Die ZAD wird leben – Artikel von Reporterre

Übersetzung : AK « Stuttgart 21 ist überall »

Die ZAD wird leben  

  1. Februar 2018   

Nachdem das Flughafenprojekt von Notre-Dame-des-Landes aufgegeben wurde, steht die ZAD vor der Herausforderung die lebendige Bewegung aufrecht zu erhalten.

Die AutorInnen dieser Plattform erklären, welche Spannungen aus der Wiederöffnung der „route des chicanes“ (der Straßen, die das Gelände kreuzen) entstehen, und beschreiben eine kollektive Verwaltung der „größtmöglichen Fläche“ des Geländes mit dem Ziel der Legalisierung.

 

Vom versammelten Rat zur Erhaltung der Besetzungen (CMDO)  mit BewohnerInnen folgender Orte: die Mühle von Rohanne, die Rolandière, die 100 Namen, la Hulotte (der Waldkauz), Saint-Jean du Tertre, les Fosses noires (die Schwarzen Gräben), la Baraka (Glück) et Nantes.

« In Notre-Dame-des-Landes wird es keinen Flughafen geben », haben wir oft gesagt; wir hatten uns in den Kopf gesetzt die Zukunft zu weissagen. Am 17. Januar wurde diese Aussage in Großbuchstaben im ganzen Land verbreitet. Jetzt ist das ein ganz einfacher Satz, aber er kennzeichnet eine historische Tatsache von einer Tragweite, die es in den letzten 40 Jahren so nicht gab, den ersten großen politischen Sieg einer ganzen Generation.

Man muss schon auf den Kampf der Bauern des Larzac zurückblicken, um etwas Vergleichbares zu finden, so selten geschieht das heutzutage. Im Übrigen ist das ein schlechter Vergleich, denn hier haben wir über eine ganze Serie von feindlich gesinnten Regierungen gesiegt, und kein Kandidat hatte in sein Programm geschrieben das Projekts fallen zu lassen. Wir waren nicht gerade pazifistisch, was die Chronisten sogleich unterstreichen und das sinnbildliche Statut der „rechtsfreien“ Zone der ZAD und ihre hartnäckige Verteidigung im Jahr 2012 ins Feld führen.

Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass nur die Steine und die Barrikaden den Sieg ermöglicht hätten. Aber durch ihren Einsatz war die Entscheidung aufzugeben für Macron zugleich zwingend und schwer zu schlucken. Er würde „die ZAD den Radikalen überlassen“, warf man dem Präsidenten in den Leitartikeln vor, und dabei verschwiegen sie, dass eine Bewegung insgesamt ein halbes Jahrhundert lang mit allen legalen oder illegalen Formen Widerstand geleistet hatte. Um seine Demütigung zu vermeiden, zog der Staat ein wenig überzeugendes Spektakel auf, zuerst eine Schlichtung, dann jede Menge Versammlungen mit lokalen Abgeordneten, und dann eine gemimte fehlgeschlagene Vertreibung, um seine Drohungen, seinen Verzicht, seine Leugnungen vergessen zu lassen, um sein siegreiches Ja aus der Befragung von 2016 zu überspielen, kurz den skandalösen Charakter einer solchen Schlappe zu vertuschen. Trotz all dieser Bemühungen schimmert, inmitten all dieses von Medien und Politikern hinterlassenen Unrats, der Sieg. Es reichte 2 kleine Wörter zu sagen: „Et toc ! Das war’s!“

Am 17. Januar 2018 in Notre-Dame-des-Landes.

Wie gut diese frechen Worte tun, in einer Zeit, in der es scheint, als wäre alles Kämpfen vergeblich, das kann jeder spüren, nachdem fast schon ein Jahrzehnt lang andauernd Druck auf die Bocage-Gegend und in den Demonstrationen in Frankreichs Städten ausgeübt wurde. Am 17. Januar haben wir aus ganz Europa Grußbotschaften erhalten, so groß ist der Symbolwert der Erfahrung der ZAD, wegen ihrer Dauer, ihrer Beharrlichkeit, Durchsetzungsfähigkeit und Kühnheit. Aber was uns noch mehr berührt hat, waren die Umarmungen der alten Kämpfer im Schuppen der Vacherit, der Frauen und der Männer, die in den 60er bis 80er Jahren gegen den Atomkraftwerksbau im Pellerin, im Carnet und in Plogoff gesiegt haben, und die nach der Sitzung mit den Notabeln ihr Glas erhoben auf deren berechtigte Angst, ihre Großprojekte in diesem Land nicht mehr durchführen zu können,.

Falls uns erneut Gefahr drohen sollte vertrieben zu werden, erklären sich alle bereit, die Straßen zur ZAD wieder zu blockieren.

 

Allerdings wird es nicht einfach sein zu gewinnen. Denn Journalisten, Abgeordnete und Unterrnehmer betonen praktisch unisono, dass, wenn der Staat dieses Flughafenprojekt aufgibt, man sich bei dieser Gelegenheit auch der „Zadisten“ entledigen sollte. Man müsste sich dann auf etwas stützen, was die illegalen Besetzer letztendlich von ihren Nachbarn, den Genossen Bauern, Naturschützern, Gewerkschaftern isolieren könnte. So hat uns die Präfektur aufgetragen, alles abzubauen, was die Landstraße D281 versperrte, andernfalls würde es umgehend einen Polizeieinsatz geben, dessen Ausmaß bewusst unscharf gelassen wurde. Die mobile Nationalgarde parkte in der Umgebung und kontrollierte die Fahrzeuge der Orte in unmittelbarer Nachbarschaft der ZAD. Die Anordnung hatte einen zumindest komischen Aspekt, denn dieselbe Präfektur hatte 2013 diese Achse geschlossen und sie war von der Bewegung sofort wieder geöffnet worden.

