wurde und eine öffentliche Erörterung noch nicht stattgefunden hat.
Dieses Projekt wird von den wirtschaftlichen Lobbyisten aus Strasbourg unterstützt, mithilfe von lügnerischen Behauptungen.
Das Projekt solle die aktuelle Autobahn in Strasbourg entlasten, das stimmt jedoch überhaupt nicht. Laut öffentlichen Ermittlungen (2007) ist „die Entlastung der A35 weder das Problem, noch das Ziel von GCO“. Trotzdem wird dieses Argument täglich von Staatsrepräsentanten und Projektverantwortlichen  vorgebracht.
Ausserdem ist die Rede von einer angeblichen Reduzierung der Umweltbelastungen für die Bewohner, die in der Nähe der A35 wohnen. Studien von ATMO Grand-Est und Beobachtungen von dem Ärtzekollektiven aus Strasbourg zeigen jedoch, dass die GCO nichts an der Umweltverschmutzung und somit an der Luftqualität und öffentlichen Gesundheit ändern wird.
So stellt sich also die Frage, was das GCO wirklich erreichen will?
Das  Ziel dieses Projektes ist die Gründung einer Autobahn mit vielen LKWS die zwischen Nord- und Südeuropa (ohne Umweltsteuern?) fahren sollen und dies auf die ganze Region verteilt (also 191km).
Was sind die Konsequenzen für die Alsace?
350 Hektar landwirtschaftliche Böden werden verschwinden, viele geschützten Arten wie der große Hamster, der courlis cendre (Vogel), der bruant Jaune (Vogel), der busard (Vogel), criquet deurope (Heuschrecke) und Biber etc werden aussterben.   Verschlechterung des lokalen Kulturerbes, denn wenn die Autobahn gebaut wäre, würde sie direkt neben den wunderschönen Gärten des Kolbsheimschlosses sein (300 Meter entfernt).
Dieses Projekt ist keine Antwort zu unseren alltäglichen Mobilitätsbedürfnissen.
Es gäbe andere Alternativen, die die aktuelle Autobahn entlasten würden, diese müssen sofort in der Öffentlichkeit diskutiert werden.
                  Protest auf  dem gefährdeten                               Gebiet bei Kolbsheim
Der Staat verleugnet seine Verpflichtungen für die Umwelt und ignoriert die Instanzen und die Verfahrensabläufe.     Wie kann man dies in einem demokratischen Staat akzeptieren?  
 

Flugblatt zu GCO NO

 

Unnütze und aufgezwungene Großprojekte

Vinci Autobahnprojekt

Straßburg-Kolbsheim

 bei Ernolsheim-sur-Bruche/Elsass/Frankreich

 

 

 

 

 Waldbesetzung in Kolbsheim jetzt

Aktivisten der Strasbourger Bürgerbewegung haben (vor wenigen Tagen) das Waldgebiet von Kolbsheim besetzt, um das Waldschutzgebiet gegen die Forstmaschinen zu verteidigen. Die Rodungsmaschinen sollen (lt. Ankündigung) am 01. September kommen.Aus verschiedenen Gemeinden wird am 23. – 26. August die SchutzAktion Unterstützung erhalten.

 

Am 30. September findet auf den Straßen in Strasbourg eine Großdemonstration ab 14.00 Uhr statt.

 

Die Bürger*innenbewegung erwartet Unterstützung aus ganz Frankreich, aus dem Nachbarland Deutschland und vielen, denen es möglich ist.

Gemeinsam ist eine Zukunft ohne GCO möglich

 

Die Aktivisten der Strasbourger Bürgerbewegung haben das Waldgebiet (ein Ausläufer der Parkanlagen des Kolbsheimer Schlosses) beim ersten Protest-Festival vor einem Jahr feierlich zum Schutzgebiet erklärt. Sie beziehen sich auf die indischen Bishnoï, die auf ihrem Gebiet radikal für den Schutz der Bäume eintreten – als Zeichen der Entschlossenheit. Ein zweites Festival fand am 29. + 30. April 2017 statt, mit 2.500 Menschen (acht Aktivisten aus Stuttgart / Musiker der Lokomotive und dem AK S21 überall).

 Zur Geschichte

 Die Idee einer Umgehungsstraße über die elsässischen Dörfer nach Strasbourg stammt aus den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts, wurde mehrfach nicht weiter verfolgt. Frankreichs Expräsident Hollande kassierte die Pläne der Autostraße nach seinem Amtsantritt, um sie dann sechs Monate nach Amtsantritt unter neuer Planung wieder an die Öffentlichkeit zu bringen.

Nun ist der private international tätige Bau-Großkonzern Vinci der Bauherr und Betreiber der Autostraße. Er stand unlängst in Paris vor Gericht, beklagt seiner unmenschlichen Arbeitsbedingungen wegen, die beim Bau von Infrastrukturprojekten in Katar Menschenleben kosteten.

Vinci sucht zur Finanzierung des Straßenprojektes öffentliche Gelder bzw. Zinsvergünstigungen bei Kapitalaufnahme. Jetzt schon wurden ihm aus Fördermitteln zinslose Darlehen der EZB gewährt. Vinci will die Autostraße als Mautstraße betreiben und verspricht sich 1 Mrd. Gewinn im Jahr. Er plant die neue Autobahn 55 Jahre lang zu betreiben.

Die Bevölkerung wehrt sich, ist fest entschlossen ihren Lebensraum, ihre Landschaft, ihre Heimat zu schützen. Ortsschilder von Kolbsheim wurden durch Überkleben in „Vinci-geh-Heim“ umgeändert.

Aktuelles in französisch:

https://gcononmerci.org/

 

 On ne lache rien

Wir geben nicht auf

Stand: 01. August 2017

Kontakt und V.i.S.d.Pr.: Arbeitskreis S21 ist überall, Mike Pflugrath, E-mail: pflugrath@freenet.de