Monatszeitschrift Contraste

Schwerpunkt zerstörerische Großprojekte

Die Monatszeitung Contraste (Zeitung für Selbstorganisation) hat in der Februar-Ausgabe das Thema „zerstörerische Großprojekte“ zu ihrem redaktionellen Schwerpunkt gemacht. Er ist in Zusammenarbeit mit dem „Arbeitskreis Stuttgart21 ist überall“ entstanden. Neben dem Rückblick auf die 400. Montagsdemo und der Erfolgsmeldung des gestoppten Flughafenprojekts in Notre-Dame-des-Landes wird der Widerstand zu folgenden Projekten beleuchtet: 

– die norddeutschen Fehmarnbeltretter, die sich gegen die Untertunnelung der Meerenge wehren

– die elsässischen Waldgeister, die bisher ein Autobahnprojekt verhindert haben

– die baskischen Kämpfer gegen die unsinnige Zerstörung ihres Sandstrands durch ein U-Bahn-Projekt

– der Widerstand gegen die dritte Startbahn in Wien 

 

Kanal Istanbul: Wissenschaftler warnen vor einer Naturkatastrophe größten Ausmasses

Brief vom europäischen Forum der Protestbewegungen,

hier Auszüge:

 

„Turkey’s construction frenzy and the “Crazy Channel Project”

…..Internationally isolated and economically cornered, Turkish President Recep Tayyip Erdoğan’s administration has resorted to a wild rush forward to assert its power, retake the initiative and prepare for the 2019 presidential coronation……

Recently the international press discovered one of these projects, namely the “Crazy Project”, mentioned for the first time in 2011 by Erdoğan before parliamentary elections.

The project has been criticised by scientists and environmental activists as the government appears determined to forge ahead without any consultative process on potential impacts.

Let us recall some of these potential impacts in bullet points, as described by two scientists, Professor Cemal Saydam of Hacettepe University and Professor Ethem Gönenç of Istanbul Technical University

  • The hydrologic balance will be reversed between, on the one hand the cold and fresh waters of the Black Sea and on the other, the warm and salty waters flowing from the Mediterranean Sea across Marmara Sea into the Black Sea;
  • Although the Black Sea is approximately 30 centimetres higher than the Marmara Sea there are two-way streams between the two, through the natural channel, the Bosporus. The one-way tap of the new channel will force the Black Sea to constantly supply fresh water to Marmara Sea without being able to be fed by the reverse streams that exist in the Bosporus supplying the Black Sea with warm and salty waters;
  • That will be the beginning of an irreversible environmental disaster, as the Black Sea will be emptied twice as fast with two taps while the flow rates and capacities of the rivers that feed the Black Sea stay the same. That concerns its principal feeders the Danube, the Dnieper, the Dniester but also rivers of all riparian states;
  • While the Black Sea slowly dries up, the warmth and the salinity of Marmara Sea and the Mediterranean will change. The Marmara Sea will become putrefying water mass irreversibly altered, with devastating consequences for marine and urban life;
  • The part of Thrace that lies between the new channel and the Bosporus will become an island; its underground water sources will be replaced by sea water;
  • Once built, the new channel will be irreversible;
  • Finally the project is going to be constructed in the vicinity of Istanbul, a mega city cornered in a tiny territory between Black and Marmara seas inhabited already by some 15 million people who have no breathing space left. Erdoğan’s dream of magnificence is poised to become a nightmare instead.

In view of so many odds, including the mammoth cost of the project, one may think that the project is unrealisable. Given the economic and political dire straits as well as the omnipotence of Erdoğan, it is highly probable that the rulers will go ahead with the project. Hence the “Crazy Project” has the necessary potential to end up as a Madness Project.

Therefore a European-wide awareness campaign, including Georgia, Russia and Ukraine, on the mortal dangers of the project would help to raise the attention of public opinion and concomitantly that of the decision-makers at all relevant levels. They should call upon the Erdoğan administration to re-consider its domestic as well as trans-boundary responsibilities seriously.

 

Entgegen allen Ankündigungen wurde das Projekt Marmaray (siehe dazu auch unseren Bericht über Infoveranstaltung) noch nicht begonnen.  Das europäische Forum der Protestbewegungen wird das „crazy channel project“ weiter verfolgen und Möglichkeiten des Protests ausloten.

