Nachklapp: Bericht zum Marsch auf Rom

Contro le grandi opere e contro chi ci ha ripensatoMarcia per il clima

 

di Maria Cristina Fraddosioda Il Fatto Quotidiano del 24-03-2019

https://www.ilfattoquotidiano.it/in-edicola/articoli/2019/03/24/contro-le-grandi-opere-e-contro-chi-ci-ha-ripensato/5058918/

 

Nur Textauszüge – Übersetzung „AK S 21 überall“

Tausende von Menschen sind gestern nach Rom gekommen. Etwa zweihundert Busse aus ganz Italien erreichten am späten Vormittag die Hauptstadt zum

Marsch für das Klima,

gegen unnütze Großprojekte  und Umweltzerstörung“.

Die Idee wurde im vergangenen November in Val Susa während eines ersten Treffens geboren, an dem viele Bewegungen teilnahmen, die sich für Umwelt- und soziale Gerechtigkeit in unserem Land einsetzen.

Die No Tav-Bewegung ist richtungsweisend, gefolgt vom No Tap, dem No Muos, dem No Ilva, dem No Triv, dem No Hub of Gas und dem No Grandi Navi.

Die Organisatoren schätzten die Teilnehmerzahl auf über 100.000, wobei knapp die Hälfte auf die Strafverfolgungsbehörden entfiel.

Nach den Demonstrationen am 15. März zum Schutz des Klimas begann gestern am frühen Nachmittag ein langer Umzug von der Piazza della Repubblica zur Piazza San Giovanni. Zum ersten Mal in Italien haben sich Bewegungen, Ausschüsse und Verbände in einer einzigen Front zusammengeschlossen, um stopp zu sagen zu fossilen Brennstoffen, und zur Ausbeutung der Erde zum Nachteil der Umwelt und der Menschen.

Die Schaffung eines Netzwerks zwischen Provinzen und das weit verbreitete Misstrauen gegenüber der politischen Klasse, die als „Dienerin der Lobbys“ gilt, trugen zur Förderung der Einheit bei. Nicht nur im Umweltbereich.

Am gestrigen Marsch nahmen auch Studenten aus La Sapienza und einigen Gewerkschaften wie Fiom, Cobas und Usb teil.

Es gab auch politische Flaggen, die mit der extremen Linken verbunden waren (Volksmacht, italienische Kommunisten, europäische Linke, kommunistische Neugründung).

Es gab keine Parteivertreter,

aber es gab den Bürgermeister von Neapel, Luigi De Magistris, der sagte, er sei dem Kampf für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit verpflichtet, und Marco Potì, den Bürgermeister von Melendugno, dort wo die Tap-Pipeline ankommen wird. „Tap macht weiterhin Müll – sagte er – aber wir erwarten von der autonomen und unabhängigen Justiz einen entscheidenden Schritt.

Aus der Provinz Lecce nach Taranto: An der Spitze der Prozession stand Angelo Di Ponzio, der Vater von Giorgio, der im Alter von 15 Jahren an einem Weichteilsarkom am vergangenen 25. Februar starb. „Ich bin hier mit Hunderten von Mitbürgern – erklärte er -, um ein für allemal um die Schließung von Ilva zu fordern“. Die No Triv der Basilicata wollen einen Paradigmenwechsel bei der Gewinnung von Kohlenwasserstoffen in ihrer Region: „Diese Regierung – erinnerte der Sprecher Francesco Masi – wollte nicht einmal die Änderung der Regierung Monti absagen, die die automatische Verlängerungen für Ölgesellschaften genehmigt.

friday for future“ forderte das Prinzip der Dezentralität und Sicherheit,

während der Ausschuss No hub Sulmona Gas vom Vorsorgeprinzip sprach, im Gegensatz zum Bau des adriatischen Netzes Snam, das Gas transportieren wird.

„Italien braucht Vorsorge, die das Land vor hydrogeologischem Risiko und Erdbeben schützt“, kritisiert er.

Last but not least – die Hauptorganisatoren der Veranstaltung –  die Aktivisten der Bewegung No Tav: „Wir werden den Turin-Lyon mit unseren Händen stoppen, wir kommen noch stärker und bewusster nach Hause“, sagten sie.

 

Grüner Ministerpräsident fällt Fridays-for-Future-Schüler*innen in den Rücken

Brief des Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21

Ausgerechnet Kretschmann

Ein trauriger Offenbarungseid sei die oberlehrerhafte Zurechtweisung der Schüler*innen, die jeden Freitag während der Unterrichtszeit demonstrieren, durch Kretschmann, so das Aktionsbündnis gegen Stuttgart21. Der Grüne Ministerpräsident hatte in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung[1] die Schüler*innen zur Aufgabe ihrer Schulstreiks aufgefordert und ihnen Sanktionen angedroht. „Nur einmal die Schule zu schwänzen, falle unter zivilen Ungehorsam“, so Kretschmann in völliger Verkennung der Idee des zivilen Ungehorsams.

Dazu der Stuttgarter Friedens- und Konfliktforscher Dr. Wolfgang Sternstein, der sich sein Leben lang mit der Theorie und Praxis gewaltfreier Aktionen und des zivilen Ungehorsams beschäftigt hat, dafür auch mehrfach Gefängnisstrafen in Kauf nahm:

„ Ziviler Ungehorsam gewinnt seine über eine bloße Demonstration hinausgehende Wirksamkeit gerade aus der Fortsetzung der in Frage stehenden Aktionen, um den Druck auf die für den Klimaschutz verantwortlichen Politiker zu erhöhen. Bei den Schülerstreiks geht es gerade um die Erhöhung dieses Drucks durch die Fortsetzung der Streiks bis zu einem Erfolg in Gestalt der Zusicherung der verantwortlichen Politiker, das Klima wirksam zu schützen. In aller Deutlichkeit muss gesagt werden: Die Stellungnahme des Ministerpräsidenten zeigt, dass er den Charakter des zivilen Ungehorsams als einer gewaltfreien Aktionsmethode gar nicht verstanden hat, sonst würde er nicht eine Beendigung der Schülerstreiks fordern.“

 

Therese Kah, die am 31.3. für die Friday-for-future-Bewegung bei Anne Will aufgetreten war, zur Forderung, die Streiks aufzugeben: „Zwei Wochen, und dann ist die Aufmerksamkeit wieder weg!“

Mit seiner Intervention zeigt Kretschmann auch, dass er die Schüler*innen und ihr Anliegen nicht wirklich ernst nimmt. Damit reiht er sich ein in den lähmenden Mainstream einer Politikergeneration, die von den Schüler*innen zu Recht für ihr Versagen in der Klimapolitik kritisiert wird. Therese Kahs Rat für Politiker wie Winfried Kretschmann sinngemäß: Machen Sie Ihre Hausaufgaben, ergreifen sie umgehend ernsthafte Maßnahmen gegen die sich anbahnende Klimakatastrophe – und die Schülerstreiks erledigen sich.

Eine solcher drastischer Schritt, der dem Ernst der Lage gerecht würde, wäre ein sofortiger Baustopp für Stuttgart21, Deutschlands klimaschädlichstem Infrastrukturprojekt, und die Eröffnung einer Diskussion über Auswege. Die Bürgerbewegung gegen Stuttgart21 versteht sich als Teil der Klimaschutzbewegung und unterstützt nach Kräften den Streik der Schüler*innen.

 

Neues vom Beltretter Team:

Liebe BELTRETTER, Unterstützer und Unterzeichner,

obwohl der deutsche Planfeststellungsbeschluss zum drohenden Ostsee-Tunnel gerade erst veröffentlicht ist, obwohl er vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig von diversen Seiten beklagt werden wird, obwohl sich die Verhandlungen über Jahre hinziehen werden und obwohl die ganze Sache als schwebend und daher als vollkommen offen betrachtet werden kann, will der dänische Verkehrsminister Ole Birk Olsen ganz schnell Nägel mit Köpfen machen.

Er ordnet erste Baumaßnahmen auf dänischer Seite an (Betonfabrik, Tunneltreeilefabrik, Tunneleinfahrt,…). Dabei kann er gar nicht wissen, ob Deutschland den vermaledeiten und unsinnigen Tunnelbau überhaupt jemals rechtskräftig genehmigen wird oder ob das Gericht statt des umweltschädllichen Absenktunnels zum Beispiel nicht einen verträglicheren Bohrtunnel verordnen wird. Ein echter Skandal! Das unverzeihliche Verhalten beleidigt die deutsche Politik und nötigt deutsche Richter. Vor allem aber zeigt es, dass uns die Dänen jahrelang belogen haben. Stets hatte es nämlich geheißen, sie würden das deutsche Planfeststellungsverfahren und deutsche Gerichte achten und daher nicht vorzeitig mit Bauarbeiten beginnen. Pustekuchen!

Da ist es gut, dass man Ole Birk auf seiner Facebook-Seite die Meinung sagen kann. Zum Beispiel als Kommentar unter seinen Postings: https://www.facebook.com/olebirkolesen

Macht es! Zeigen wir ihm und damit der dänischen und deutschen Öffentlichkeit, dass wir uns das nicht gefallen lassen!

Toll, dass Ihr mitmacht!

Liebe Grüße!

Das BELTRETTER Team


Marsch auf Rom 23. März 2019

Fotos und Berichte aus Italien

(Zusammenfassung)

Bei der Demonstration waren laut Veranstalter*innen über 150.000 Menschen anwesend. Es waren Aktivist*innen zahlreicher Bewegungen gegen unnütze und aufgezwungene Großprojekte da. In den Artikeln werden genannt:

No Tav aus dem Susatal

No Grande Navi aus Venedig,

No MUOS (M.U.O.S. steht für Mobile User Objective System, das Mobile Telekommunikationssytem der US-Marine, das einen seiner vier weltweiten Standorte auf der US-Militärbasis Niscema in Sizilien hat)

No ILVA (gegen die Verschmutzung durch das ILVA-Stahlwerk in Taranto

No TAP (gegen die Transadriatische Pipeline) nach Salento und andere Bewegungen.

Viele junge (unter 20jährige) Aktivist*innen der Friday-for-Future-Proteste in Italien waren beteiligt.

Ein Bericht meint, dass viele Teilnehmer*innen zum ersten Mal auf einer landesweiten Demo waren, einige auch zum ersten Mal in ihrem Leben in Rom.

Es ist die Rede davon, dass die Bewegung sowohl die Systemfrage aufgeworfen habe,  als auch die politische (gegen die Regierungsparteien)

und die wirtschaftliche Frage (gegen Multinationalen Konzerne – besonders Ölkonzerne –

und die gewerkschaftlichen Kräfte (Cgil, Cisl und Uil)“

 

Ist der drohende Ostsee-Tunnel Teil eines viel größeren bedrohlichen Plans?

Gehört der geplante Fehmarnbelt-Tunnel zu einem chinesischen Plan einer neuen Seidenstrasse ?

China dürften in diesem Fall jedenfalls die Folgen für Ostsee und Urlaubsregion schnuppe sein.

Helft mit die Ostsee zu retten.

siehe dazu die folgende Petition:

 

https://www.change.org/p/unsere-ostsee-ist-in-akuter-gefahr-f%C3%BCr-einen-mega-tunnel-w%C3%BCrde-der-meeresgrund-auf-18-kilometern-l%C3%A4nge-aufgerissen-werden/u/24357233?cs_tk=AhTTf4CkvOXhA7b0oVwAAXicyyvNyQEABF8BvIKiB8ybLrgUyBkcUD0mlz4%3D&utm_campaign=4e99bf8f06f34b5b9921b2e42d9ccecd&utm_medium=email&utm_source=petition_update&utm_term=cs

Rede von Greta Thumberg anlässlich der Verleihung der goldenen Kamera am 30. März 2019

 
Ich möchte diesen Preis denjenigen widmen, die den Hambacher Forst schützen und den Klimaaktivisten, die dafür kämpfen, fossile Energieträger in der Erde zu lassen, überall! (Beifall) Wir leben in einer merkwürdigen Welt, in der die versammelte Wissenschaft uns lehrt, dass wir nur noch elf Jahre entfernt sind vom Auslösen einer unumkehrbaren Kettenreaktion, die sich menschlicher Kontrolle entzieht und die wohl das Ende unserer Zivilisation bedeuten dürfte. Wir leben in einer merkwürdigen Welt, in der Kinder ihre eigene Ausbildung opfern müssen, um gegen die Zerstörung ihrer Zukunft zu protestieren, In der diejenigen die am wenigsten zu dieser Krise beigetragen haben, am meisten von ihr betroffen sein werden. In der Politiker sagen, es ist zu teuer die Welt zu retten, während sie Milliarden von Euro dafür aufwenden, fossile Energieträger zu subventionieren. Wir leben in einer merkwürdigen Welt, in der es niemand wagt, über unser gegenwärtiges politisches System hinaus zu schauen, obwohl klar ist, dass die Antworten, nach denen wir suchen, sich nicht in der heutigen Politik finden lassen werden. (Beifall) Eine Welt, in der sich manche mehr Gedanken darüber machen, ob Kinder zur Schule gehen, als über die Zukunft der Menschheit. Eine Welt, in der sich jeder seine eigene Realität auswählen kann und seine Wahrheit kaufen kann. In der unser Überleben abhängt von einem kleinen und verschwindenden Vorrat an fossilen Energieträgern und kaum jemanden ist das bewusst. Eine Welt, in der wir glauben, dass wir uns heraus kaufen oder – bauen können aus einer Krise, die dadurch entstanden ist, dass wir gebaut und gekauft haben. (Beifall) Eine Welt in der ein Fußballspiel oder eine Filmgala mehr Medienaufmerksamkeit bekommt ,als die größte Krise wurde die Menschheit je stand. In der prominente Film- und Popstars, die sich gegen alle möglichen Ungerechtigkeiten auflehnen, sich nicht für das Thema Umwelt und Klimagerechtigkeit engagieren, weil sie dann nicht mehr um die Welt fliegen könnten, um ihre Lieblings –Restaurants, Strände und Yogaseminare zu besuchen. (Großer Beifall) Den katastrophalen Klimazusammenbruch zu verhindern, dies scheint unmöglich. Aber genau das müssen wir tun. Und jetzt kommt die Wahrheit. Wir schaffen das nicht ohne Sie, hier heute im Publikum. Die Menschen sehen Sie, sehen euch prominente als Götter an. Ihr habt Einfluss auf Milliarden Menschen. Wir brauchen euch! Ihr könnt eure Stimme verwenden um Bewusstsein zu schaffen für diese globale Krise. Ihr könnt dazu beitragen, dass aus Einzelpersonen ganze Bewegungen werden, ihr könnt dabei helfen, unsere Verantwortlichen, unsere Machthaber wach zu rütteln, sie wissen zu lassen, dass unser Haus in Flammen steht. (Beifall) Wir leben in einer merkwürdigen Welt. Aber es ist die Welt, die meiner Generation nun bleibt, die einzige die wir haben. (Beifall) Wir stehen jetzt an einem Scheideweg unserer Geschichte. Wir sind dabei zu versagen, aber noch haben wir nicht versagt. Wir können es noch schaffen, es gibt noch Zeit. Es liegt ganz bei uns! (Beifall, Bravo-Rufe, Standing Ovations) siehe youtube:

100 000 beim Marsch für das Klima in Rom

Sabato 23 marzo la città di Roma accoglierà la Marcia per il clima, contro le grandi opere inutili e la devastazione ambientale!

 

nach ersten Informationen zogen am vergangenen Samstag 23.März

100 000 Menschen nach Rom.

zusammengeschlossen hatten sich die italienischen Protestbewegungen

gegen unnütze Großprojekte und die Bewegungen zum Schutz des Klimas.

 

Sobald wir nähere Informationen bekommen und Fotos,

erscheinen die hier auf diesem Blog