Brief aus Donosti / San Sebastian

Liebe…

stimmt, es ist schon wieder total lange her, dass ich euch etwas von hier berichtet habe. Das liegt nicht daran, dass wir in der Zwischenzeit wenig gemacht haben, sondern eher am Gegenteil.

Ich weiss gar nicht mehr genau, wann und worüber ich das letzte Mal geschrieben habe. Unsere regelmässigen Aktivitäten wie die allwöchentlichen Gruppentreffen und Mittwochskundgebungen im Zentrum sowie die monatlichen Generalversammlungen mit rund 50 Personen führen wir nach wie vor – mit baskischer Standhaftigkeit – durch. Daneben gibt es aber immer wieder Anlässe, wo wir uns gezwungen sehen, zusätzlich in die Öffentlichkeit und auf die Strasse zu gehen.

Einer dieser Anlässe war die offizielle Ankündigung der baskischen Regierung, im Zusammenhang mit dem geplanten ersten Bauabschnitt, Enteignungen vorzunehmen. Im Wesentlichen handelte es sich dabei um Grünflächen, Teile von Sport- oder Spielplätzen, die bereits im Besitz des Rathauses sind. Nach unserem Verständnis ist öffentlicher Besitz aber immer Besitz von uns allen, weshalb wir dazu aufgerufen haben, gegen diese Enteignungen Einspruch zu erheben. Mehr als 150 Einsprüche sind innerhalb der Frist von 14 Tagen eingelegt worden und … dreimal darfst du raten – allesamt abgelehnt worden.

Wir haben in dem Zusammenhang auch Pressekonferenzen durchgeführt und sogar ein kleines bisschen Gehör gefunden.

Da der erste Bauabschnitt bei uns im Stadtteil Antiguo geplant ist, haben wir versucht, hier im Stadtteil zu mobilisieren. Ein bisschen animiert von eurer Sambagruppe und von der Sangeslust einiger unserer baskischen Gruppenmitglieder, die öfter mit einem Chor singend durch die Strassen ziehen, haben wir ein lustfreundlicheres Format für die Mobilisierung im Kiez benutzt. In Begleitung eines Aktivisten, der “Trikitrixa” spielt (ein kleineres baskisches Akkordeon, das auf beiden Seiten Knöpfe hat), sind wir durch die Strassen gezogen und haben unser Anti-Metro Repertoire mit umgedichteten Liedtexten musikalisch zum Besten gegeben. (Ich selbst kann überhaupt nicht singen. Aber alles war so mitreissend und hat soviel Spass gemacht, dass auch ich mit”gesungen” habe … und am nächsten Tag hat es nicht einmal geregnet.) Gleichzeitig haben wir an dem Tag über 30 von unseren STOP-METRO-Fahnen für die Balkons verkauft, was sich in dem Stadtbild schon farbenfroh bemerkbar macht.

 

Als wir von der linksbaskischen Partei EH Bildu erfahren  haben, dass sie den Bürgermeister in einer Rathaussitzung öffentlich zur Rede stellen wollten, warum er sein Versprechen nach mehr Transparenz beim geplanten U-Bahnbau nicht eingehalten hat, sind wir en masse mit unseren Fahnen im Rathaus erschienen. Davon gab’s dann am nächsten Tag sogar Fotos in der Presse, obwohl dann prompt einige Medien sich nicht zu blöd waren, uns mit dieser Partei in einen Topf zu werfen. Der Sprecher von Bildu hat auf dieser Sitzung den Bürgermeister aufgefordert, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um den geplanten Bau zu stoppen und eine öffentliche Diskussion zu beginnen. Aber die Parlamente in unserer so genannten “Demokratie” sind ein Trauerspiel. Ohne inhaltlich auf die Argumente einzugehen, schmettert die Mehrheit der Regierungskoalition aus PNV/PSOE solche Anträge einfach rundum ab.

Bisher hatten einige aus unserer Gruppe ja noch Hoffnung auf die seit September letzten Jahres ausstehende Entscheidung der Madrider Meeres- und Küstenabteilung des spanischen Umweltministeriums über die Genehmigung des Bauvorhabens unter dem Strand entlang. Von uns und einigen anderen gab seinerzeit auch über 100 Einsprüche gegen eine solche Genehmigung.

Vor drei Wochen hat dann eine Tageszeitung berichtet, dass sie aus “gut unterrichteten Kreisen” gehört hatte, dass die Genehmigung erteilt sei, und dass der Bau jetzt imOktober beginnen würde.

Es ist unglaublich, mit welcher Geheimniskrämerei dieses – aus öffentlichen Geldern zu finanzierende – Projekt betrieben wird. Der Bescheid ist nirgendwo veröffentlicht und es ist dem Gesetz nach auch nicht vorgesehen, dass die Leute, die vorher Einspruch erhoben haben, informiert werden. Das einzige, was einige aus der Gruppe erreichen konnten, war eine Einblicknahme in den Genehmigungsbescheid in der Umweltbehörde.

