Festival Alta Felicita

 

 

 

 

Vom 26. bis 29. Juli fand in Venaus das große

Festival der NO TAV – Bewegung im Susatal statt unter dem Motto:

„ALTA FELICITA“

Alta Felicita ist eine Verballhornung des Begriffes Alta Velocita ( Hochgeschwindigkeit)

und hat die Botschaft: nicht schnell, sondern glücklich zu leben.

Zehntausende Menschen aller Altersgruppen und aus ganz Italien hatten sich im Tal eingefunden.

Angeboten wurden Exkursionen in die Natur, auf die alten Partisanenpfade, Diskussionen zur Verkehrspolitik, zur Aufnahme fliehender Menschen, zur Arbeitswelt und Umwelt.

Ein mannigfaches Kulturprogramm auf zwei Bühnen mit über 50 Künstlern bzw Musikgruppen sowie

am Donnerstagabend die Aufführung der Oper Madame Butterfly durch ein Ensemble.

Der Höhepunkt jedoch war am Samstag die Wanderung zur TAV-Baustelle mit ca 10 000 Teilnehmern, in deren Verlauf der massive Bauzaun – trotz Absicherung

durch Polizei und Militär geöffnet wurde und tausende Demonstranten in die Baustelle eingedrungen sind.

Orginalton der No TAV-Bewegung:

“ wir haben es gesagt. Wir haben es geschafft. Ein Zaun hält uns nicht auf. Hier sind wir, in der Baustelle.“

 

 

 

 

 

 

 

Interview mit Prof. Angelo Tartaglia, Technischer Berater der Unione Montana (Regionale Vereinigung der Bergkommunen) und der Stadt Turin:

Das Interview wurde uns übersandt vom internationalen Forum der Protestbewegungen

Vielen Dank an Loretta Petti für die übersetzung aus dem Italienischen

Sehr zusammengefasst: Die TAV Torino-Lione ist nicht rentabel auch wegen des niedrigen Zugverkehrs. Es wurde eine Steigerung des Schienenverkehrsaufkommens vorausgesagt, das den Bau der TAV rechtfertige. In Wirklichkeit nimmt aber der Verkehr ab. So sind die Gründe für den Bau der TAV rein ideologisch: Wer sie nicht will, sei gegen den Fortschritt.

Gegen die Behauptung von Chiamparino (PD, ehem. OB von Turin und jetziger Präsident der Region Piemont), die TAV Torino-Lione ziehe mehr Verkehr an und führe zu einer Steigerung des Verkehrsaufkommens steht die Tatsache, dass der ganze Verkehr mit Frankreich sowohl auf Schienen als auch auf Straße abnimmt, während der Verkehr mit der Schweiz und Österreich zunimmt. Diese Tendenz, die auch für die Zukunft so bleiben wird, hat strukturelle Gründe: Import-Export von Waren erfolgt immer mehr auf der Nord-Süd-Achse, weil sie u.a. mit den Häfen von Triest, La Spezia und Marseille verbunden ist. Der Warentransport entlang der Ost-West-Linie in Richtung Frankreich, Spanien, Portugal und Großbritannien nimmt ständig ab, weil dadurch Märkte verbunden werden, die ähnlich und gesättigt sind.

Neue Gutachten über Kosten und Nutzen hätten nur das Ziel, Zeit zu verschwenden. In Wirklichkeit will man vollendete Tatsachen schaffen, wie das Wettrennen, um neue Baustellen zu eröffnen, beweist. Man gibt zu, dass die Prognosen unzuverlässig waren und dann sagt man, dass es zu spät für eine Umkehr sei, dass man nur weiter gehen könne. Das Ziel der Gegner ist also nicht Zeit zu verschwenden, sondern das Projekt zu stoppen.
Und ja, das ist möglich. Bis jetzt wurden ca. 1,6 Milliarden ausgegeben, mit der Perspektive noch viel mehr ausgeben zu müssen. Das sind öffentliche Gelder. Wenn wir schon diese Gelder aus dem Fenster geworfen haben (und dafür würde ich gerne die zur Rechenschaft ziehen, die es getan haben), wozu sollten wir noch mehr Geld weg werfen?

 

Frage: Man schlägt vor, die Vereinbarungen mit Frankreich zu revidieren. Chiamparino behauptet, das sei unmöglich für die internationale Strecke, während für die nationale mehr Revisionsmöglichkeiten bestehen würden…
Antwort: Frankreich hat die Pläne eigenhändig schon verändert… Aus diesen Änderungen ergibt sich, dass Italien zu 57,9 % der Kosten tragen müsste eines Projektes, das zu 80% in Frankreich liegt. Es gibt genügend Gründe für eine Neuaushandlung der Vereinbarungen…

Bezüglich der Finanzierung: nach den Vereinbarungen vom 2012 wird festgelegt, dass Bedingung für den Baubeginn die Verfügbarkeit der  Finanzierung vom gesamten Projektes ist und dass für einzelne Teile Gelder frei gegeben werden dürfen, nur indem es sich um funktionale Abschnitte und nicht um einzelne Baustrecken handelt….

Der 2. Teil des Interviews kommt demnächst..

Grußwort an NO TAV und Grüße aus dem Susatal

 

an die Freunde aus Stuttgart

Vielen Dank, wir werden euer Grußwort weiterleiten.

Unser Projekt steckt in eine „kritischen Phase“: die französische Regierung hat das Projekt ihrerseits seit einem Jahr auf Eis gelegt. Wir warten darauf, dass unsere neue „Regierung der Veränderung“  das Projekt, wie versprochen, stoppt. Bis jetzt hat sie es noch  nicht mal geschafft, die entscheidenden und von den vorgehenden Regierungen belegten Posten neu zu besetzen!

Heute tönt „La Stampa“, : „Conte gibt den 5Stelle nach: die TAV wird nicht gebaut“. Wenns dann mal stimmt!

Es wird immer klarer, wieviel Interesse seitens der Lobbies dahintersteckt.

Liebe Grüsse aus Turin und dem Susatal

 

Liebe Freunde von NO TAV,

aus Stuttgart schicken wir euch herzliche Grüße zum Festival Alte Felicita und wünschen euch ein Freudenfest und viel Erfolg. Ihr seid auf dem Weg Neues zu schaffen, dies nicht nur zu fordern, sondern auch zu leben.

Wenn stimmt, was wir aus den Mitteilungen des internationalen Forums verstanden haben,

seid ihr auch noch einen großen Schritt weiter im Widerstand gegen die Zerstörung des Susatals und gegen das unnütze und aufgezwungene Großprojekt Lyon-Turin.

Wir hoffen, dass wir weiterhin gemeinsam aktiv sein werden, so wie auch unsere Freunde aus Notre-Dame-des-Landes gegen die aufgezwungenen unnützen Großprojekte mit uns weiter aktiv bleiben wollen.

Solidarische Grüße aus Stuttgart,

wo das Großprojekt gegen den unermüdlichen Einsatz unseres Widerstands und entgegen aller bürger- natur- und umweltfreundlichen Vernunft stur weiter gebaut wird.

Wir sind bei euch

Arbeitskreis   Stuttgart 21 überall

 

 

Weiterer Meilenstein für die NO TAV – Auch Italien meldet sich zu Schnellbahnstrecke Lyon-Turin

Das Presidio des internationalen Forums der Protestbewegungen gegen unnütze, aufgezwungene Großprojekte informierte uns über ein Interview des italienischen Ministers für Infrastruktur und Transport Danilo Tonielli ( 5 Sterne), in Radio 1 ( 23.Juli ) zu Verkehrsprojekten und besonders zur Schnellbahn-Trasse Lyon Turin.

Hier Auszüge (Übersetzung Arbeitskreis):

Wenn Sie es noch nicht wissen, sage ich Ihnen, dass der internationale Teil von Turin-Lyon theoretisch insgesamt 9,6 Milliarden kosten sollte, aufgeteilt auf die Europäische Union auf 40%, Italien auf 35% und Frankreich auf 25%. Etwas, um ehrlich zu sein, wurde versucht zu sparen, aber schon 2007 gab es wichtige Ökonomen und Forschungszentren, die eine Endkosten von zwischen 17 und 20 Milliarden Euro enthielten. Dann bestätigte der französische Rechnungshof, dass im August 2012 die kolossale Zahl von 26,1 Milliarden angegeben wurde, unter Berufung auf die jüngsten Schätzungen der alpenquerenden Treasury. Eine Ungeheuerlichkeit!……………….

Aus diesem Grund haben wir eine ernsthafte Projektprüfung für diese Infrastrukturen gestartet. Weil wir auf eine konsequente Kosten-Nutzen-Analyse nicht mehr verzichten können. Und wie wir schon immer gesagt haben, werden wir am Turin-Lyon die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen haben, die uns sagen, ob es Sinn macht oder nicht, eine schlecht geborene Arbeit fortzuführen. Dies ist auch im Hinblick auf die gebührende Bewertung des „Mittelmeerkorridors“, der langen Strecke zwischen Spanien und der Grenze zwischen Ungarn und der Ukraine, von der Turin-Lyon nur ein Segment ist, wichtig.

Die Rückkehr zum Regierungsvertrag bedeutet, die Infrastruktur in Anwendung des Abkommens mit Frankreich vollständig zu erneuern. Ohne ideologische Ausschlüsse, aber ohne die Erpressung, die in unserem Kopf ..  die aus den skandalösen vorherigen Entscheidungen entspringt.  Deshalb sollte niemand mehr wagen, etwas für den Fortschritt der Arbeit ( Fortführung der Projekte) zu unterschreiben. Wir würden es als eine feindliche Handlung betrachten.

 

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Französische Ministerin für Verkehr Elisabeth Borne : « On fait une pause sur le Lyon – Turin »

https://reporterre.net/La-ministre-des-transports-Elisabeth-Borne-On-fait-une-pause-sur-le-Lyon-Turin

Am 19. Juli interviewte die täglich erscheinende Zeitschrift Reporterre die französische Ministerin für Verkehr Elisabeth Borne

zur geplanten Schnellbahn-Trasse Lyon – Turin,.

Die Ministerin sagte am Rande einer Pressekonferenz, bei der der französische Umweltminitsre Nicolas Hulot den Klimaplan der Regierung vorstellte, sinngemäß:

Das Eisenbahnprojekt Lyon – Turin tritt „in die Pause“ ein: Diese Pause ist Teil der Überprüfung der beschlossenen Eisenbahninfrastrukturprojekte. Nach Aussage der Ministerin hat der französische Präsident eine Überprüfung auf Mobilitätserfordernisse, Ausgaben und Ressourcen angekündigt.
Der Präsident wolle eine Überprüfung der jahrelangen “ Versprechen“ zu neuen Bahninfrastrukturprojekte in Bezug auf Finanzierbarkeit.
Nur solche Projekte sollten weiter verfolgt werden, die finanzierbar sind.

Auf die gezielte Frage des Interviers:
Ich bin ein bisschen albern, aber es ist eine Pause am Lyon Turin ?
Ministerin:
Es ist eine Pause

Die Ankündigungen der französischen Regierung zur Pause bei der Schnellbahntrasse Lyon-Turin

bedeuten einen Meilenstein im zwei Jahrzehnte langen Kampf der NO TAV Bewegung Susatal.

Von Stuttgart herzliche Grüße an unsere Freunde von NO TAV Bewegung

Wir berichten weiter

 





 

 

Aus Notre-Dame-des-Landes: Weiter gegen schädliche Großprojekte

Aus Notre-Dame-des-Landes: Weiter gegen schädliche Großprojekte

Guten Tag liebe Freundinnen und Freunde,

Genauer gesagt war die ACIPA nicht offiziell Mitglied der Forenliste GPII (GPII = aufgezwungene unnütze Großprojekte), sondern einige ihrer Mitglieder haben in der Gruppe GPII der „Koordinierung Notre Dame des Landes“ mitgearbeitet, in der etwa 60 Organisationen, darunter die ACIPA vertreten waren. Die ACIPA hat auf ihrer Generalversammlung am 30. Juni ihre Auflösung beschlossen und kann seitdem nicht mehr „politisch“ kommunizieren. Aber die Koordinierung NDDL denkt noch darüber nach, was aus ihr werden soll.

Über diese Situation hinaus wollten wir, d.h. diejenigen, die im Sinne des Kampfes von Notre Dame des Landes weitermachen wollen, Euch bald unsere Entscheidung  mitteilen. Wir schulden Euch Nachricht seit unseren letzten Berichten vom 8. Und 10. April….

Dafür danken wir Euch, denn das zeigt Euer Interesse am Fortbestehen unserer Bewegung die aus dem Widerstand gegen das Flughafenprojekt hervorgegangen ist. Seid versichert, unsere Bewegung NDDL wird noch zu dieser großen BEWEGUNG GEGEN GPII gehören, die noch größer werden muss. Wir bekräftigen erneut unseren Willen, diese Aktion mit Euch fortzuführen.

Im September wird eine neue Vereinigung ins Leben gerufen, und wir werden Euch auf dem Laufenden halten.

In Freundschaft und Solidarität, Christian i.A. für unsere Gruppe