NoTAV zum französisch-italienischen Gipfel in Venedig

NoTAV zum französisch-italienischen Gipfel in Venedig

Das Problem des LKW-Warentransports haben in Stuttgart auch. Hier der neueste NoTAV-Flyer aus Frankreich zum Tunnelprojekt Lyon-Turin und Fotos vom Gipfel.

 Zum 33. französisch-italienischen Gipfel in Venedig – Ausstieg aus dem Tunnel?

 Ein Jahr nach der Versammlung vor Ort in Frankreich am 7. März 2015, als wir die mangelnde Gütertransport-Auslastung der bestehenden Eisenbahnstrecke offenlegten, und am Vorabend des 33. französisch-italienischen Gipfels erinnern wir daran: Wie staatlicherseits bereits für 2007 versprochen, kann der LKW-Transport von 300.000 LKWs im Jahr sofort ab Ambérieu auf die Schiene verlegt werden.

Aber entgegen seinen Erklärungen unternahm der Staat nichts, um in den Alpentälern den LKW-Verkehr zu verringern, der die Gefahr für die allgemeine Gesundheit weiter erhöht.

Zum Projekt Lyon-Turin

Bisher gibt es nur den Versuchstunnel für den Basistunnel. Die Tunnelbohrung selbst kann nicht begonnen werden, denn die Finanzierung auf europäischer, französischer oder italienischer Seite ist gar nicht gesichert. Die Europa-Subventionen für die Probearbeiten wurden seit März 2013 von 672 auf 395 Mio € gekürzt, und diese werden weiter reduziert, weil die Betreiber ihre Verpflichtungen der Strecke Lyon-Turin bis Ende 2015 nicht eingehalten haben. Für die Pyrenäen-Strecke Perpignan-Figueras, als erstem Teilstück des Gesamtprojekts RFC6 von Algeciras bis zur slowenischen Grenze (Lyon-Turin ist ein weiteres Teilstück) wurde 2015 Konkurs angemeldet wobei die Strecke „nur“ 24,5 Mio € pro km verschlungen hat. Das bedeutet; das Lyon-Turin-Projekt mit 150 Mio € /km wird unabwendbar scheitern.

Wir fordern Schutz der öffentlichen Gesundheit, Rückruf der LKWs von der Straße, Einsparen von Flächenbebauung und von staatlichen Geldern.

Es gibt im Handel sofort nutzbare Transportwaggons (…), um die Güter In Ambérieu ohne neue Infrastruktur von der Straße auf die Schienen zu bringen. Seit dem Europabeschluss vom 5. März 2003 können diese sogar subventioniert werden (…).

Von der Straße auf die Schiene ist möglich – sofort. Stoppt die LKW-Gütertransporte!

[Das geht uns doch auch etwas an, oder?]

SAM_1197Pressekontakt: Daniel Ibanez, Marc Pascal,  Unterzeichner: 9 Organisationen   Übers. E.S.

In Venedig wehren sich die Menschen gegen die Einfahrt der großen Kreuzfahrtschiffe in die Lagune und gegen den v.a. dadurch notwendigen Lagunendamm Moise.Die Bilder sind von der Großdemo am 8. März.

NO GOII Venezia 8 marzo 2016.1

Seht Euch den Link an: Demonstration zum französisch-italienischen Gipfel am 8.3.16 Venedig

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Unsere Rede zu Notre Dame des Landes auf der 312. Montagsdemo am 29.2.16: On lâche rien!

Unsere Rede zu Notre Dame des Landes auf der 312. Montagsdemo am 29.2.16: On lâche rien!

Viele Grüße aus Notre Dame des Landes an die Montagsdemo und ein Dankeschön für unsere Grußadresse!

Vorgestern fand dort mit 50- bis 60 000 Menschen bei wunderschönem Wintersonnenschein die bisher größte Demonstration gegen den geplanten Großflughafen statt. Auf dem 5-km-Marsch auf der Autobahn trommelten die Demonstranten im Rhythmus auf die Leitplanken. Grußadressen aus Frankreich, Belgien, Türkei, Triest, Frankfurt und Stuttgart wurden vorgelesen. (Zugleich kontrollierten Traktoren den ganzen Tag das Flughafengebiet und die Anfahrtwege zur Demonstration, und etwa 1000 Demonstranten blockierten eine der beiden Umgehungs-Autobahnen von Nantes.)

Ab 27. März soll das Gelände für den sogenannten „Flughafen zum Fernen Westen“ geräumt werden!!!

Der geplante Bau, 30 km nördlich von Nantes, ist genau wie Stuttgart 21, unnötig, zerstörerisch, teuer.

Wir haben vieles gemeinsam:

  1. Der bestehende Flughafen von Nantes kann leicht optimiert werden. – 1965 war der neue Flughafen gedacht für den Überschallgeschwindigkeits-Flieger Concorde; eine doppelte Fehlplanung (denn statt Warenaustausch fand Produktionsverlagerung statt, und die Concorde stürzte ab). Dennoch gab die Regierung zur Jahrtausendwende grünes Licht, sofort formierte sich auch der Widerstand neu.
  2. (Das Projekt bedeutet Umweltzerstörung.) Die Bau-Freigabe des Flughafens als CO2-Schleuder – gleich nach dem Klima- und Umweltgipfel (vom November) in Paris – ist ein harter Schlag gegen jede Umweltpolitik, und sie zerschneidet für die Bewohner die ländliche Sozial- und Infrastruktur und eine lebenswerte Zukunft. Das Baugelände, genannt ZAD, würde unwiederbringlich zubetoniert: 1650 ha Land – das sind 2300 Fußballfelder -, eine einzigartige Feuchtzone mit ihrer Biodiversität sowie gutes Ackerland. Der Gemeinschaft der ZAD von alteingesessenen und Jung-Bauern und ihren Experimenten würde der Boden entzogen.