Einer aus unserer Gruppe, der sich detaillierte Notizen gemacht hat, ist zu dem Schluss gekommen, dass die baskische Regierung bei ihrer Genehmigunganfrage die Papiere manipuliert haben muss, da sich die Antwort aus Madrid auf Streckenverläufe aus unterschiedlichen Projekten bezieht.

Wie dem auch sei (wir werden das morgen auf einer Pressekonferenz öffentlich anprangern) – die konservative baskische Regierungspartei PNV hat vor Kurzem die erzreaktionäre postfranquistische und komplett korrupte Partei PP im Madrider Parlament mit ihrer Zusatimmung zum Haushaltsplan am Leben erhalten, sodass diese Geier den reaktionären baskischen  Krähen sicherlich kein Auge aushacken werden.

Für Samstag haben wir einen Spaziergang vom jetzigen (ebenerdigen) Bahnhof aus bis zum (noch tunnellosen) Strand geplant. Da der Umzug an etlichen Häusern vorbeiführt, die in der Projektplanung als evtl. gefährdet erwähnt sind, werden wir diese entsprechend kennzeichnen. Hoffentlich spielt das Wetter mit. Und die Leute.

Liebe Grüsse nach oben….

Flugblatt zu GCO NO

 

Unnütze und aufgezwungene Großprojekte

Vinci Autobahnprojekt

Straßburg-Kolbsheim

 bei Ernolsheim-sur-Bruche/Elsass/Frankreich

 

 

 

 

 Waldbesetzung in Kolbsheim jetzt

Aktivisten der Strasbourger Bürgerbewegung haben (vor wenigen Tagen) das Waldgebiet von Kolbsheim besetzt, um das Waldschutzgebiet gegen die Forstmaschinen zu verteidigen. Die Rodungsmaschinen sollen (lt. Ankündigung) am 01. September kommen.Aus verschiedenen Gemeinden wird am 23. – 26. August die SchutzAktion Unterstützung erhalten.

 

Am 30. September findet auf den Straßen in Strasbourg eine Großdemonstration ab 14.00 Uhr statt.

 

Die Bürger*innenbewegung erwartet Unterstützung aus ganz Frankreich, aus dem Nachbarland Deutschland und vielen, denen es möglich ist.

Gemeinsam ist eine Zukunft ohne GCO möglich

 

Die Aktivisten der Strasbourger Bürgerbewegung haben das Waldgebiet (ein Ausläufer der Parkanlagen des Kolbsheimer Schlosses) beim ersten Protest-Festival vor einem Jahr feierlich zum Schutzgebiet erklärt. Sie beziehen sich auf die indischen Bishnoï, die auf ihrem Gebiet radikal für den Schutz der Bäume eintreten – als Zeichen der Entschlossenheit. Ein zweites Festival fand am 29. + 30. April 2017 statt, mit 2.500 Menschen (acht Aktivisten aus Stuttgart / Musiker der Lokomotive und dem AK S21 überall).

 Zur Geschichte

 Die Idee einer Umgehungsstraße über die elsässischen Dörfer nach Strasbourg stammt aus den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts, wurde mehrfach nicht weiter verfolgt. Frankreichs Expräsident Hollande kassierte die Pläne der Autostraße nach seinem Amtsantritt, um sie dann sechs Monate nach Amtsantritt unter neuer Planung wieder an die Öffentlichkeit zu bringen.

Nun ist der private international tätige Bau-Großkonzern Vinci der Bauherr und Betreiber der Autostraße. Er stand unlängst in Paris vor Gericht, beklagt seiner unmenschlichen Arbeitsbedingungen wegen, die beim Bau von Infrastrukturprojekten in Katar Menschenleben kosteten.

Vinci sucht zur Finanzierung des Straßenprojektes öffentliche Gelder bzw. Zinsvergünstigungen bei Kapitalaufnahme. Jetzt schon wurden ihm aus Fördermitteln zinslose Darlehen der EZB gewährt. Vinci will die Autostraße als Mautstraße betreiben und verspricht sich 1 Mrd. Gewinn im Jahr. Er plant die neue Autobahn 55 Jahre lang zu betreiben.

Die Bevölkerung wehrt sich, ist fest entschlossen ihren Lebensraum, ihre Landschaft, ihre Heimat zu schützen. Ortsschilder von Kolbsheim wurden durch Überkleben in „Vinci-geh-Heim“ umgeändert.

Aktuelles in französisch:

https://gcononmerci.org/

 

 On ne lache rien

Wir geben nicht auf

Stand: 01. August 2017

Kontakt und V.i.S.d.Pr.: Arbeitskreis S21 ist überall, Mike Pflugrath, E-mail: pflugrath@freenet.de

Aufruf zur Unterstützung der Bürgerbewegung bishnoi Straßburg

Der AK Stuttgart21 überall unterstützt den Aufruf der Freunde aus Straßburg und bittet alle Mitstreiter*innen, die Zeit haben Ende August und zur geplanten Großdemonstration am 30 Sept. nach Kolbsheim im Elsass zu fahren, mitzuhelfen die einzigartigen Naturräume um Straßburg vor der Zerstörung zu retten.

Kolbsheim ist am ehesten mit dem Auto zu erreichen

Der AK wird die weiteren Ereignisse berichten

 

 

Bruno Dalpra aus Straßburg schreibt:

Bonjour à tous,

Sur la bataille contre le projet Vinci d’une autoroute à péage sur Strasbourg (GCO), nous allons avoir besoin d’un coup de main et/ou soutien !

 

https://convergencedesluttesalsaceailleurs.wordpress.com/2017/07/25/gco-les-opposants-preparent-la-rentree/

GCO, les opposants préparent la rentrée

convergencedesluttesalsaceailleurs.wordpress.com

Le mouvement contre le projet Vinci d’une autoroute à péage sur Strasbourg agit depuis des mois et prépare la rentrée…

 

Une occupation a débuté dans la forêt de Kolbsheim (à 15 minutes à l’Ouest de Strasbourg) pour défendre la forêt des machines qui pourraient arriver le 1er septembre.

Prendre contact avec le groupe terrain :

grpterrainnongco@gmail.com

Une caravane va sillonner les différentes communes impactées du 24 au 26 août.

https://gcononmerci.org/event/caravane-pour-un-avenir-sans-gco-du-23-au-26-aout-2017

Caravane pour un avenir sans GCO – du 23 au 26 août 2017 …

gcononmerci.org

Notre plus grand ennemie c’est la résignation. Pourtant, aujourd’hui, même si les porteurs du projet avancent avec une certaine assurance, en coulisse, ses …

Occupation du bois à Kolbsheim dès maintenant et sinon, « Veillée d’arbres » le 31 août.

https://gcononmerci.org/event/veillee-darbres/

Et sinon, le 30 septembre, grosse manifestation dans les rues de Strasbourg à partir de 14h. Nous aurons besoin d’un maximum de soutien de partout en France, de nos voisins allemands et toutes celles et tous ceux disponibles. Pour les opposants, « un avenir sans GCO est possible, ensemble, donnons-nous les moyens pour y parvenir »

 

https://gcononmerci.org/event/pour-un-avenir-sans-gco-30-septembre-a-strasbourg

« Pour un avenir sans GCO » – 30 septembre 2017 à …

gcononmerci.org

Il y a bientôt un an, le 15 octobre 2016, plus de 3500 personnes et 80 tracteurs ont défilé dans les rues de Strasbourg pour dire NON au GCO, OUI aux alernatives.

 

Bruno Dalpra pour le collectif GCO NON MERCI membre du groupe terrain

 

Hallo an alle,

Für den Kampf gegen Vinci Projekt  in Straßburg (GCO), werden wir jede Unterstützung brauchen.

https://convergencedesluttesalsaceailleurs.wordpress.com/2017/07/25/gco-les-opposants-preparent-la-rentree/

Eine Besetzung begann im Wald von Kolbsheim (15 Minuten westlich von Straßburg), um den Wald vor Forstmaschinen zu verteidigen, die am 1. September kommen könnten.

Kontakt mit dem Boden Gruppen:

grpterrainnongco@gmail.com

Eine Karawane von Unterstützern aus den umliegenden Gemeinden wird vom 24-26 August erwartet.

https://gcononmerci.org/event/caravane-pour-un-avenir-sans-gco-du-23-au-26-aout-2017

Belegung Holz Kolbsheim jetzt und wenn nicht, „Baum Vigil“ am 31. August.

https://gcononmerci.org/event/veillee-darbres

Geplant ist am 30. September ab 14.00 Uhr eine große Demonstration in den Straßen von Straßburg . Wir brauchen maximale Unterstützung aus ganz Frankreich, von unseren deutschen Nachbarn und allen, und alle, die zur Verfügung. Für Gegner: eine Zukunft ohne GCO ist möglich. Gebt uns die Mittel, das zu erreichen.

https://gcononmerci.org/event/pour-un-avenir-sans-gco-30-septembre-a-strasbourg

 

Hello everyone,

On the battle against the Vinci project of a toll motorway on Strasbourg (GCO), we are going to need a helping hand.

https://convergencedesluttesalsaceailleurs.wordpress.com/2017/07/25/gco-les-opposants-preparent-la-rentree/

An occupation began in the forest of Kolbsheim (15 minutes west of Strasbourg) to defend the forest of machines that could arrive on September 1st.