Allerdings ist diese Straße nicht einfach eine Achse, sie ist ein Symbol unserer Geschichte mit ihren berühmten. zugleich poetischen und chaotischen „chicane“-Hütten, ihren in Teer eingedrückten Zeichnungen, ihren Dornenranken, die den Asphalt erobern, ihren unwahrscheinlichsten Nutzungsmöglichkeiten… und den Auseinandersetzungen, die sie zyklisch unter uns hervorrief. Denn wenn sie auch für den Verkehr geöffnet war, war sie doch nicht immer leicht zu befahren, vor allem für die Bauern, die mit ihren landwirtschaftlichen Fahrzeugen manchmal fast nicht mehr durchkamen. Sie erzeugte auch unter vielen unserer Nachbarn Ängste und Groll, aufgrund des teils feindseligen Verhaltens gewisser Barrikadenbauer, und viele fanden sich damit ab, sie nicht mehr zu benutzen. Sobald man aber aussprach, die Straße aufgeben zu wollen, wurde es unmöglich, die „chicanes“ der Straße weiter entschieden zu verteidigen, denn die Dorfbewohner sprachen sich natürlich für ihre völlige Öffnung aus, und ein sehr wichtiger Teil der Bewegung schätzte diese Geste als notwendig ein, um einen Kampf für die Zukunft der ZAD überhaupt aufrecht erhalten zu können.

Der Staat versuchte daraufhin, diesen Streitpunkt auszunutzen, um nicht völlig das Gesicht zu verlieren. Da sagten sich viele von uns, dass die Polizei höchstwahrscheinlich wie angekündigt eingreifen würde, wenn wir die Straße nicht freigeben. Das hätte der Regierung, abgesehen von  den Barrikaden, die erträumte Geschichte und für die Presse das gefundene Fressen geliefert über die berüchtigten „50 Radikalen“, die dann abgeschnitten wären, weil der Rest der Bewegung da nicht mitmachen würde. Dies wiederum hätte als Sprungbrett für Verhaftungen bzw. für die Vertreibung aus einigen Behausungen dienen können. So wurde in den Tagen nach der Aufgabe des Flughafenprojekts die Räumung der D281 der entscheidende Punkt, an dem die Bewegung entweder endgültig zerbrach oder die Möglichkeit schuf, über den 17. Januar hinaus weiter zu bestehen und zu wachsen.

Sollte man riskieren alles zu verlieren – das Experiment der ZAD, die vereinte Verteidigung der besetzten Orte, eine gemeinsame Zukunft mit den anderen Beteiligten, nur für dieses Symbol? Wir beschlossen auf der Versammlung, dass wir das nicht wollten, diesmal allerdings ohne einen Konsens zu erreichen. Manche haben diese Resolution sehr schlecht aufgenommen, und wir brauchten lange Diskussionen, die oft in offenen Krach ausarteten, um schließlich die zwei auf die Straße gebauten Hütten abzubauen. Die eine der beiden wird auf einem Feld am Rande der D281 wieder aufgebaut. Aber die Spannungen um die Straße und die Wiederherstellungsarbeiten bestehen weiter.

Auf der „route des chicanes“ vor ihrer völligen Wiederöffnung im Januar 2018

Für die unmittelbare Zukunft ist jedoch wichtig, dass der Abbau die Gelegenheit gab, ein feierliches Versprechen aller Beteiligten zu erneuern: Wenn die Gefahr unserer Vertreibung erneut droht, helfen wir alle mit, die Straßen zur ZAD wieder zu barrikadieren. Und das so oft wie notwendig. Auf diese Weise antwortet die Bewegung sowohl auf ihre internen Unstimmigkeiten als auch auf die Macht, der die Freigabe der D281 als symbolischer Ausdruck für eine „Rückkehr zur Ordnung“ dient. Allerdings nur, was die „chicanes“ betrifft, denn die ZAD ist immer noch besetzt. Aber der Köder reicht aus dafür, dass der Staat akzeptiert, Verhandlungen über die Zukunft dieses Geländes zu eröffnen.

Für uns selbst hat diese schwierige Episode gebracht, dass die Nicht-Besetzer einmal mehr ihren Willen bekundet haben, sich auch nach der Aufgabe des Flughafens weiter zusammen mit uns zu engagieren. Das war nicht selbstverständlich, nachdem das ursprüngliche Ziel für einige ja erreicht war. Und das ist es umso weniger, wenn die menschlichen Beziehungen sich so hart verkrampfen. Aber die weitere Anwesenheit dieser Genossen kennzeichnet mehr denn je den Wunsch einer gemeinsamen Zukunft. Dieser früher eher wenig wahrscheinliche Wunsch ist im Verlauf der Jahre voller gemeinsam erlebter Gefahren und Herausforderungen, Feste und Baustellen gewachsen. Da waren die handfesten Erfahrungen, die die Politik „von der Stange“ und die Grenzen aller Beteiligten umgeworfen haben. Da war die Weigerung, sich einfach nur mit der Rückkehr zum Alltag abzufinden. Jedoch kann man diesen Wunsch über den Flughafen hinaus weiter zu machen nicht als gesichert betrachten, sondern das ist ein empfindliches Gleichgewicht, um das wir uns kümmern müssen, denn es wird von nun an den Kampf bestimmen.