Wir werden berichten.

siehe auch:

https://www.politico.eu/article/istanbul-turkey-grand-canal-plan-recep-tayyip-erdogan/

http://governmentgazette.eu/?p=5877

https://ahvalnews.com/canal-istanbul/turkeys-construction-frenzy-and-crazy-channel-project

http://www.kaynakyayinlari.com/cilgin-proje-kanal-istanbul-p363113.html

größer-länger – höher – Großprojekte in der Türkei

Foto: Ali Carman

 

Infoveranstaltung  Arbeitskreis “ Stuttgart 21 überall“

am 22.Januar 21018

Einführung gekürzt:

Dwight Eisenhower warnte :“Wir (die Regierung) müssen uns vor dem Einfluss des militärisch-industrieellen Komplex schützen…. wir dürfen nie zulassen, dass die Macht dieser Kombination unsere Freiheiten oder unsere demokratischen Prozesse gefährdet.“…..Das ist bis heute so…

Der Arbeitskreis Stuttgart21 ueberall versucht Kontakt aufzubauen und zu unterhaltenn zu Protestbewegungen, die  gegen unnütze, zerstörerische und aufgezwungene GP ankämpfen.

Im internationalen Bereich explodieren geradezu die geplanten und begonnenen Projekte, es steigt aber auch die Zahl der Gruppen, die sich wehren. Und es gibt  Erfolge, das zeigt der Sieg der Bewegung gegen das Flughafenprojekt Notre Dame des Landes

Zur Türkei: In ganz besonderem Maße werden dort unsinnige Großprojekte durchgezogen Und mehr noch:

als wir diese Veranstaltung planten, war die türkische Armee  noch nicht mit deutschen Waffen und deutschem Kriegsgerät nach Syrien einmarschiert und hat ein fremdes Land völkerrechtswidrig überfallen. Bei Krieg und bei GP geht es um Macht, Einfluss, wirtschaftliche und finanzielle Eigeninteressen .

Wir sollten auch im Hinterkopf haben, dass die Türkei ein wichtiges Transitland ist bei den Plänen der neuen Seidenstrasse von China nach Europa und das Erdogan-Regime schon seine Anstrengungen für gewaltige, neue Infrastrukturprojekte angemeldet hat. Damit kommt auf dieses schöne Land, die Umwelt und die Menschen noch viel mehr zu, als das was wir heute Abend vorstellen können.

Unsere Referentin, Aynur K ist Umweltschützerin und kommt aus der Friedensarbeit, hat sich eingehend mit den in Planung und im Bau befindlichen Großprojekte befasst…..

Foto: Ali Carman

 

Vortrag  stark gekürzt :

Erdogan´s Großprojekte

Neuer Flughafen für Istanbul

Projekt dreimal größer als Airport Frankfurt

Umweltschutz spielt keine Rolle

 

Nördlich von Istanbul wird momentan der größte Flughafen der Welt aus dem türkischen     Fotos: Baustelle neuer Flughafen

Boden gestampft. Wenn er wie geplant Ende 2018 fertig ist, sollen dort bis zu 150 Millionen Passagiere pro Jahr abgefertigt werden. Zum Vergleich: Am Frankfurter Flughafen wurden 2015 rund 61 Millionen Fluggäste gezählt. Istanbul soll zu einem internationalen Drehkreuz von Weltrang werden. Verkehrsminister Lütfi Elvan erklärte großspurig: „Wir haben die Welt überholt, in der Luft kennen wir keine Konkurrenten.“ Der Flughafen ist ein heftig umstrittenes Großprojekt der islamisch-konservativen Regierung Erdogans.

In einem Bericht der Umweltverträglichkeitsprüfung (ÇED) heißt es, dass sich derzeit 2,5 Millionen Bäume auf dem Baugelände des dritten Istanbuler Flughafens befinden. Riesige Waldgebiete werden abgeholzt. Bei Protesten sagte Erdogan zu den Demonstranten: „Geht und lebt im Wald!“

 

 

Bosporus Brücke

Attatürk-Brücke in Istanbul

Brückenschlag zwischen Europa und Asien: Erdogan hat eine dritte Bosporus Brücke bauen lassen.

