Aufruf zur Demonstration zu den Themen „Klimawandel, – Gegen unnütze Megaprojekte“ in Rom am 23. März 2019

Brief aus dem Susatal vom 27. Januar 2019 (Übersetzung AK S 21 ueberall)

Gestern Nachmittag fand an der Universität Rom – La Sapienza- eine stark besuchte nationale Versammlung statt: Ausschüsse, Verbände, Bewegungen und Einzelpersonen, die seit Jahren gegen unnütze Großprojekte  sowie für den Beginn einer neuen Mobilisierung gegen den Klimawandel und für den Schutz des Planeten kämpfen, werden auf den Straßen der Hauptstadt demonstrieren.

Versammlungen zur Gründung einer Union aus Protestbewegungen gegen Großprojekte und Umweltbewegung begannen am 17. Novembern2018 in Venedig.

Seit gestern diskutieren Hunderte Menschen aus ganz Italien inspiriert und mit neuen  Ideen den Zusammenhang zwischen dem Kampf gegen Megaprojekte und einem Entwicklungsmodell, das den gesamten Planeten zunehmend zur ökologischen Katastrophe treibt, deutlicher machen wollen.

Wir kehren mit neuem Mut nach Vale Susa zurück, um uns wieder auf den Weg zu machen.

 

Italienischer Aufruf zu einer neuen nationalen Versammlung der Komitees und Bewegungen gegen aufgezwungene unnütze Großprojekte und für Umweltgerechtigkeit

Italienischer Aufruf zu einer neuen nationalen Versammlung der Komitees und Bewegungen gegen aufgezwungene unnütze Großprojekte und für Umweltgerechtigkeit

Für alle zur Info. Der Text in Anführungszeichen ist eine nach unseren Möglichkeiten korrigierte deepl-Übersetzung. Wir erhielten ihn am 13. Januar vom Netzwerk der europäischen Foren unter dem Titel: Appello per una nuova assemblea nazionale dei comitati e dei movimenti contro le grandi opere inutili e imposte, per la giustizia ambientale.

Nach den Versammlungen in Venedig und im Susatal und an anderen Orten gab es viele Treffen. Am 8. Dezember gingen die Menschen in Turin, Padua, Melendugno, Niscemi, Florenz, Sulmona, Venosa, Trebisacce und anderswo gegen die GPII auf die Straße.  Am 23. März soll ein großes Ereignis in Rom stattfinden. Zur Mobilisierung gibt es ein Treffen am 26. Januar in der Universität La Sapienzia für alle Initiativen, Vereine und Einzelpersonen, die mitmachen wollen.

Außer in der Kostenfrage von Valsusa, wo man noch zögert, hat die neue italienische Regierung bei den unnützen Großprojekten den Rückwärtsgang eingelegt: beim TGV Terzo Valico vom Susatal/Piemont zum Ligurischen Meer, den TAP (transadriatischen Pipelines), bei den großen Kreuzfahrtschiffen und dem Sturmflutsperrwerk MOSE von Venedig, bei der Freigabe des Stahlwerkverkaufs ILVA von Tarent auf dem internationalen Markt, bei den Genehmigungen zur Suche nach Kohlenwasserstoffen im Ionischen Meer, in der Adria, in Sizilien, und gegenüber der Gefahr der Gewährung zahlreicher Onshore-Konzessionen, bei MUOS (Mobile User Objective System – das Satelliten-Kommunikationssystem der US Navy) in Sizilien.

Jetzt müssen Konzepte entwickelt werden, was das Land wirklich braucht.  Der jüngste IPCC-Bericht zeigt, dass die Emissionen sofort reduziert werden müssen, sonst wird schon bis 2040 die Sicherheitsschwelle von 1,5°C überschritten.

Es geht um die Klimakrise, die mit dem aktuellen Entwicklungsmodell verbunden ist. Die COP 24 fand vor wenigen Monaten in Kattowitz, Polen statt; die COPs scheitern an der Umsetzung durch die Regierungen. Nur eine große Bewegung kann den Kurs dieser sich von Jahr zu Jahr verschärfenden Klimakatastrophe ändern.

