neuer Brief aus Florenz

eine freie Übersetzung des neuesten Briefs von Tiziano Cardosi aus Fllorenz vom 26.1.2016

Liebe Freunde,

gestern kam es zu dem Gespräch zwischen  dem Minister, dem Bürgermeister von Florenz und dem Präsidenten der Region Toskana.

Sie entschieden, den TAV – Tunnel unter der Stadt zu bohren.

Vor Monaten sagte der Präsident der italienischen Bahn, alle TAV-Bahnhöfe – wie der der in Florenz geplante – seien eine Fehlentscheidung und sprach sich für eine Abkehr vom Megaprojekt aus. Wir hatten die Hoffnung auf der sicheren Seite zu sein.

Wir lagen (mit dieser Hoffnung) falsch. Die UIMP (unnütze aufgezwungene Megaprojekte) folgen der Logik der Kapitalinteressen, der Interessen der Konzerne, der Mafia und der Politik. Hier alleine liegen Entscheidungsgrundlagen. Wir Bürger sind nur Beiwerk, während sie ihre Geschäfte verfolgen.

Aber, wir werden unseren Kampf weiter führen, das ist eine Frage der Zivilisation

Hart bleiben

Tiziano

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Brief aus Florenz

 

P1100654Unser Freund Tiziano Cardosi schreibt uns:

 

Liebe Freunde,

Vor einigen Monaten schrieb ich euch, dass das Projekt der Untertunnelung von Florenz abgesagt wurde. Während der letzten Monate änderten sich die Dinge. Die Toskanische Demokratische Partei kämpfte weiter für einen Tunnel unter der Stadt. Der  Bürgermeister von Florenz, der davon sprach, daß das Projekt gefährlich und unnütz ist, änderte seine Meinung. Die italienische Bahn will keine neuen unterirdischen Bahnhöfe, weil die TAV-Bahnhöfe (Rom, Bologna, Turin) ein ökonomisches Disaster sind (die Bahn sagt: TAV ist ein Disaster), aber sie ist einverstanden Tunnels zu graben! Die Tunnels sind entworfen um Züge in Bahnhöfe zu bringen, die die Bahn nicht haben will. Aber sie wollen unter Florenz bohren lassen.

Die Logik, der gesunde Menschenverstand stirbt. Ich weiß nicht, ob ich imstande sein werde, zu erklären, was abgeht,  es ist unmöglich, Unsinn zu erklären.

Diese unnützen, aufgezwungenen Megaprojekte, sind Ausdruck der Verrücktheit des neoliberalen Systems.

In den nächsten Tagen wird es Gespräche geben zwischen der italienischen Bahn und den Toskanischen Parteiführern. Wir werden versuchen über die Medien Druck zu machen, denn das Projekt ist abgesagt. Aber die Politik ist taub.

In Solidarität

Tiziano

 

 

6.2.17: Montagsdemo und Treffen mit Gegnern unnützer Großprojekte in Italien

6.2.17: Montagsdemo und Treffen mit Gegnern unnützer Großprojekte in Italien

6. Februar 2017, 18 Uhr: Montagsdemo gegen Stuttgart 21 auf dem Schlossplatz, mit Berichten von

Tiziano Cardosi aus Florenz, vom Widerstand gegen die Untertunnelung der Stadt, dem TunnelTAV, und

Susanna Kuby aus Venedig, von Hochseekreuzfahrtschiffen in der Lagune und dem Sturmflutsperrwerk M.O.S.E in Venedig

Um 19.30 Uhr, nach der Montagsdemo laden wir ein zum Gespräch mit ihnen über „ihre“ unnützen Großprojekte. Ort: Welthaus, Globales Klassenzimmer, Charlottenplatz 17 (Planie).

Der Parkschützer-AK „Stuttgart 21 ist überall“

Ist TTIP erledigt ?

