Der Widerstand gegen das Atomendlager in BURE macht Mut

Baustopp für französisches Atommülllager! (04.08.2016)

Direkter Widerstand und gerichtliche Entscheidungen gehören zusammen, auch in Stuttgart gegen S21

Seit Wochen protestieren AtomkraftgegnerInnen mit einer Waldbesetzung gegen die Pläne der französischen Regierung, in Bure ein Atommülllager zu errichten. Nun hat ein Gericht die Arbeiten gestoppt.

Mitte Juli hatte das französische Parlament den Standort des geplanten französischen Atomendlagers nahe der deutschen Grenze genehmigt. Das geologische Tiefenlager „Cigéo“ soll ab 2030 rund 10.000 m3 hoch- und rund 70.000 m3 mittelaktive Abfälle mit langer Lebensdauer in einer Lehm-Ton-Schicht in einer Tiefe von gut 500 Metern rückholbar beherbergen.Laut dem am 26. Juli 2016 im Amtsblatt veröffentlichten Gesetz muss die Tiefenlagerung mindestens 100 Jahre umkehrbar sein. Zukünftigen Generationen sollen die Möglichkeit haben, „den Bau und Betrieb des Cigéo fortzuführen oder aber die früher getroffenen Entscheide neu zu beurteilen und die Lösungen weiterentwickeln zu lassen“.

Um „geotechnische Untersuchungen“ vorzunehmen, begann die zuständige Behörde ANDRA am 6. Juni den einzig verbliebene Wald der Gegend abzuholzen. Unter dubiosen Umständen war die Behörde überhaupt erst in dessen Besitz gekommen. Aus Protest gegen die Rodung und das damit unmittelbar verbundene Atommülllager besetzten AtomkraftgegnerInnen am 19. Juni den Wald und errichteten ein Widerstandsdorf.

Rückerogerung des Waldes und Widerstand gegen das Atomendlager

Rückerogerung des Waldes und Widerstand gegen das Atommüllendlager

Nach einer gewaltsamen Räumung durch die Polizei am 3. Juli, bei der mit Bulldozern die Hütten dem Erdboden gleichgemacht und die AktivistInnen mit Tränengas vertrieben wurden, kam es vor Kurzem zu einer erneuten Besetzung des Waldes.

Nun wurden durch das „Tribunal de Grande Instance“ in Bar-le-Duc die Arbeiten gestoppt. Die Richterin Catherine Buchser-Martin hat dem Eilantrag von acht Organisationen und vier Bewohnern von Mandres-en-Barrois stattgegeben. Sie urteilte, dass es sich bei den Arbeiten um eine „défrichement“ (Rodung) im Wald Lejuc handle, dafür benötige die ANDRA eine spezielle Genehmigung. Und diese läge nicht vor. Die Andra hat nun 6 Monate bekommen, um nachträglich eine Genehmigung zu erhalten. Sonst muss sie den vorherigen Zustand wieder herstellen, alle Schäden beseitigen und eine Strafe zahlen.

Die „Wiederherstellung“ des Waldes sei allerdings sehr schwierig, kritisieren AtomkraftgegnerInnen. Es hätten sich fast 100 Jahre alte Eichen auf den etwa sieben gerodeten Hektar befunden. Zudem wurde das Gelände bereits mit Kies bedeckt und damit begonnen, auf drei Kilometern Länge eine zwei Meter hohe Mauer zu bauen.

Nach der erneuten Waldbesetzung feiern die AktivistInnen die aktuelle Gerichtsentscheidung als „zweiten Etappensieg nach zwei Monaten Widerstand vor Ort“. Gerichtlich werde nun auch gegen die dubiosen Umstände der Grundstücksaneignung vorgegangen. Für den 13. – 15. August wurde bereits ein weiteres Widerstandswochenende mit einer großen Demonstration angekündigt.

13392105_1057747367645341_8731146257357718794_oDas Land ist für die Bauern, nicht für die ANDRA

von Jan Becker  http://www.eichhoernchen.ouvaton.org/de/atom/bure.html

gruß karl

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