Europäischer Aktionstag gegen aufgezwungene, unnütze und zerstörerische Großprojekte

 

Seit Hendaye im Januar 2010, dem Zusammenschluss der Gegner von unnützen Hochgeschwindigkeits-projekten, findet im Dezember ein gemeinsamer dezentraler Aktionstag des Widerstands gegen aufgezwungene unnütze Großprojekte statt; er wird auf jedem Forum neu beschlossen, so im Juli in Bayonne. Beim kürzlichen Treffen der Gruppen in Straßburg schlugen die Vertreter der Opposition gegen High Speed Two (HS2) aus Birmingham vor, dass der 8. Dezember unter dem Motto: „Zündet Feuer gegen aufgezwungene unnütze Großprojekte“ begangen werden soll. In Stuttgart wurde auf der Montagsdemonstration am 5.12. symbolisch ein Feuerkorb aufgestellt. In Notre-Dame-des-Landes ist die Stimmung sehr angespannt (siehe den Aufruf), die Menschen freuen sich, wenn jetzt Frankreich- und Europa-weit über die drohende Räumung ihrer selbst verwalteten Zone (zad = zone à défendre) auf dem geplanten Baugelände (zad = zone d’aménagement différé) berichtet und Unterstützung organisiert wird.

 Aktionstag in Stuttgart

Zur 349. Montagsdemonstration mit Hunderten von Teilnehmer*innen entzündeten wir in  Stuttgart  ein Feuer mitten in der Stadt, begleitet von der Lokomotive,  unserer Trommlergruppe. Mit Transpareneten und Flugblättern informierten wir die Stuttgarter Bürger*innen Unseren Flyer kann man mit folgendem Link öffnen:

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Stuttgart auf dem kleinen Schlossplatz

Aktionstag in Notre Dames des Landes

Brief unserer Freunde aus Frankreich

Guten Abend,

Heute am 8. Dezember, dem Aktionstag gegen die aufgezwungenen unnützen Großprojekte, wurde auch in Nantes eine Aktion durchgeführt, 150 Leute versammelten sich vor dem Schloss, auf dessen Mauern die Symbole unseres Widerstands projiziert wurden.

Mit Transparenten, Fackeln, weißen Elefanten und Flyern wurden Passanten und Straßenbahnfahrer informiert.

Grüße an alle!

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Bericht aus Straßburg: Feueralarm gegen die GCO !

Am Donnerstagabend, dem Tag gegen aufgezwungene unnütze Großprojekte, beteiligte sich auch das Kollektiv Große Westumfahrung NEIN DANKE – GCO NON MERCI. 20161208_art_feux-dalerte-cabane-anti-gco-kolbsheim

„Etwa 50 Demonstranten trafen sich vor der Anti-GCO-Hütte von Kolbsheim, einem unserer symbolhaften Widerstandsorte. Mit dem Feuer der Fackeln markierten wir die Gefahr, die von dem Projekt der großen Westumfahrung Straßburg ausgeht: Zerstörung von 300 bi 350 ha Ackerland und Wäldern aus Gründen, die keineswegs dem Gemeinwohl dienen, wie man uns glauben machen will. Für uns bot sich hier auch die Gelegenheit, an einer koordinierten Bewegung mit Versammlungen an anderen Widerstandsorten in Frankreich und in Europa teilzunehmen: Stuttgart, Susatal (TGV Lyon-Turin) oder auch Nantes (Flughafen). Für uns war es auch ein Anlass, uns zu treffen und vor Ort unsere Entschlossenheit zu zeigen. Auch wenn archäologische Ausgrabungen und geotechnische Probebohrungen begonnen haben, geben wir nicht auf und schließen weitere Aktionen auf den Baustellen nicht aus. Unser nächstes Treffen ist am 18. Dezember; dort wird die Aktion 7-Hütten-Marsch eingeführt, mit einem anschließenden Mini-Weihnachtsmarkt mit Ständen, verschiedenen Beiträgen und Besichtigungen des Schlossparks von Kolbsheim.“31177827700_e9993451c6_n

Vom Susatal, der NoTAV-Bewegung in Italien mit dem französischen Partner in Lyon-Chambéry, wurde gleich eine ganze Welle von Veranstaltungen angekündigt. U.a. kam die Nachricht, sie wollten zwei Feuer, eines an einer Mahnwache im Tal und ein weiteres auf dem Berg anzünden.