Größer, länger, höher – wenn es um Bauprojekte geht, kann es für den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gar nicht gigantisch genug sein. Die Brücke ist ein Bindeglied im 414 Kilometer langen Autobahnring rund um Istanbul, der unter anderem den neuen Flughafen anbinden und die Stadt entlasten soll. Umweltschützer hatten das Projekt scharf kritisiert: Große Waldgebiete mussten dafür gerodet werden, die Gefährdung wichtiger Trinkwasser-Reservoirs wurde in Kauf genommen. Innerhalb von knapp vier Jahren entstand die dritte Brücke über den Bosporus. Mit 322 Metern Höhe und 1408 Metern Spannweite ist sie eine der längsten Hänge- und Schrägseilbrücken der Welt. Eine achtspurige Fahrbahn und zwei Gleistrassen verbinden den europäischen und den asiatischen Teil von Istanbul. Das gigantische Bauwerk soll den Staat rund drei Milliarden US-Dollar gekostet haben. So entsteht eine ganze Reihe Großprojekten, mit denen sich der Mann vom Bosporus unsterblich machen will. Im Laufe seiner Amtszeit hat Erdogan bereits viele große, aber auch umstrittene Projekte auf den Weg gebracht. Die ganze Welt soll sehen, wozu die Türkei in der Lage ist – dafür wischt er Bedenken von Statikern oder Umweltschützern auch einfach mal Beiseite. „Verrückte Projekte“ nennt er seine Mega-Bauten. Yavuz Sultan Selim soll die Brücke heißen. Mit diesem Namen verärgert und provoziert er die Alewiten, weil YSS im Jahre 1517 die Alewiten massenhaft massakrierte.

Kanal Istanbul

Foto: Bosporus

Erdogan ist in öffentlichen Veranstaltungen schon in Tränen ausgebrochen, zeigt sich zerknirscht und gesteht dann: wir haben Istanbul ruiniert. An seinen Plänen zur weiteren Zerstörung ändert dies nichts.

Erdogan selbst spricht von einem „verrückten Projekt“, wenn es um den „Kanal Istanbul“ geht. Die 145 Meter breite und 25 Meter tiefe künstliche Schiffsroute soll das Schwarze Meer mit dem Marmarameer verbinden und so den Bosporus als parallele Wasserstraße entlasten.

  • Die Kosten für den 40 bis 50 Kilometer langen Kanal werden auf acht bis zehn Milliarden US-Dollar geschätzt. Derzeit laufen noch Machbarkeitsstudien, aber Erdogan hat schon früh seine Absicht verkündet, den Kanal Istanbul bauen zu lassen. Sogar eine Deadline für die Fertigstellung hat er bereits in den Raum gestellt: Demnach sollen spätestens im Jahr 2023, also zum hundertsten Geburtstag der modernen Türkei, die ersten Schiffe durch den Kanal fahren können.
  • Kanal Istanbul, Ein Kanal, der die Stadt im Norden und Nordwesten in zwei Teile zerlegen wird. Zu beiden Seiten des Kanals sind neue Siedlungsflächen geplant. Es wird ein enormer Druck durch die zunehmende Bevölkerungsdichte entstehen. Aber bereits jetzt sind die Planungen für größere Siedlungen spruchreif.
  • Kanal-Istanbul wird der Letzte Nagel in den Sarg der Stadt sein, er wird sozusagen der Stadt den Todesstoß geben.
  • Wir stehen einer Regierung gegenüber, die die letzten freien Flächen links und rechts überbaut. Istanbul wird mit Beton erwürgt und somit ins Verderben geleitet. Nur um mehr Macht und Finanzerlöse zu erzielen. Die Feuchtgebiete wurden mit Sand und Ähnlichem abgedeckt und das Air-Flow- Yesil Istanbul-KanalProjekt zerstört die grüne Landschaft der Stadt immer mehr. Verheerende Folgen für Mensch, Tier, Natur und für das kulturelle Zusammenleben. So wird man die Silhouette und die Schönheit dieser einst wunderschönen Stadt mit den sieben Hügeln nur noch als Erinnerung auf Fotos und Postkarten erblicken.

Erster Tunnel zwischen zwei Kontinenten (Marmaray )

 

Der Bahntunnel verläuft derzeit als 13,6 Kilometer lange Röhre unter Bosporus, Schwarzem Meer und Marmarameer. Die S-Bahnen können stündlich bis zu 75.000 Menschen transportieren und sollen dabei helfen, einen Verkehrsinfarkt in Istanbul abzuwenden. Sie ist 77 Kilometer lang, davon verlaufen 14 Kilometer unterirdisch. Technisch war bzw. ist der Bau enorm aufwendig – was sich in Baukosten von mehr als 2,5 Milliarden Euro niederschlägt.