Neue Gelände besetzen, Projekte bauen – und zugleich die Gier der „Absahner“ und die Arroganz der Regierenden beschneiden

Obwohl wir es nicht gewohnt sind zu siegen, bringt uns der Sieg nicht in Verlegenheit. Wir hatten schon vor Jahren eine fundamentale Eingebung: Ein Sieg ist etwas, an dem man bauen muss. Obwohl diese Idee eine Art Bruch darstellte, hatte die Bewegung sich schon seit dem Ausgang der Operation Caesar 2012 überlegt, was sie eigentlich ins Rollen bringt. Wir dürfen nicht unter Druck erfinden, was wir erreichen wollen, im Text der „Sechs Punkte für die Zukunft der ZAD“ von 2015 ist dies bereits festgelegt. Das war eine fundamentale Verschiebung, denn wir gingen nun langsam vom Widerstand gegen ein Projekt über zum Einsatz für die Erhaltung und Erweiterung dessen, was wir durch den Kampf auf diesem Gelände aufgebaut hatten. Und seit dem 17. Januar haben wir dieses gemeinsame Ziel vor Augen.

Um dort hinzukommen, können wir uns jetzt auf die eben erreichte Legitimität stützen. Man hat zugegeben, dass wir Recht hatten. Daraus ergeben sich zahlreiche Konsequenzen. Zum Beispiel die bedingungslose Verteidigung der Amnestie für alle Angeklagten der Bewegung gegen den Flughafen. Aber auch und besonders ein einfaches Prinzip: Diejenigen, die es erreicht haben, dass das Gelände nicht zerstört wurde, sind auch am besten geeignet es nun zu übernehmen.

Der 17. Januar 2018 in Notre-Dame-des-Landes.

Das Ende der Frist der Gemeinnützigkeitserklärung am 9. Februar wirft den Status der ZAD als Flughafengelände über den Haufen. Auf den 1650 ha der Flughafen-Grundfläche werden 450 ha seit langem von Bäuerinnen und Bauern im Widerstand bebaut, und diese erwarten natürlich ihre Rechte zurück zu erhalten. 270 ha entriss die Bewegung der Verwaltung der Landwirtschaftskammer, um dort kollektive landwirtschaftliche Experimente zu machen. Und 530 ha Land werden wurden auf Zeit an Landwirte vergeben, die einen einvernehmlichen Vertrag mit Vinci unterschrieben und dafür einen Finanzausgleich bzw. andere Parzellen außerhalb des Geländes erhalten hatten; sie bearbeiten immer noch dieses Land, das sie an Vinci abgetreten haben, und erhalten weiter die GAP-Subventionen dafür, d.h. sie kriegen die Butter und das Geld für die Butter. Die Gierigsten könnten jetzt einen Vorrang auf zukünftige Landstücke anmelden um ihr Ackerland auszudehnen; sie würden daraus Gewinn schlagen, dass der Boden von der Bewegung in hartem Kampf gerettet wurde.

Im Übrigen können die ehemaligen Besitzer im Widerstand, die jeden Vertrag mit Vinci abgelehnt haben, ihr enteignetes Land zurückbekommen und wählen, ob sie es wieder in der klassischen Weise bearbeiten wollen oder eher kollektiv, indem sie es in eine gemeinsame Grundstücks-Verwaltung einbringen. Der Kampf um den Grund und Boden wird somit für die nächsten Monate oder gar Jahre im Zentrum der Auseinandersetzungen stehen.

Die brennende Herausforderung an die Bewegung ist es jetzt, eine kollektive Verwaltung der größtmöglichen Fläche zu schaffen und der Gefahr des Auseinanderbrechens vorzubeugen.

Foto von unseren Freunden aus Donosti

 

Die Zukunft des ZAD-Geländes ist ungewiss.

Denn wenn das ZAD-Gelände zu stark zerstückelt wird, könnte dies das allmähliche Ende dieser gemeinsamen überschäumenden Kraft bedeuten und einer zerstreuten Summe von Individuen oder Gruppen Platz machen, die jeweils ihre eigenen Ziele verfolgen. Man kann sich vorstellen, dass die am meisten Isolierten vertrieben werden könnten, dass andere gedrängt würden nach und nach in den ökonomischen Rahmen zurückkehren, den die ZAD bisher erfolgreich gesprengt hat. Ein wichtiger Teil des Geländes könnte an produktivistische Landwirtschaftsformen vergeben werden, die sich wenig kümmern um das hier gelebte angemessene Verhältnis zwischen

menschlichen Aktivitäten und dem Schutz der Bocage-Landschaft. Und natürlich würden sie von den klassischen Landwirtschaftsinstitutionen vereinnahmt. Deshalb müssen wir uns ab dem Frühjahr um neues Gelände kümmern und dort Projekte errichten, um zugleich die Gier der Absahner zu beschneiden und gegen die Arroganz der Regierenden anzugehen, die ab dem 1. April die Vertreibung von der ZAD androhen.

Setzen wir ein Beispiel, um die Toleranzgrenzen der Institutionen weiter zu verschieben.

Die Karte des Gemeinschaftsgeländes der ZAD.

 

Darum haben wir auch die Absicht, den Grund und Boden der ZAD in eine einheitliche Form zu überführen, die aus der Widerstandsbewegung entstanden ist. Die Entscheidung sie in eine legale Form zu bringen ist das ist das Ergebnis der Diskussionen zwischen den Beteiligten und der Versammlung. Es war die Entscheidung, die wir alle zusammen akzeptieren konnten, indem wir die Ziele der einen und der anderen in Einklang brachten und uns vornahmen, das Kräftegleichgewicht in Zukunft aufrecht zu erhalten. Diese Einheit hat zum Ziel, den Reichtum der ganzen vielfältigen Aktivitäten der ZAD zu erhalten, sie soll der Schutzmantel sein, unter dem die ganze Spannbreite von Erfindungsgeist und Freiheit sich weiterentwickeln kann. Es wird nur eine Form sein, die natürlich möglichst unseren Wünschen entspricht; wesentlich wird die Art und Weise, wie wir diese Form und dieses Territorium mit Leben füllen.

Die Entscheidung für die Richtung eines legalen Fundaments war für viele hier kontra-intuitiv, sie rüttelte an den Grundfesten der politischen Prämissen eines guten Teils der Besetzer und zwang uns, uns ernsthaft zu fragen, woran wir festhalten wollen. Uns zu fragen, was die Fortdauer von all den Aktivitäten und Lebensorten in Zukunft noch sichern kann. Wir sind überzeugt, dass diese komplexen Fragen sich weder durch misstrauische Bezichtigung etwaigen Verrats einzelner noch durch einen radikalen Fatalismus einer sterilen Zukunft lösen lassen. Wir können uns nicht mit Prophezeiungen der Selbstverwirklichung zufriedengeben, die vorhersagen, dass die Erfahrungen der freien Kommune in jedem Falle erdrückt oder wieder vereinnahmt werden. Wir denken im Gegenteil, dass es in diesem Moment der Schwebe darum geht, herauszufinden, wie wir es am besten schaffen, den Versprechungen, die wir uns Schritt für Schritt für die Zukunft gemacht haben, treu zu bleiben.

Der Wettlauf um die ZAD ist bei weitem noch nicht gewonnen. Wir brauchen ein unerhörtes Vertrauen unter uns, unter den Beteiligten, den Personen. Vertrauen in unsere Ziele, in unsere Praxis, und in die Wertschätzung, die jeder für sie hat. Ein solches Vertrauen ist heutzutage ein seltenes Gut. Wir sind uns wohl bewusst, dass jede Legalisierung auch die Gefahr der Normalisierung in sich birgt. Aber was wir anstreben, geht eher den umgekehrten Weg: Wir wollen ein Beispiel schaffen, um die Schwelle dessen, was die Institutionen akzeptieren, weiter zurückzudrängen. Und wir hoffen dabei, dass diese von uns eingedrückten Dellen im starren französischen Recht in Zukunft auch anderen als uns dienen werden.

Weil wir an diese Möglichkeit glauben, haben wir beschlossen, durch eine gemeinsame Delegation, die sich aus allen Beteiligten zusammensetzt, unsere Vision von der Zukunft der ZAD gegenüber dem Staat zu verteidigen. Das ist besser, als getrennte Verhandlungen zuzulassen, die diejenigen, die sie führen, in die Verteidigung von Einzelinteressen drängen, die sich vielleicht spaltend auswirken. Die Delegation der Bewegung wird auf ihren Versammlungen gebildet, und diese Versammlungen werden parallel dazu die notwendigen Aktionen weiterführen, um zu schaffen, was Verhandlungen nicht erreichen.

  • Mehr zu den Autoren: et-toc(arobase)riseup.net

 

Monatszeitschrift Contraste

Schwerpunkt zerstörerische Großprojekte

Die Monatszeitung Contraste (Zeitung für Selbstorganisation) hat in der Februar-Ausgabe das Thema „zerstörerische Großprojekte“ zu ihrem redaktionellen Schwerpunkt gemacht. Er ist in Zusammenarbeit mit dem „Arbeitskreis Stuttgart21 ist überall“ entstanden. Neben dem Rückblick auf die 400. Montagsdemo und der Erfolgsmeldung des gestoppten Flughafenprojekts in Notre-Dame-des-Landes wird der Widerstand zu folgenden Projekten beleuchtet: 

– die norddeutschen Fehmarnbeltretter, die sich gegen die Untertunnelung der Meerenge wehren

– die elsässischen Waldgeister, die bisher ein Autobahnprojekt verhindert haben

– die baskischen Kämpfer gegen die unsinnige Zerstörung ihres Sandstrands durch ein U-Bahn-Projekt

– der Widerstand gegen die dritte Startbahn in Wien 

 

Kanal Istanbul: Wissenschaftler warnen vor einer Naturkatastrophe größten Ausmasses

Brief vom europäischen Forum der Protestbewegungen,

hier Auszüge:

 

„Turkey’s construction frenzy and the “Crazy Channel Project”

…..Internationally isolated and economically cornered, Turkish President Recep Tayyip Erdoğan’s administration has resorted to a wild rush forward to assert its power, retake the initiative and prepare for the 2019 presidential coronation……

Recently the international press discovered one of these projects, namely the “Crazy Project”, mentioned for the first time in 2011 by Erdoğan before parliamentary elections.