Zu TTIP und dem möglichen Aus für das Freihandelsabkommen, produzierte

Campact

ein informatives Video, das wir hier veröffentlichen:

 

 

 

Die Bewegung gegen Stuttgart 21 und das internationale Netzwerk der Protestbewegungen gegen Großprojekte sind entschiedene Gegner des Freihandelsabkommens, u.a. deshalb weil es aufgezwungene und unnütze Großprojekte befördert und damit weltweit Umweltzerstörung zuläßt. Der Profit der beteiligten Großunternehmen hat immer Vorrang.

Soziale, ökologische und ökonomische Hochschulstudie in Spanien: TGV durch das Baskenland nicht sinnvoll

Interdisziplinäre Analyse von spanischen Hochschulen:

Transdisziplinäre Forschung über das Hochgeschwindigkeitsmodell: Das Projekt der neuen Eisenbahnlinie durch das Baskenland.

Zusammenfassung

Nach 10 Jahren Arbeiten am Projekt und nach mehr als 20 Jahren seit seinem Entwurf scheint das Projekt des Hochgeschwindigkeitszuges durch das Baskenland, allgemein bekannt als „Y vasca“, sich nur langsam zu bewegen, belastet durch einen knappen Haushalt und die wachsenden Zweifel über seinen sozialen Nutzen. Diese Arbeit zeigt aus transdisziplinärer Perspektive, dass die Argumente, die die Konstruktion dieser Infrastruktur (soziale Rentabilität, Rechtlichkeit, Nachhaltigkeit und Modernität) rechtfertigen, im Lichte der bestehenden internationalen empirischen Nachweise unhaltbar sind.

Weitergehend sollen für eine offene Debatte um den sozialen Nutzen des größten Investitionsprojektes der autonomen Region des Baskenlandes, das letztendlich ca. 10 Milliarden Euros kosten wird, Argumente zur Beurteilung vorgestellt werden. Die Arbeit stellt zudem Analyse-Elemente vor, die über die baskische Realität hinaus weisen und die ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit des Modells der Hochgeschwindigkeitszüge in Spanien und in Europa hinterfragen.

lan_koadernoa_71Der Text auf Spanisch und das Inhaltsverzeichnis dieser Arbeit, die in der Ausgabe 71 der Cuadernos de Hegoa auf Spanisch erschienen ist, befinden sich auf der Internetseite http://publ.hegoa.efaber.net/publications/355.

 

Straßenprojekt im Nordosten der Türkei

 

Yesil yol topraklardan

Am Schwarzen Meer entlang nach Rice  im Nordenosten der Türkei soll eine 2 600 km lange Straßenschneise durch grüne Landschaften und Felder gezogen werden.

Dagegen regt sich Widerstand, getragen vor allem von Frauen.

Als die Baufirmen mit schweren Maschinen anrücken, haben sie nicht mit den Frauen und nicht mit Havva Ana gerechnet.

Hier die Übersetzung eines türkischen Textes, der die Aussage einer Protestierenden wiedergibt:

 

„meine Vorfahren liegen unter diesem Bode hier. Wer ist das Gericht, das dies entscheidet“.  

„Wer ist, sagt mir, wer ist der Staat, wer ist denn der Gouverneur?“  

“ ich ich ich, wir sind der Staat, den Staat gibt es, weil es das Volk gibt, und wir sind das Volk also, sagt wer ist der Staat? „

“ Unsere Großväter sind ohne Schuhe und Socken barfuß für diese Erde in den Krieg gezogen und starben den Märtyrertot. Nein diese Felder werden nicht begradigt, diese Grünen Wiesen und Wälder haben wir von unseren Großvätern geerbt, Sie haben hier auf diesen Feldern Horon getanzt. Deshalb bin ich jetzt  mit meinen Kindern und Enkelkindern hier. 

Auch die Naturschützer sind bei uns, wir sind alle da.Ich werde es auf jeden Fall nicht erlauben, dass Ihr unsere Felder begradigt.
Der Präfekt und Gouverneur, die sollen nur her kommen“.

siehe youtube: