Krimi in Venedig – Bestechungsgelder für Mo.s.e Projekt

 

Das MO.S.E.-Projekt Venedig(= modulo sperimentale elettromeccanico) ist ein im Bau befindliches Sperrwerk aus beweglichen Toren am Eingang zur Lagune. Es soll das historische Zentrum Venedigs vor Hochwasser und steigendem Meeresspiegel schützen.

Am 11. Apr 2019 schrieb das internationale Forum der Protestbewegungen UIMP-GOII-GPII 

(Übersetzung Arbeitskreis S 21 überall):

Wir hatten recht beim Projekt MO.S.E : 

BESTECHUNGSGELDER –  SCHWARZGELD – BESCHLAGNAHMUNGEN

Die Unternehmer ließen Schwarzgeld in die Schweiz transferieren, das dann in ihren Besitz zurückkehrte und reinvestiert wurde. Sie hatten Wohnungen in Dubai und Immobilien in Venetien und auf Sardinien gekauft.

Derzeit wird ein Beschlagnahmungsbeschluss in Höhe von 12.335.378 Euro mit Hintergrund der internationalen Geldwäsche und der unbefugten Ausübung von Finanztätigkeiten erlassen. Nach Angaben der Finanzpolizei stammt das Geld zum Teil aus Erlösen aus Korruption, die der ehemalige Gouverneur des Veneto, Giancarlo Galan, beim Bau der Mo.s.e im Ausland getätigt hat; zum anderen ist es das Ergebnis von Steuerflucht seit Anfang der 2000er Jahre.

Die Maßnahme wurde von der Wirtschafts- und Finanzpolizeidienststelle auf Anordnung eines Gerichts und der Staatsanwaltschaft Venedig durchgeführt.

Die Untersuchungen ergaben, dass zwischen 2008 und 2015 zwei Buchhalter eines Büros die treuhänderische Registrierung von Aktien einer venezianischen, auf Ex-Gouverneur Galan rückführbaren Gesellschaft gewährleistet hatten; außerdem hatten die Banker in der Schweiz Girokonten zur Verfügung gestellt, die von Unternehmen aus Panama und den Bahamas registriert und von zwei Schweizer Treuhändern verwaltet wurden, deren Beträge anschließend auf ein Girokonto einer Bank in Zagreb überwiesen wurden, die auf den Namen der Frau eines dritten Mitarbeiter desselben Büros registriert war……..

Black Fonds im Ausland: eine Liste von Unternehmern

Ein Rechtshilfeersuchen in der Schweiz stellte fest, dass die Nutzung der Vermittlung von Unternehmen in Offshore-Ländern von ausländischen Fachleuten in großem Umfang genutzt wurde, um es mehreren venezianischen Unternehmern zu ermöglichen, die Einnahmen aus Steuerhinterziehung zu verwerten. In der Praxis gab es große venezianische Unternehmen, die es nach der Ansammlung von schwarzem Kapital Schweizer Fachleuten anvertrauten, die das Geld illegal auf ausländische Konten im Namen von niederländischen, schweizerischen, rumänischen, panamaischen und bahamaischen Unternehmen überwiesen.

Eines dieser Unternehmen war unter anderem durch die Firma Mossak & Fonseca eröffnet worden, die im Rahmen der „Panama Papers“ bekannt wutde.

Bei der Suche in der Schweiz fanden die Finanzermittler eine Liste mit Namen italienischer Unternehmen, die dieses System übernommen hatten.

Konten und beschlagnahmte Immobilien

Mit diesem System wurden die umterschlagenen Gelder den italienischen Unternehmern wieder zur Verfügung gestellt, die damit Immobilieninvestitionen in Luxuswohnungen in Dubai und Industriegebäude in Venetien getätigt haben. Beschlagnahmungen werden derzeit vollstreckt und betreffen finanzielle Vermögenswerte, die bei Banken in der Region Venetien, zwei Unternehmen und Beteiligungen an Unternehmen sowie 14 Immobilien in den Regionen Venetien und Sardinien gehalten werden.

In einem weiteren Brief schreibt uns die Bürgerbewegung aus Venedig:

Kommt schon!!!!!!! ….. Nun, da das ehrliche Italien erwacht ist, warten wir auf die Rückgabe der anderen 49 Millionen Euro, nicht in biblischen Zeiten….. Zu Ostern ist es eine Bürgerpflicht, Eier zu zerbrechen und Tauben fliegen zu lassen!