The project has been criticised by scientists and environmental activists as the government appears determined to forge ahead without any consultative process on potential impacts.

Let us recall some of these potential impacts in bullet points, as described by two scientists, Professor Cemal Saydam of Hacettepe University and Professor Ethem Gönenç of Istanbul Technical University

  • The hydrologic balance will be reversed between, on the one hand the cold and fresh waters of the Black Sea and on the other, the warm and salty waters flowing from the Mediterranean Sea across Marmara Sea into the Black Sea;
  • Although the Black Sea is approximately 30 centimetres higher than the Marmara Sea there are two-way streams between the two, through the natural channel, the Bosporus. The one-way tap of the new channel will force the Black Sea to constantly supply fresh water to Marmara Sea without being able to be fed by the reverse streams that exist in the Bosporus supplying the Black Sea with warm and salty waters;
  • That will be the beginning of an irreversible environmental disaster, as the Black Sea will be emptied twice as fast with two taps while the flow rates and capacities of the rivers that feed the Black Sea stay the same. That concerns its principal feeders the Danube, the Dnieper, the Dniester but also rivers of all riparian states;
  • While the Black Sea slowly dries up, the warmth and the salinity of Marmara Sea and the Mediterranean will change. The Marmara Sea will become putrefying water mass irreversibly altered, with devastating consequences for marine and urban life;
  • The part of Thrace that lies between the new channel and the Bosporus will become an island; its underground water sources will be replaced by sea water;
  • Once built, the new channel will be irreversible;
  • Finally the project is going to be constructed in the vicinity of Istanbul, a mega city cornered in a tiny territory between Black and Marmara seas inhabited already by some 15 million people who have no breathing space left. Erdoğan’s dream of magnificence is poised to become a nightmare instead.

In view of so many odds, including the mammoth cost of the project, one may think that the project is unrealisable. Given the economic and political dire straits as well as the omnipotence of Erdoğan, it is highly probable that the rulers will go ahead with the project. Hence the “Crazy Project” has the necessary potential to end up as a Madness Project.

Therefore a European-wide awareness campaign, including Georgia, Russia and Ukraine, on the mortal dangers of the project would help to raise the attention of public opinion and concomitantly that of the decision-makers at all relevant levels. They should call upon the Erdoğan administration to re-consider its domestic as well as trans-boundary responsibilities seriously.

 

Entgegen allen Ankündigungen wurde das Projekt Marmaray (siehe dazu auch unseren Bericht über Infoveranstaltung) noch nicht begonnen.  Das europäische Forum der Protestbewegungen wird das „crazy channel project“ weiter verfolgen und Möglichkeiten des Protests ausloten.

Wir werden berichten.

siehe auch:

https://www.politico.eu/article/istanbul-turkey-grand-canal-plan-recep-tayyip-erdogan/

http://governmentgazette.eu/?p=5877

https://ahvalnews.com/canal-istanbul/turkeys-construction-frenzy-and-crazy-channel-project

http://www.kaynakyayinlari.com/cilgin-proje-kanal-istanbul-p363113.html

größer-länger – höher – Großprojekte in der Türkei

Foto: Ali Carman

 

Infoveranstaltung  Arbeitskreis “ Stuttgart 21 überall“

am 22.Januar 21018

Einführung gekürzt:

Dwight Eisenhower warnte :“Wir (die Regierung) müssen uns vor dem Einfluss des militärisch-industrieellen Komplex schützen…. wir dürfen nie zulassen, dass die Macht dieser Kombination unsere Freiheiten oder unsere demokratischen Prozesse gefährdet.“…..Das ist bis heute so…

Der Arbeitskreis Stuttgart21 ueberall versucht Kontakt aufzubauen und zu unterhaltenn zu Protestbewegungen, die  gegen unnütze, zerstörerische und aufgezwungene GP ankämpfen.

Im internationalen Bereich explodieren geradezu die geplanten und begonnenen Projekte, es steigt aber auch die Zahl der Gruppen, die sich wehren. Und es gibt  Erfolge, das zeigt der Sieg der Bewegung gegen das Flughafenprojekt Notre Dame des Landes

Zur Türkei: In ganz besonderem Maße werden dort unsinnige Großprojekte durchgezogen Und mehr noch:

als wir diese Veranstaltung planten, war die türkische Armee  noch nicht mit deutschen Waffen und deutschem Kriegsgerät nach Syrien einmarschiert und hat ein fremdes Land völkerrechtswidrig überfallen. Bei Krieg und bei GP geht es um Macht, Einfluss, wirtschaftliche und finanzielle Eigeninteressen .

Wir sollten auch im Hinterkopf haben, dass die Türkei ein wichtiges Transitland ist bei den Plänen der neuen Seidenstrasse von China nach Europa und das Erdogan-Regime schon seine Anstrengungen für gewaltige, neue Infrastrukturprojekte angemeldet hat. Damit kommt auf dieses schöne Land, die Umwelt und die Menschen noch viel mehr zu, als das was wir heute Abend vorstellen können.

Unsere Referentin, Aynur K ist Umweltschützerin und kommt aus der Friedensarbeit, hat sich eingehend mit den in Planung und im Bau befindlichen Großprojekte befasst…..

Foto: Ali Carman

 

Vortrag  stark gekürzt :

Erdogan´s Großprojekte

Neuer Flughafen für Istanbul

Projekt dreimal größer als Airport Frankfurt

Umweltschutz spielt keine Rolle

 

Nördlich von Istanbul wird momentan der größte Flughafen der Welt aus dem türkischen     Fotos: Baustelle neuer Flughafen

Boden gestampft. Wenn er wie geplant Ende 2018 fertig ist, sollen dort bis zu 150 Millionen Passagiere pro Jahr abgefertigt werden. Zum Vergleich: Am Frankfurter Flughafen wurden 2015 rund 61 Millionen Fluggäste gezählt. Istanbul soll zu einem internationalen Drehkreuz von Weltrang werden. Verkehrsminister Lütfi Elvan erklärte großspurig: „Wir haben die Welt überholt, in der Luft kennen wir keine Konkurrenten.“ Der Flughafen ist ein heftig umstrittenes Großprojekt der islamisch-konservativen Regierung Erdogans.

In einem Bericht der Umweltverträglichkeitsprüfung (ÇED) heißt es, dass sich derzeit 2,5 Millionen Bäume auf dem Baugelände des dritten Istanbuler Flughafens befinden. Riesige Waldgebiete werden abgeholzt. Bei Protesten sagte Erdogan zu den Demonstranten: „Geht und lebt im Wald!“

 

 

Bosporus Brücke

Attatürk-Brücke in Istanbul

Brückenschlag zwischen Europa und Asien: Erdogan hat eine dritte Bosporus Brücke bauen lassen.

Größer, länger, höher – wenn es um Bauprojekte geht, kann es für den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gar nicht gigantisch genug sein. Die Brücke ist ein Bindeglied im 414 Kilometer langen Autobahnring rund um Istanbul, der unter anderem den neuen Flughafen anbinden und die Stadt entlasten soll. Umweltschützer hatten das Projekt scharf kritisiert: Große Waldgebiete mussten dafür gerodet werden, die Gefährdung wichtiger Trinkwasser-Reservoirs wurde in Kauf genommen. Innerhalb von knapp vier Jahren entstand die dritte Brücke über den Bosporus. Mit 322 Metern Höhe und 1408 Metern Spannweite ist sie eine der längsten Hänge- und Schrägseilbrücken der Welt. Eine achtspurige Fahrbahn und zwei Gleistrassen verbinden den europäischen und den asiatischen Teil von Istanbul. Das gigantische Bauwerk soll den Staat rund drei Milliarden US-Dollar gekostet haben. So entsteht eine ganze Reihe Großprojekten, mit denen sich der Mann vom Bosporus unsterblich machen will. Im Laufe seiner Amtszeit hat Erdogan bereits viele große, aber auch umstrittene Projekte auf den Weg gebracht. Die ganze Welt soll sehen, wozu die Türkei in der Lage ist – dafür wischt er Bedenken von Statikern oder Umweltschützern auch einfach mal Beiseite. „Verrückte Projekte“ nennt er seine Mega-Bauten. Yavuz Sultan Selim soll die Brücke heißen. Mit diesem Namen verärgert und provoziert er die Alewiten, weil YSS im Jahre 1517 die Alewiten massenhaft massakrierte.

Kanal Istanbul

Foto: Bosporus

Erdogan ist in öffentlichen Veranstaltungen schon in Tränen ausgebrochen, zeigt sich zerknirscht und gesteht dann: wir haben Istanbul ruiniert. An seinen Plänen zur weiteren Zerstörung ändert dies nichts.

Erdogan selbst spricht von einem „verrückten Projekt“, wenn es um den „Kanal Istanbul“ geht. Die 145 Meter breite und 25 Meter tiefe künstliche Schiffsroute soll das Schwarze Meer mit dem Marmarameer verbinden und so den Bosporus als parallele Wasserstraße entlasten.

  • Die Kosten für den 40 bis 50 Kilometer langen Kanal werden auf acht bis zehn Milliarden US-Dollar geschätzt. Derzeit laufen noch Machbarkeitsstudien, aber Erdogan hat schon früh seine Absicht verkündet, den Kanal Istanbul bauen zu lassen. Sogar eine Deadline für die Fertigstellung hat er bereits in den Raum gestellt: Demnach sollen spätestens im Jahr 2023, also zum hundertsten Geburtstag der modernen Türkei, die ersten Schiffe durch den Kanal fahren können.
  • Kanal Istanbul, Ein Kanal, der die Stadt im Norden und Nordwesten in zwei Teile zerlegen wird. Zu beiden Seiten des Kanals sind neue Siedlungsflächen geplant. Es wird ein enormer Druck durch die zunehmende Bevölkerungsdichte entstehen. Aber bereits jetzt sind die Planungen für größere Siedlungen spruchreif.
  • Kanal-Istanbul wird der Letzte Nagel in den Sarg der Stadt sein, er wird sozusagen der Stadt den Todesstoß geben.
  • Wir stehen einer Regierung gegenüber, die die letzten freien Flächen links und rechts überbaut. Istanbul wird mit Beton erwürgt und somit ins Verderben geleitet. Nur um mehr Macht und Finanzerlöse zu erzielen. Die Feuchtgebiete wurden mit Sand und Ähnlichem abgedeckt und das Air-Flow- Yesil Istanbul-KanalProjekt zerstört die grüne Landschaft der Stadt immer mehr. Verheerende Folgen für Mensch, Tier, Natur und für das kulturelle Zusammenleben. So wird man die Silhouette und die Schönheit dieser einst wunderschönen Stadt mit den sieben Hügeln nur noch als Erinnerung auf Fotos und Postkarten erblicken.

Erster Tunnel zwischen zwei Kontinenten (Marmaray )

 

Der Bahntunnel verläuft derzeit als 13,6 Kilometer lange Röhre unter Bosporus, Schwarzem Meer und Marmarameer. Die S-Bahnen können stündlich bis zu 75.000 Menschen transportieren und sollen dabei helfen, einen Verkehrsinfarkt in Istanbul abzuwenden. Sie ist 77 Kilometer lang, davon verlaufen 14 Kilometer unterirdisch. Technisch war bzw. ist der Bau enorm aufwendig – was sich in Baukosten von mehr als 2,5 Milliarden Euro niederschlägt.


Die gigantischen Bauprojekte stoßen auch auf Kritik. Es gibt Ängste, dass der Tunnel nicht gegen die zahlreichen Erdbeben in der Region gewappnet sei, schließlich befindet sich in nur 20 Kilometern Entfernung die berüchtigte Nordanatolische Verwerfungszone. Doch der Verkehrsminister behauptet, der Tunnel sei „der sicherste Ort in Istanbul“ und würde auch Beben der Stärke 9,0 aushalten. Doch weder Bedenken von Umweltaktivisten und Städteplanern, noch von Bürgerbewegungen und Oppositionellen konnten Erdogans Träume stoppen.

Gezi Park


Nur in einem Fall gelang es den Bewohnern bislang, ein Großprojekt zu verhindern. Den Istanbuler Gezi-Park wollte die Regierung mit einem Einkaufszentrum bebauen lassen. Daran entzündeten sich landesweite Proteste.
Der inzwischen weltberühmte Park am Taksim-Platz ist bis heute eine Grünfläche. Die Pläne, diese kleine Grünfläche zuzubauen, haben Sie jedoch bis heute nicht aufgegeben.

 

Goldabbau-Projekte

Die Bevölkerung der westanatolischen Stadt Bergama und zahlreiche Dörfer der Umgebung kämpfen seit 1989 für die Stillegung des multinationalen Konzerns Eurogold-Gesellschaft, die unter Einsatz von Zyanid Goldabbau betreibt. Aufgrund ihres fest entschlossenen Kampfes gegen die imperialistische Macht, ist der Widerstand des Volkes um Bergama sowohl national als auch international bekannt geworden.
Die Durchsetzung der Pläne von Eurogold bedeuten die Verseuchung der ganzen landwirtschaftlich genutzten Region durch den Zyanideinsatz (Blausäureverbindung) bei der Goldgewinnung. Nach Schätzungen sollen im Jahr etwa 240 Tonnen Cyanid für die Goldgewinnung verwendet werden. Mit der Zyanidlösung wird Gold von anderen Mineralien getrennt. Der Konzern hofft damit, jährlich an die 2800 kg Gold abzubauen. 

Fotos: Landschaft bei Artvin

 

Die Bevölkerung von Bargama fürchtet zu Recht, Zyanid könnte ihre Umwelt vergiften. Da sich die Goldmine in einer Erdbebenzone befindet, kann die Versiegelung des Beckens brechen und das Zyanid sich mit dem Grundwasser vermischen.

  • Die Bevölkerung von Bergama will in einer sauberen, nicht vergifteten Umwelt leben und leistet deshalb einen beispielhaften Widerstand gegen den Verkauf ihres Bodens und Verseuchung ihrer Umwelt, in dem sie sich organisiert und kämpft.
    Nachdem das Volk gesehen hat, daß alle Gerichtsurteile zu seinen Gunsten einfach ignoriert werden, hat es seinen Widerstand gegen das von multinationalen Konzernen abhängigen türkischen Regime erhöht. Die Bevölkerung hat sich organisiert und führt verschiedene Aktionen durch. Sie versucht nicht nur durch Presseerklärungen und verschiedene Veranstaltungen ihre Stimme an die Öffentlichkeit zu bringen, sondern führt auch aktiven Widerstand gegen die Umweltzerstörung in ihrer Region durch.
    Umweltaktivisten in acht Dörfern in der Region organisierten ein Referandum, in dem 89 Prozent der Wahlberechtigten gegen die Goldmine stimmten.
  • Im April d.J. hatte die Bevölkerung zu Tausenden das Eurogoldgrundstück besetzt. Anfang Mai 1997 fuhren etwa 2.000 Menschen aus der Gegend von Bergama nach Ankara, um ihren Protest vor dem türkischen Parlament fortzusetzen. Nach einem Demonstrationszug durch die Hauptstadt, wurden 50.000 gesammelte Unterschriften an den Parlamentspräsidenten übergebracht.
    Am 26. April führten rund 200 Menschen aus Bergama auf der Bosporus-Brücke in Istanbul ihre Aktion fort, in dem sie sich mit Schnüren an die Brücke fesselten und Plakate mit den Aufschriften „Jetzt reicht’s!“, „Wir sind im Recht und werden siegen!“, „Nein zum Zyanid-Gold bis zum Tod!“ u.ä. bei sich führten.
    .Auf diesem Plakat steht “ Tote können keinen Schmuck tragen