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Aus Florenz erhielten wir folgende Pressemeldung (zusammengefasst):

no-tunneltav-logoDer 8.12. als internationaler Tag gegen unnütze und aufgezwungene Großprojekte wurde vom internationalen Forum gegen die Realisierung von großen Infrastrukturprojekten beschlossen.
Denn am 8.12. 2005 eroberten die Einwohner des Susatals mit friedlichen Mitteln Venaus zurück. Dort wollte man eine wesentliche Baustelle eines von vielen unnützen Großprojekten errichten: Die der Strecke Turin-Lyon. Die ganze Bevölkerung wehrte sich damals gegen die Plünderung der Staatskassen zugunsten von wenigen Profiteuren und die Zerstörung der Natur.
Im Laufe der Jahre haben sich die verschiedenen Gruppen vernetzt: In Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Spanien, Griechenland, Rumänien, Russland, Marokko, der Türkei und Italien. In diesen Ländern haben immer mehr Bürger erkannt, dass die Profitgier eine Gefahr für ihr Leben und ihre Umwelt bedeudet. Infolgedessen entstehen überall „Antikörper“, die die Hoffnung auf eine bessere Zukunft für alle darstellen.
Der 8.12. geht uns alle an. Es ist der Tag, der unseren Willen ausdrückt, dass wir unseren Kindern eine bessere Zukunft sichern wollen.
Auch in der Toskana kämpfen Menschen, um die Umwelt und ein würdevolles Leben zu bewahren: Gegen giftige Müllverbrennungen, absurde Flughäfen, Tunnels, unterirdische Bahnhöfe, unnütze Autobahnen.

 

Post aus San Sebastian vom 26.12.2016

Liebe Stuttgarter,

manchmal dauert es bei uns ein bisschen länger, und wir schaffen auch nicht immer alles, was wir – oder zumindest einige von uns – wollen.

Zum 8.12. haben wir nix auf die Reihe gekriegt.

Im letzten Moment hatten wir erfahren, dass einige Projekte wie die gegen den Hochgeschwindigkeitszug TAV (auf Baskisch:AHT) eine Kundgebung in Bilbao geplant hatte – und dann auch (relativ klein) durchgeführt haben. In der Zeitung (nur in GARA) gab es ein Foto, das ich euch im Anhang mitschicke: artikel-in-der-zeitung-in-bilbao

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Wir selbst waren derweil kräfitg in den Vorbereitungen für ein satirisches Theater, das wir für den Santo Tomás-Tag (21.12., traditionell hier einer der wichtigsten Tage, weil früher an diesem Tag die Bauern von den Bergen oder entfernt gelegenen Höfen in die Stadt kamen, um ihre Produkte für den Winter zu verkaufen) geplant hatten.

Wir haben dazu ein riesiges Tor gebaut (Art Triumphbogen, ein mit bemalten Pappkartons verkleidetes Gerüstelement) mit der Aufschrift „Herzlich willkommen im Zentrum von Donostia – und das ohne U-Bahn!!!

Im Theaterstück gab es dann 3 Hauptpersonen: der Bürgermeister (PNV), Vize (PSOE) und die neue baskische Ministerin für Transport und Wirtschaft (PNV). Ich hab dann mit Bürgermeistermaske den 200.000.000. Fahrgast begrüßt, der ohne U-Bahn glücklich ins Zentrum der Stadt gekommen war und ihm bzw. ihr eine entsprechende Schärpe umgehängt.

Mein Vize hat ihr dann ein Riesenscheck über 200.000.000 Donostias überreicht, dabei aber betont, dass das Geld auf jeden Fall für den Bau einer unterirdischen U-Bahn verbraten würde. Und die Ministerin hat schließlich auf die Mitbestimmung und Unterschriftensammlung geschissen und betont, dass ihnen dass alles scheißegal wäre …

Super war ein Zwischenfall, als eine ältere Frau aus Malaga das Mikrofon an sich gerissen und gerufen hat, dass wir das verhindern müssten. Donostia solle nicht so zerstört werden wir Malaga.

(Die Politiker/innen haben sich dann impovisierterweise beraten und ihr „Ehrenwort“ gegeben, dass sie ihre Worte berücksichtigen und keine U-Bahn bauen würden.)

Ich schick euch hier auch noch ein Foto mit, auf dem ihr fast unsere ganze (Rentner-)Ttruppe sehen könnt.

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Ich wünsche euch allen ein gutes neues Jahr,

und dass die Gesteinsgutachten die Stuttgarter Bauherren zum Umdenken bewegen.
(Hier hat die Euphorie der Regierungspresse ziemlich nachgelassen – eigentlich wollten sie ja im Herbst 2016 an(ge)fangen (haben). Das Projekt liegt jetzt aber in Madrid bei der Küstenbehörde, die angeblich nicht so leichtfertig sind wie die hiesigen Ministerien, und wartet da auf den Genehmigungs- oder Ablehnungsbescheid, um die 300 m vom Strand zu untertunneln …)

 

 

 

  

 

 

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