Wir haben unsere Erfahrung und unsere Kämpfe, die in Venedig von Anfang an verflochten sind mit den  Komitees, die seit Jahren gegen die Infrastruktur kämpfen, die die Lagune verwüstet, von der Mo.s.e über die Petrochemie bis hin zu den großen Schiffen.
Vom 4. bis 8. September nehmen wir am ersten italienischen Klimacamp im Lido di Venezia teil, und wir haben alle eingeladen, es als wichtigen Trainings- und Organisationsmoment mitzuerleben.

 

 

Brandaktuelle Nachrichten von No TAV Susatal

 

Questo il nuovo itinerario deciso dalla Francia per risparmiare 11 miliardi di euro di gallerie tra Lione e il tunnel di base di 57 km

Grandi manovre ferroviarie in Francia, la nuova linea Torino-Lione non passerà più da Lione, ma da … Digione, una città  200  chilometri a nord.

 

Turin-Lyon? Nein,Turin-Dijon.

Hier nun die von Frankreich beschlossene neue Strecke, sie bringt eine Einsparung von 11 Milliarden Euro für den Wegfall von Tunnelstrecken zwischen Lyon und dem 57 Kilometer langen Basistunnel.

Großes Bahn-Manöver in Frankreich: Die neue Turin-Lyon-Linie soll nicht mehr durch Lyon führen, sondern von …. Dijon ausgehen, einer Stadt, die 200 Kilometer nördlich liegt.

Elisabeth Borne, die französische Verkehrsministerin, enthüllte diese Neuerung in einem Brief vom Montag, 8. April 2019 (siehe unten) an den Präfekten von Lyon, in dem die nächsten Schritte für den Güterverkehr per Bahn von der französisch-italienischen Grenze nach Paris dargelegt werden.

Frankreich ist (in diesem Jahrhundert) nicht an dem Projekt Lyon-Turin interessiert.

Das Programm der Ministerin im Einzelnen:

Erstens soll die Zugangsstrecke zu dem für 2030 geplanten Basistunnel zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme die bisher genutzte und modernisierte Bahnlinie Dijon-Modane sein, so dass die neuen Streckenabschnitte dann noch ausstehen.

– ….. Der Verbesserung des täglichen Verkehrs ist Vorrang einzuräumen, … die großen Infrastrukturprojekte sollen entsprechend dem Ansatz der schrittweisen Umsetzung realisiert werden, beginnend mit der notwendigen Optimierung des Netzes, in das sie integriert sind. Der Bau der neuen Streckenabschnitte ist zeitlich versetzt vorgesehen.

– Bezüglich der neuen Eisenbahnstrecken zwischen Lyon und dem grenzüberquerenden Tunnelabschnitt werden die Überlegungen zur Berechnung von geeigneten Investitionen für einen längerfristig erwarteten Verkehrsanstieg fortgesetzt.

Dies ist die von Frankreich beschlossene neue Trasse; sie soll durch den Wegfall der fünf bisher vorgesehenen Tunnel zwischen Lyon und dem 57 Kilometer langen Basistunnel eine Ersparnis von 11 Milliarden Euro bringen.

Fazit: Frankreich ist (für dieses Jahrhundert) nicht an dem Projekt Lyon-Turin interessiert.

Erläuterung

Die neuen rein französischen Eisenbahnstrecken zwischen „Lyon und dem grenzüberquerenden Tunnelabschnitt“ umfassen 72,4 Kilometer Tunnel (Sainte-Blandine 2,4 km, Dullin-L’Epine 15 km, Chartreuse 25 km, Belledonne 20 km und Glandon 10 km).

Frankreich hat sichtlich nicht die Absicht, diese fünf Tunnel noch in diesem Jahrhundert zu bauen, denn sie erfordern Investitionen von bis zu 11 Milliarden Euro.

Die Ministerin bestätigte, dass Frankreichs Interesse an dieser Strecke dem Güterverkehr und nicht dem Personenverkehr gilt. Das Wort „Fracht“ taucht in ihrem Brief siebenmal auf, das Wort Passagier nur dreimal und bezieht sich insbesondere auf Nahverkehrszüge.

Das erklärte Ziel der Ministerin ist es, „kurzfristig Investitionen in die genutzte Strecke zu tätigen und die Kapazität bis 2030 auf 10 Millionen Tonnen Fracht pro Jahr zu erhöhen, und nach 2030 auf 15 Millionen Tonnen „.

Aber den grenzüberquerenden Abschnitt des neuen 57 km langen Mont-Cenis-Basistunnels mit einer geschätzten Kapazität von 50 bis 70 Millionen Tonnen pro Jahr ohne weitere neue Bahnanschlüsse für den Tunnel zwischen Lyon oder Dijon und dem Basistunnel (aber auch zwischen Turin und dem Tunnel) zu bauen, wäre – wie von Bahnexperten seit langem nachgewiesen – eine unnütze Investition.

In diesem Schreiben äußert Ministerin Borne offensichtlich ihre Besorgnis über den mittel- und langfristig zu geringen Fracht- und Personenverkehr auf dieser Strecke und über die Unterstützung eines Projekts, das ihr nach den Erklärungen wohl als unnütz erscheint.

Der Beweis? Die Ministerin hält sich mit jeglicher Information darüber, wie Frankreich den Bau seines 45 km langen Tunnel-Teilstücks der Turin-Lyon-Strecke finanzieren wird, bewusst zurück. Erwartet sie vielleicht, dass die Europäische Union auch den Bau der Anschlusslinien zum Tunnel finanziert?

Die am 2. April letzten Jahres im französischen Senat in erster Lesung verabschiedete LOM (Law on Mobility Orientation – Gesetzesgrundlage zur Mobilität) enthält keinerlei wirtschaftlichen Maßnahmen für die Lyon-Turin-Strecke, nur Grundsatzerklärungen, welche die Regierung nicht zur Finanzierung dieses Projekts verpflichten.

Vorsichtshalber will die Ministerin die Auslastung der Bahn auf den derzeitigen Zufahrtsstrecken und im bestehenden Mont-Cenis-Tunnel durch eine neue ständige Beobachtungsstelle messen lassen.

Nach diesen Entscheidungen der französischen Ministerin sollte Italien verstehen, dass Frankreich (in diesem Jahrhundert) so wenig Interesse am Lyon-Turin-Projekt hat, dass es bereits seine Route in eine Strecke Dijon-Turin umgeändert hat.

Satorralaia _ Donostia – San Sebastian

Am Montag 15.April besucht ein Vertreter der Protestbewegung Satorralai Stuttgart und spricht auf der Montagsdemo.

Hier vorab Eindrücke von der aktuellen Situation vor Ort.

Klimaverbrechen Flughafen New Airport Istanbul – Abbau des Atatürk-Flughafens

1912 eröffnet, 2001 vollkommen neu um-und ausgebaut, komfortabel und hochmodern.

der Atatürk-Flughafen war einer der größten Europas.

 

Anflug zum Atatürk

Seine Kapazität völlig ausreichend.

Istanbul hat zudem einen weiteren Großflughafen auf der asiatischen Seite, den Sabiha Gökce

Der Atatürk Flughafen war in nicht mal einer halben Stunde vom Zentrum Istanbuls aus bequem zu erreichen mit Niederflurbahn und Metro, .

Jetzt wird  der Atatürk ausgemustert.

Der Umzug zum neuen dritten Flughafen im Nordosten der Stadt findet derzeit statt. Er soll später abgerissen werden.

 

Der neue Flughafen – New airport Istanbul

war höchst umstritten , vor allem bei Umweltschützern.

Zum Bau wurden Millionen Bäume gefällt, Teile eines Waldes, der die Megametropole

vor Klimaschäden schützen sollte.

Der Flughafen liegt zwischen den Orten Yeniköy und Akpınar,

58 km ausserhalb des Stadtkerns.

Der Bau wurde mit rabiater Geschwindigkeit erstellt, dabei wurden Duzende Bauarbeiter getötet.

Protestierende Arbeiter wurden inhaftiert und mundtot gemacht.

 

Das Megaprojekt New airport Istanbul ist ein Prestigeobjekt des derzeitigen Präsidenten Erdogan,

er ist ein Umwelt- und Klimaverbrechen, das seines gleichen sucht.

Aufrufe zu Protestdemonstrationen in Istanbul / Fotos: AK S 21 überall

siehe dazu weitere Beiträge auf diesem Blog

https://stuttgart21ueberall.wordpress.com/2018/10/14/viele-tote-beim-bau-des-megaflughafens-in-istanbul/

https://stuttgart21ueberall.wordpress.com/2018/02/16/groesser-laenger-hoeher-grossprojekte-in-der-tuerkei-2/

 

 

Müde Vögel brauchen kein Hotel

https://you.wemove.eu/campaigns/schutz-der-saline-ulcinj-f-r-mensch-und-natur-?utm_source=civimail-22391&utm_medium=email&utm_campaign=20190402_DE

Petitionsplattform YouMove von Euronatur Stiftung, Birdlife International, CZIP und MSJA initiiert.

Aufruf zur Unterstützung des Appells

Appell

Wir, die Menschen aus Ulcinj, Montenegro, Europa und der Welt, fordern Herrn Duško Marković, Premierminister von Montenegro auf,
• die Salzproduktion in der Saline Ulcinj so schnell wie möglich wieder herzustellen. #ForSalt
• die Saline Ulcinj unter nationalen und internationalen Schutz zu stellen. #ForBirds
• die Saline Ulcinj als Besitz des montenegrinischen Volkes zu erhalten und zu gewährleisten, dass diese im besten Interesse der montenegrinischen Bevölkerung und der Natur verwaltet wird. #ForPeople
Sobald die Saline Ulcinj geschützt und gut verwaltet ist, kann sie als Treiber der lokalen Wirtschaft dienen. Durch die Salzproduktion und einen nachhaltigen Tourismus können sowohl Mensch als auch die Natur voneinander profitieren.

 

Nachklapp: Bericht zum Marsch auf Rom

Contro le grandi opere e contro chi ci ha ripensatoMarcia per il clima

 

di Maria Cristina Fraddosioda Il Fatto Quotidiano del 24-03-2019

https://www.ilfattoquotidiano.it/in-edicola/articoli/2019/03/24/contro-le-grandi-opere-e-contro-chi-ci-ha-ripensato/5058918/

 

Nur Textauszüge – Übersetzung „AK S 21 überall“

Tausende von Menschen sind gestern nach Rom gekommen. Etwa zweihundert Busse aus ganz Italien erreichten am späten Vormittag die Hauptstadt zum

Marsch für das Klima,

gegen unnütze Großprojekte  und Umweltzerstörung“.

Die Idee wurde im vergangenen November in Val Susa während eines ersten Treffens geboren, an dem viele Bewegungen teilnahmen, die sich für Umwelt- und soziale Gerechtigkeit in unserem Land einsetzen.

Die No Tav-Bewegung ist richtungsweisend, gefolgt vom No Tap, dem No Muos, dem No Ilva, dem No Triv, dem No Hub of Gas und dem No Grandi Navi.

Die Organisatoren schätzten die Teilnehmerzahl auf über 100.000, wobei knapp die Hälfte auf die Strafverfolgungsbehörden entfiel.

Nach den Demonstrationen am 15. März zum Schutz des Klimas begann gestern am frühen Nachmittag ein langer Umzug von der Piazza della Repubblica zur Piazza San Giovanni. Zum ersten Mal in Italien haben sich Bewegungen, Ausschüsse und Verbände in einer einzigen Front zusammengeschlossen, um stopp zu sagen zu fossilen Brennstoffen, und zur Ausbeutung der Erde zum Nachteil der Umwelt und der Menschen.

Die Schaffung eines Netzwerks zwischen Provinzen und das weit verbreitete Misstrauen gegenüber der politischen Klasse, die als „Dienerin der Lobbys“ gilt, trugen zur Förderung der Einheit bei. Nicht nur im Umweltbereich.

Am gestrigen Marsch nahmen auch Studenten aus La Sapienza und einigen Gewerkschaften wie Fiom, Cobas und Usb teil.

Es gab auch politische Flaggen, die mit der extremen Linken verbunden waren (Volksmacht, italienische Kommunisten, europäische Linke, kommunistische Neugründung).

Es gab keine Parteivertreter,

aber es gab den Bürgermeister von Neapel, Luigi De Magistris, der sagte, er sei dem Kampf für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit verpflichtet, und Marco Potì, den Bürgermeister von Melendugno, dort wo die Tap-Pipeline ankommen wird. „Tap macht weiterhin Müll – sagte er – aber wir erwarten von der autonomen und unabhängigen Justiz einen entscheidenden Schritt.

Aus der Provinz Lecce nach Taranto: An der Spitze der Prozession stand Angelo Di Ponzio, der Vater von Giorgio, der im Alter von 15 Jahren an einem Weichteilsarkom am vergangenen 25. Februar starb. „Ich bin hier mit Hunderten von Mitbürgern – erklärte er -, um ein für allemal um die Schließung von Ilva zu fordern“. Die No Triv der Basilicata wollen einen Paradigmenwechsel bei der Gewinnung von Kohlenwasserstoffen in ihrer Region: „Diese Regierung – erinnerte der Sprecher Francesco Masi – wollte nicht einmal die Änderung der Regierung Monti absagen, die die automatische Verlängerungen für Ölgesellschaften genehmigt.

friday for future“ forderte das Prinzip der Dezentralität und Sicherheit,

während der Ausschuss No hub Sulmona Gas vom Vorsorgeprinzip sprach, im Gegensatz zum Bau des adriatischen Netzes Snam, das Gas transportieren wird.

„Italien braucht Vorsorge, die das Land vor hydrogeologischem Risiko und Erdbeben schützt“, kritisiert er.

Last but not least – die Hauptorganisatoren der Veranstaltung –  die Aktivisten der Bewegung No Tav: „Wir werden den Turin-Lyon mit unseren Händen stoppen, wir kommen noch stärker und bewusster nach Hause“, sagten sie.