Contact the field group:

grpterrainnongco@gmail.com

A caravan will crisscross the various municipalities impacted from 24 to 26 August.

https://gcononmerci.org/event/caravane-pour-un-avenir-sans-gco-du-23-au-26-aout-2017

Occupation of wood at Kolbsheim now and if not, „Veillée d’arbres“ on August 31st.

https://gcononmerci.org/event/veillee-darbres/

And if not, on September 30th, big demonstration in the streets of Strasbourg from 14h. We will need maximum support from all over France, from our German neighbors and all those available. For the opponents, „a future without GCO is possible, together, give us the means to achieve it

https://gcononmerci.org/event/pour-un-avenir-sans-gco-30-septembre-a-strasbourg

 

 

 

24.07.17 – „Druck in den Kessel, für ein anderes Stuttgart“

378. Montagsdemo in Stuttgart als Kultur – und Demokratiefest, gemeinsam mit Initiativen für Menschenrechte und Demokratie und das Recht auf Stadt

 

 

 

Tatkräftig unterstützt wurde die Montagsdemo durch die Protestbewegung vom Fehmarnbelt, die den „Betonkopf des Jahres“  eine Büste des Bundesverkehrsministers Alexander Dobrindts zu uns nach Stuttgart schickte.

http://www.kopfbahnhof-21.de/verkehrsminister-dobrindt-in-stuttgart-eingetroffen/

 

video auf youtube des  Journal Stuttgart – Regio TV zum Betonkopf in Stuttgart :

 

 

 

Brief aus Florenz

 

Liebe Freunde,
Aus Stuttgart wurde ich gefragt, was in Florenz passiert. Ich denke, es könnte für alle interessant sein, zu wissen, was sich in Europa bewegt, also schreibe ich kurz etwas über unseren Kampf.

Tiziano Cardosi

Die Situation des TAV-Projekts ist schwer zu beschreiben. Ich sage immer, dass es jetzt ein psychiatrisches Problem ist.

Vor genau einem Jahr sagte unser Bürgermeister, dass dieses TAV-Projekt ein Fehler sei, zu teuer, nutzlos, gefährlich: damals sah es aus wie ein No TAV! Der Chef der italienischen Eisenbahnen sagte, dass der neue Bahnhof, weit weg vom historischen Zentrum, ein Fehler sei und dass fast alle Züge den gegenwärtigen Bahnhof von Santa Maria Novella erreicht hätten. Aus diesen Gründen wurde das Projekt von 2 Tunneln unter der Stadt aufgegeben.
Nach diesen Erklärungen begannen viele Politiker des Partito Democratico von Florenz – unterstützt von den Baufirmen – zu protestieren und verpflichteten die italienischen staatlichen Eisenbahnen (Ferrovie dello Stato), die Arbeiten fortzuführen, und zwar den Bau von
2 Tunneln und einer riesigen U-Bahnstation für 2000 Reisende pro Tag. Wie bei einem kleinen Landbahnhof! Einige Milliarden Euro für einen leeren Bahnhof!

Wir haben diese surreale Situation verurteilt, so dass sich Politiker und Bauherren entschieden haben, den U-Bahnhof in … einen Busbahnhof zu verwandeln. Sie würden etwa 30 Bussteige in der Nähe des Bahnhofs bauen, wo die Langstrecken- und Touristen-Busse und für lange Strecken aufhören könnten. „Auf diese Weise werden wir etwa 20.000 Reisende pro Tag haben, um diese Infrastruktur zu rechtfertigen!“ So unser Präsident der Toscana! Das Wichtige ist die Infrastruktur: Bürger, Touristen, Reisende müssen ihre Bedürfnisse an die Interessen einiger Baufirmen anpassen!

Wir denken, das, was in Florenz passiert, ist eine deutliche Demonstration, die zeigt, was  unnütze und aufgezwungene Mega-Projekte bedeuten: Strukturen gegen die Bürger, gegen die Logik, gegen die Stadt, gegen die Umwelt, ein riesiger Raub der öffentlichen Gelder.
Inzwischen werden die Menschen müde, viele denken, dieses Projekt wäre gestorben, aber im Herbst soll der Tunnelaushub beginnen.

In Florenz gibt es auch andere Probleme: so den Bau eines neuen Flughafens mit enormen Umweltproblemen. Mit den bestehenden Gesetzen ist es unmöglich, diese Infrastruktur zu verwirklichen, so dass die Zentralregierung nun versucht, die entsprechenden Gesetze zu ändern, um die Durchführung von jedem möglichen dummen Projekt zu liberalisieren.

Wir haben schlechte Zeiten.
Grüße aus Florenz
Tiziano Cardosi