Die gigantischen Bauprojekte stoßen auch auf Kritik. Es gibt Ängste, dass der Tunnel nicht gegen die zahlreichen Erdbeben in der Region gewappnet sei, schließlich befindet sich in nur 20 Kilometern Entfernung die berüchtigte Nordanatolische Verwerfungszone. Doch der Verkehrsminister behauptet, der Tunnel sei „der sicherste Ort in Istanbul“ und würde auch Beben der Stärke 9,0 aushalten. Doch weder Bedenken von Umweltaktivisten und Städteplanern, noch von Bürgerbewegungen und Oppositionellen konnten Erdogans Träume stoppen.

Gezi Park


Nur in einem Fall gelang es den Bewohnern bislang, ein Großprojekt zu verhindern. Den Istanbuler Gezi-Park wollte die Regierung mit einem Einkaufszentrum bebauen lassen. Daran entzündeten sich landesweite Proteste.
Der inzwischen weltberühmte Park am Taksim-Platz ist bis heute eine Grünfläche. Die Pläne, diese kleine Grünfläche zuzubauen, haben Sie jedoch bis heute nicht aufgegeben.

 

Goldabbau-Projekte

Die Bevölkerung der westanatolischen Stadt Bergama und zahlreiche Dörfer der Umgebung kämpfen seit 1989 für die Stillegung des multinationalen Konzerns Eurogold-Gesellschaft, die unter Einsatz von Zyanid Goldabbau betreibt. Aufgrund ihres fest entschlossenen Kampfes gegen die imperialistische Macht, ist der Widerstand des Volkes um Bergama sowohl national als auch international bekannt geworden.
Die Durchsetzung der Pläne von Eurogold bedeuten die Verseuchung der ganzen landwirtschaftlich genutzten Region durch den Zyanideinsatz (Blausäureverbindung) bei der Goldgewinnung. Nach Schätzungen sollen im Jahr etwa 240 Tonnen Cyanid für die Goldgewinnung verwendet werden. Mit der Zyanidlösung wird Gold von anderen Mineralien getrennt. Der Konzern hofft damit, jährlich an die 2800 kg Gold abzubauen. 

Fotos: Landschaft bei Artvin

 

Die Bevölkerung von Bargama fürchtet zu Recht, Zyanid könnte ihre Umwelt vergiften. Da sich die Goldmine in einer Erdbebenzone befindet, kann die Versiegelung des Beckens brechen und das Zyanid sich mit dem Grundwasser vermischen.

  • Die Bevölkerung von Bergama will in einer sauberen, nicht vergifteten Umwelt leben und leistet deshalb einen beispielhaften Widerstand gegen den Verkauf ihres Bodens und Verseuchung ihrer Umwelt, in dem sie sich organisiert und kämpft.
    Nachdem das Volk gesehen hat, daß alle Gerichtsurteile zu seinen Gunsten einfach ignoriert werden, hat es seinen Widerstand gegen das von multinationalen Konzernen abhängigen türkischen Regime erhöht. Die Bevölkerung hat sich organisiert und führt verschiedene Aktionen durch. Sie versucht nicht nur durch Presseerklärungen und verschiedene Veranstaltungen ihre Stimme an die Öffentlichkeit zu bringen, sondern führt auch aktiven Widerstand gegen die Umweltzerstörung in ihrer Region durch.
    Umweltaktivisten in acht Dörfern in der Region organisierten ein Referandum, in dem 89 Prozent der Wahlberechtigten gegen die Goldmine stimmten.
  • Im April d.J. hatte die Bevölkerung zu Tausenden das Eurogoldgrundstück besetzt. Anfang Mai 1997 fuhren etwa 2.000 Menschen aus der Gegend von Bergama nach Ankara, um ihren Protest vor dem türkischen Parlament fortzusetzen. Nach einem Demonstrationszug durch die Hauptstadt, wurden 50.000 gesammelte Unterschriften an den Parlamentspräsidenten übergebracht.
    Am 26. April führten rund 200 Menschen aus Bergama auf der Bosporus-Brücke in Istanbul ihre Aktion fort, in dem sie sich mit Schnüren an die Brücke fesselten und Plakate mit den Aufschriften „Jetzt reicht’s!“, „Wir sind im Recht und werden siegen!“, „Nein zum Zyanid-Gold bis zum Tod!“ u.ä. bei sich führten.
    .Auf diesem Plakat steht “ Tote können keinen Schmuck tragen