Es kann und muss viel getan werden!
Nur durch den sofortigen Verzicht auf Kohle, Verbrennungsanlagen,…; nur durch die drastische Reduzierung des Einsatzes fossiler Brennstoffe und von Gas (das auch klimaschädlich ist), nur wenn wir konsequent und entschlossen auf die Alternative eines von unten selbst verwalteten Energiemodells setzen und es praktizieren – im Gegensatz zu dem zentralisierten Modell und dem marktwirtschaftlichen Modell – indem wir nutzlose und schädliche Infrastrukturprojekte aufgeben und diejenigen Interventionen finanzieren, aus denen wir unmittelbare Vorteile ziehen können (wie Vorrichtungen für die hydrogeologische und seismische Sicherheit in den Regionen, Energieumwandlung, Umweltausbildung und Forschung), können wir endlich vorrangig den Kampf gegen klimaschädliche Auswirkungen aufnehmen und aufhören, Gesundheit und Arbeit gegeneinander auszuspielen, wie in Taranto geschehen.

Es ist dringend geboten, einen Kurswechsel gegen das derzeitige Energie- und Produktionsparadigma  durchzusetzen, für das Recht auf Klima und Klimagerechtigkeit, die Förderung der Zusammenarbeit und der wissenschaftlichen Entwicklung im Dienste und zur Bewertung des Nutzens.

Dringend zu gewährleisten sind das Recht auf Wasser als öffentliches Gut, eine neue nationale Energiestrategie ohne Rücksichtnahme auf die Lobbies, die Erarbeitung einer Lösung für den Atommüll, die Reduzierung der Militärausgaben und die nukleare Abrüstung.

Die Bezahlung dieser entscheidenden ökologischen Wende muss unserer Meinung nach von den Kapitalgebern übernommen werden, d.h., von den großen Finanzkonzernen, den Eliten, die die Krise in den letzten Jahren zur Bereicherung genutzt haben, indem sie den Menschen und den Regionen nur ein Sparprogramm vorsetzen und das Interesse der Massen auf einen Krieg unter den Armen lenken und sie mit Hilfe von Falschinformationen gegeneinander aufbringen.

Zusammen mit dem NEIN wird unsere Aktion in der Lage sein, zu vermitteln, dass das kapitalistische Modell  Koexistenz und Ökosystem nur zerstört, und dass deshalb dringend ein gesellschaftlicher Wandel  ansteht.

Wir sind uns bewusst, dass bisher keine Regierung, schon gar nicht die amtierende, gezeigt hat, dass sie die Voraussetzungen dafür hat, das zu erreichen, was wir wollen und benötigen, um auf Dauer das Überleben auf der Erde zu ermöglichen.

Angesichts der realen Notsituation schüren die Machthaber kräftig das Feuer von Rassismus, Sexismus und Autoritarismus und nähren durch kontinuierliche Medien-Manipulation neue Formen von Entsolidarisierung und  Obskurantismus.

Wir werden darüber diskutieren, wie wir eine Bewegung aufbauen und einen von vielen gewünschten ‚offenen‘ öffentlichen Raum schaffen, um die Gesellschaft zu verändern, … um gemeinsam über unsere Zukunft zu entscheiden, um einen Weg der Umweltgerechtigkeit einzuschlagen, der keinen Aufschub duldet.

Die Demonstration in Rom am 23. März 2019 wird ein sehr wichtiger Schritt in diese Richtung sein. Lasst ihn uns zusammen vorbereiten!

Neues aus Venedig

Übersandt vom Forum der europäischen Protestbewegungen gegen unnütze, aufgezwungene Großprojekte:

ein neues, interessantes Video von Massimo Marco Rossi von der D.N.A. Rinascimenti Group.

Über die Umweltverwüstung durch das Megaprojekt MOSE, Große Schiffe, Pedemontana veneta, etc. etc…..

siehe auch: https://youtu.be/_H9XggEzMos

„NATÜRLICHE SYSTEME, DIE MIT GEWALT VERLETZT WURDEN; HABEN REBELLIERT“.

Wir ketten uns an die Ostsee

 

Protestaktion gegen die angekündigte Genehmigung des Megaprojekts auf deutscher Seite:

siehe unter

https://www.change.org/p/hilf-mit-und-rette-unsere-ostsee/u/23804217?cs_tk=Acod-BL2vOXhA8_LKFwAHuWCc8VARRYIDr6_aEIzFw%3D%3D&utm_campaign=3d54e60c283a4a78b436db6407bb5c02&utm_medium=email&utm_source=petition_update&utm_term=cs

Die Baugenehmigung für den Fehmarnbelt-Tunnel, so wurde die letzten Tage vor der Jahreswende in den Leitmedien berichtet, sei vom zuständigen Verkehrsministerium erteilt wurden.

Diese Meldung ist falsch!

Richtig ist, dass die Genehmigung noch nicht vorliegt.