Wasserkraftwerke für die Macht 240 Wasserkraftwerke, komplett mit Damm und Stauseen, gibt es derzeit in der Türkei; um die 600 sollen derzeit in Planung sein, und 1600 solcher Kraftwerke will die Regierung bis 2040 im Land in Betrieb haben – acht Prozent des immer steigenden Energiebedarfs in der Türkei sollen dann durch Wasserkraft gedeckt werden.

Atatürk Staudamm (Wasserkraftwerk)
Die Türkei hat wesentlich mehr Wasser zur Verfügung, als sie benötigt; die Anrainerstaaten hingegen leiden unter Wassermangel und sind auf das Flusswasser angewiesen. Durch die Staudämme besitzt die Türkei eine enorme Kontrolle des Flusswassers, da sie die Abflussmenge begrenzen kann. Die Abflussmenge ist vertraglich geregelt, doch die Anrainerstaaten sind nicht befriedigt mit der zugestandenen Wassermenge.
Bisher scheiterten alle neuen Verhandlungen, da die Türkei auf ihr Quellwasserrecht besteht. Zusätzlich ist das Wasser, das in Syrien und dem Irak ankommt, durch Pestizide aus der Landwirtschaft verseucht.


Erdogans Zitat aus der Rede bei der Einweihung des Atatürk-Staudammes:
„So wie die anderen Staaten das Öl und andere Bodenschätze verwerten, so hat die Türkei das Recht, das Wasser wie einen Bodenschatz zu betrachten und als solchen zum eigenen Vorteil zu verwerten.”

Der Stärkere setzt sich durch                 

Fotos: Hasankeyf bedrohte antike Stadt

 

 

 

Das Schwarmeer-Gebiet – Kardeniz

Die seither unberührten himmlischen Landschaften in Karadeniz, sollen für eine geplante Straßenschneise begradigt, und zum größten Teil sollen die Flüsse und Bäche umgeleitet und begradigt werden. Die Bevölkerung wehrt sich und es kommt zu einem Widerstand, der die ganze Türkei erfasst. (Siehe Gezi oben, war auch ein Grund für die Ausbrüche)


Der Goldabbau in Artvin
hätte die grünen Wälder und die Felder der Bauern der gesamten Gegend mit Quecksilber verseucht. Das Volk wehrte sich Monate lang, so wie wir es auch in Stuttgart kennen. Bis der Goldabbau gestoppt wurde.

 

In der Ost Türkei


Die Verseuchung und Ausrottung der Gebiete in der Osttürkei mit Krieg raubt Natur, Tier und Mensch den Lebensraum.

 

Die Zerstörung der Stadt Sur durch die Politik der Macht: Die Altstadt von Sur mit seinen engen Gassen, den vielen historischen Gebäuden, Kirchen, Moscheen, Gräbern, Badehäusern und Brunnen und dem bunten multikulturellen Treiben war eine touristische Attraktion und fehlte in keinem Reiseführer.

 

   

Altstadtturm im ehemaligen Stadtteil Sur

Die Festung von Diyarbakir und die Kulturlandschaft „ Hevsel-Gärten“ standen auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Diese wurden mit schweren Maschinen bereits dem Boden gleichgemacht. Man kann sich ja mit Kultur und Landschaften keinen großen Namen oder Profite machen.

 

 

 

Alarm in Kolbsheim

 

Heute 14.Februar rückten Fahrzeuge des Baukionzerns Vinci im Wald von Kolbsheim an.

Die Bürgerinitiative rief zur Unterstützung der Waldbesetzer auf, sowie zu einem Protesttreffen vor der Präfektur in Straßburg.

„Wir müssen Vinci und den Staat daran erinnern, dass wir uns wehren, die elsässische Ebene in eine LKW-Spur verwandeln zu lassen“, schreibt die Bewegung.

Vinci will wohl Fakten schaffen, auch wenn ein Umweltverträglichkeits-Gutachten noch nicht abgeschlossen ist.

 

Brief nach Straßburg

Chers amis de GCO NO

nous vous envoyons des salutations solidaires pour votre résistance à Vinci.
Hier, nous avons dû faire l’expérience à Stuttgart qu’un autre parc a été  dégagé pour le projet criminel

Stuttgart 21.
Mais nous résistons, tout comme vous

on lache rien  –  wir werden oben bleiben

 

 

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Video-Botschaft zum Fest nach Notre Dame des Landes

Stuttgart – Von der 403. Montagsdemonstratioin Grüße an alle Aktivisten der ZAD

 

 

 

 

Dank aus Notre Dame des Landes erreicht uns heute 10.Februar:

Bonjour et grand merci à vous !

Que vous ayez fait cette vidéo pour la fête nous touche beaucoup.
Je vais essayer de la projeter demain.

En vous souhaitant bon courage, beaucoup de force, et des réussites dans vos luttes, et aussi de douceur dans la vie