Wasserkraftwerke für die Macht 240 Wasserkraftwerke, komplett mit Damm und Stauseen, gibt es derzeit in der Türkei; um die 600 sollen derzeit in Planung sein, und 1600 solcher Kraftwerke will die Regierung bis 2040 im Land in Betrieb haben – acht Prozent des immer steigenden Energiebedarfs in der Türkei sollen dann durch Wasserkraft gedeckt werden.

Atatürk Staudamm (Wasserkraftwerk)
Die Türkei hat wesentlich mehr Wasser zur Verfügung, als sie benötigt; die Anrainerstaaten hingegen leiden unter Wassermangel und sind auf das Flusswasser angewiesen. Durch die Staudämme besitzt die Türkei eine enorme Kontrolle des Flusswassers, da sie die Abflussmenge begrenzen kann. Die Abflussmenge ist vertraglich geregelt, doch die Anrainerstaaten sind nicht befriedigt mit der zugestandenen Wassermenge.
Bisher scheiterten alle neuen Verhandlungen, da die Türkei auf ihr Quellwasserrecht besteht. Zusätzlich ist das Wasser, das in Syrien und dem Irak ankommt, durch Pestizide aus der Landwirtschaft verseucht.


Erdogans Zitat aus der Rede bei der Einweihung des Atatürk-Staudammes:
„So wie die anderen Staaten das Öl und andere Bodenschätze verwerten, so hat die Türkei das Recht, das Wasser wie einen Bodenschatz zu betrachten und als solchen zum eigenen Vorteil zu verwerten.”

Der Stärkere setzt sich durch                 

Fotos: Hasankeyf bedrohte antike Stadt

 

 

 

Das Schwarmeer-Gebiet – Kardeniz

Die seither unberührten himmlischen Landschaften in Karadeniz, sollen für eine geplante Straßenschneise begradigt, und zum größten Teil sollen die Flüsse und Bäche umgeleitet und begradigt werden. Die Bevölkerung wehrt sich und es kommt zu einem Widerstand, der die ganze Türkei erfasst. (Siehe Gezi oben, war auch ein Grund für die Ausbrüche)


Der Goldabbau in Artvin
hätte die grünen Wälder und die Felder der Bauern der gesamten Gegend mit Quecksilber verseucht. Das Volk wehrte sich Monate lang, so wie wir es auch in Stuttgart kennen. Bis der Goldabbau gestoppt wurde.

 

In der Ost Türkei


Die Verseuchung und Ausrottung der Gebiete in der Osttürkei mit Krieg raubt Natur, Tier und Mensch den Lebensraum.

 

Die Zerstörung der Stadt Sur durch die Politik der Macht: Die Altstadt von Sur mit seinen engen Gassen, den vielen historischen Gebäuden, Kirchen, Moscheen, Gräbern, Badehäusern und Brunnen und dem bunten multikulturellen Treiben war eine touristische Attraktion und fehlte in keinem Reiseführer.

 

   

Altstadtturm im ehemaligen Stadtteil Sur

Die Festung von Diyarbakir und die Kulturlandschaft „ Hevsel-Gärten“ standen auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Diese wurden mit schweren Maschinen bereits dem Boden gleichgemacht. Man kann sich ja mit Kultur und Landschaften keinen großen Namen oder Profite machen.

 

 

 

Alarm in Kolbsheim

 

Heute 14.Februar rückten Fahrzeuge des Baukionzerns Vinci im Wald von Kolbsheim an.

Die Bürgerinitiative rief zur Unterstützung der Waldbesetzer auf, sowie zu einem Protesttreffen vor der Präfektur in Straßburg.

„Wir müssen Vinci und den Staat daran erinnern, dass wir uns wehren, die elsässische Ebene in eine LKW-Spur verwandeln zu lassen“, schreibt die Bewegung.

Vinci will wohl Fakten schaffen, auch wenn ein Umweltverträglichkeits-Gutachten noch nicht abgeschlossen ist.

 

Brief nach Straßburg

Chers amis de GCO NO

nous vous envoyons des salutations solidaires pour votre résistance à Vinci.
Hier, nous avons dû faire l’expérience à Stuttgart qu’un autre parc a été  dégagé pour le projet criminel

Stuttgart 21.
Mais nous résistons, tout comme vous

on lache rien  –  wir werden oben bleiben

 

 

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Video-Botschaft zum Fest nach Notre Dame des Landes

Stuttgart – Von der 403. Montagsdemonstratioin Grüße an alle Aktivisten der ZAD

 

 

 

 

Dank aus Notre Dame des Landes erreicht uns heute 10.Februar:

Bonjour et grand merci à vous !

Que vous ayez fait cette vidéo pour la fête nous touche beaucoup.
Je vais essayer de la projeter demain.

En vous souhaitant bon courage, beaucoup de force, et des réussites dans vos luttes, et aussi de douceur dans la vie

 

Befürchtungen in Straßburg

Nach dem Fall von Notre Dame des Landes gibt es die größten Befürchtungen im Elsaß, dass das Autobahnprojekt  vorangetrieben wird. Bauherr und Betreiber ist der französische, international tätige Baukonzern Vinci. Vinci verspricht sich 1 Mrd Euro Profite jährlich aus den Mautgebühren. Vinci sollte auch den Flughafen in Notre Dame des Landes bauen.
Hier ein Brief unserer Freunde aus Straßburg:

Schloss Kolbsheim

Sehr geehrte Umweltverteidiger,
am 24.01.18 hat sich der CNPN (Naturschutzrat) zum dritten Mal negativ über das Projekt GCO geäußert.  Trotzdem hat
der Staat am 23.01 die Erklärung über den öffentlichen Nutzen verlängert und mitgeteilt, er würde eine einmalige (?) Genehmigung für dieses Projekt absegnen, obwohl diese noch nicht lokal vorgestellt wurde und eine öffentliche Erörterung noch nicht stattgefunden hat.
Dieses Projekt wird von den wirtschaftlichen Lobbyisten aus Strasbourg unterstützt, mithilfe von lügnerischen Behauptungen.
Das Projekt solle die aktuelle Autobahn in Strasbourg entlasten, das stimmt jedoch überhaupt nicht. Laut öffentlichen Ermittlungen (2007) ist „die Entlastung der A35 weder das Problem, noch das Ziel von GCO“. Trotzdem wird dieses Argument täglich von Staatsrepräsentanten und Projektverantwortlichen  vorgebracht.
Ausserdem ist die Rede von einer angeblichen Reduzierung der Umweltbelastungen für die Bewohner, die in der Nähe der A35 wohnen. Studien von ATMO Grand-Est und Beobachtungen von dem Ärtzekollektiven aus Strasbourg zeigen jedoch, dass die GCO nichts an der Umweltverschmutzung und somit an der Luftqualität und öffentlichen Gesundheit ändern wird.
So stellt sich also die Frage, was das GCO wirklich erreichen will?
Das  Ziel dieses Projektes ist die Gründung einer Autobahn mit vielen LKWS die zwischen Nord- und Südeuropa (ohne Umweltsteuern?) fahren sollen und dies auf die ganze Region verteilt (also 191km).
Was sind die Konsequenzen für die Alsace?
350 Hektar landwirtschaftliche Böden werden verschwinden, viele geschützten Arten wie der große Hamster, der courlis cendre (Vogel), der bruant Jaune (Vogel), der busard (Vogel), criquet deurope (Heuschrecke) und Biber etc werden aussterben.   Verschlechterung des lokalen Kulturerbes, denn wenn die Autobahn gebaut wäre, würde sie direkt neben den wunderschönen Gärten des Kolbsheimschlosses sein (300 Meter entfernt).
Dieses Projekt ist keine Antwort zu unseren alltäglichen Mobilitätsbedürfnissen.
Es gäbe andere Alternativen, die die aktuelle Autobahn entlasten würden, diese müssen sofort in der Öffentlichkeit diskutiert werden.
                  Protest auf  dem gefährdeten                               Gebiet bei Kolbsheim
Der Staat verleugnet seine Verpflichtungen für die Umwelt und ignoriert die Instanzen und die Verfahrensabläufe.     Wie kann man dies in einem demokratischen Staat akzeptieren?