 Wir möchten Ihnen am 18.3. 20 Uhr im Welthaus einen kleinen Film über die ZAD zeigen.

  1. Die endgültige Planfeststellung steht noch aus. Trotzdem wurde dem Eilantrag der Baufirma VINCI zum Baubeginn stattgegeben – die VINCI-Aktien schnellten in wenigen Stunden in die Höhe, zur Freude der Betreiber in den Banken und Börsen.

Weitere Gemeinsamkeiten:

  1. Wie bei uns ist der Umwelt- und basisdemokratische Widerstand erstarkt. Ähnlich den Parkschützern haben sich die betroffenen Dörfer untereinander zusammengeschlossen und seit 2004 auch mit 50 Bewegungen, Vereinen, Initiativen und Gewerkschaften.
  2. Wie bei uns spielt die Kultur, eine wichtige Rolle, v.a. Musik, Tanz, Essen.
  3. Wie bei uns gibt es Gruppen hervorragender Fachleute: Piloten, Architekten, Wirtschaftsexperten, Biologen (und Bewahrer der Artenvielfalt), Juristen (für die Einsprüche bis hin zur EU), etc. Die Versorger sind dort die Bauern, Müller und Bäcker der ZAD.
  4. Für die Gegner wird immer klarer, dass der eigentliche Zweck dieser unnützen aufgezwungenen Großprojekte ist, aus unseren Steuergeldern solide Profite zu schlagen. Eine entschiedene Bewegung gegen diese Herrschaft des Profits und für eine lebenswerte demokratische Gesellschaft und gesunde Umwelt passt den Regierenden nicht! Aber sie ist schon längst nicht mehr totzuschweigen.
  5. Wie bei uns ging der Staatsapparat gewalttätig vor: im Oktober 2012 wurden den jungen Besetzern der ZAD die Häuser zerstört, es gelang aber nicht, sie zu vertreiben. Es gab umgehend Protestaktionen in 200 französischen Städten. Auf der ZAD wurden im Schutz der nächsten Großdemonstration neue Häuser errichtet.
  6. Danach hatten sie auch eine Schlichtung. Da waren sie bereits von uns gewarnt. Das Konzept die Bewegung einzuwickeln misslang und die Pläne zur Alternative, der Optimierung des bestehenden Flughafens wurden vorgetragen – aber anschließend wieder – illegal – aus dem Protokoll gestrichen. Denn auch dort hat der Widerstand nicht in der Hand, was die Verwaltung, große Medien und Politiker machen- Verschleierung und Diffamierung, Beharren auf den verbreiteten Lügen, vor allem diese: Obwohl – auf Betreiben der Piloten – die Flüge über der Stadt Nantes wieder abgestellt wurden, benutzen sie hartnäckig das Argument der Fluglärmbelästigung. Und das Neueste:
  7. Präsident Hollande hat vor 10 ca. Tagen vorgeschlagen, eine Volksabstimmung zu machen „so wie in Stuttgart“ hat er gesagt, also von oben, ohne uns. (Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.) Ein perfides Spaltungsmanöver. Unsere Freunde in Frankreich haben umgehend unsere Infos, v.a. den „Tunnelblick“ übersetzt und studiert und gehen in die Offensive.

Aber manche Dinge sind dort auch anders. Z. B.:

  1. Sie haben auf dem Lande andere Mittel: z.B. mit ihren Schafen vors Rathaus ziehen, gemeinsames Traktorfahren im Schneckentempo auf der Autobahn, etc.
  2. Die basisdemokratische Strömung hat ihre offensiven Strukturen erhalten können: Alle wichtigen Entscheidungen der Koordination, Information u. Aktion, werden vorausschauend auf großen offenen Vollversammlungen gemeinsam getroffen. Gestern gab es mit über 200 Leuten eine Auswertung, und die nächste Aktion wurde für den 26. März am Tag vor der ZAD-Freigabe festgelegt.
  3. Sie arbeiten ständig an der Vernetzung. Es gibt ca. 50 Gruppen gegenseitiger Unterstützung in ganz Frankreich, von Brest bis Nizza. 2014 stellten ca. 20 Bewegungen einen gemeinsamen Katalog von Demokratie-Forderungen an die Regierung vor. International arbeiten sie auch im Forennetzwerk gegen aufgezwungene unnütze Großprojekte mit. Das 6. Forum findet vom 15.-17. Juli in Bayonne im Baskenland statt.

Und

  1. steht das Projekt bis heute nur auf dem Papier, und das bleibt hoffentlich so. (Aber um Alarm schlagen zu können, falls die Bauarbeiten beginnen, haben sie während der Demo vorgestern am geplanten Autobahnanschluss schon mal einen Wachturm errichtet.)

Baustopp für Stuttgart 21, und: kein Flughafen in NDDL!

 Unser Widerstand ist eng miteinander verflochten.

Schreibt Protestbriefe an die französische Botschaft!

Die Franzosen sagen und singen: Wir lassen nicht locker! On lâche rien! Oben bleiben!

(Teile in Klammern wurden nicht vorgetragen, das Datum des 6. Forums wurde nachträglich korrigiert)

 

Siehe  auch Video von Volker Teichert:

https://volkerteichert.wordpress.com/2016/02/29/2016-02-29-elsbeth-sureau-auf-der-montagsdemo-312/

 

Hier könnt Ihr gegen den geplanten unnützen aufgezwungenen Flughafen von Notre Dame des Landes unterschreiben

http://act.350.org/sign/NDDL/

Auf „Bei Abriss Aufstand“ wird zu dem Lied auf youtube hingewiesen: On lâche rien (Wir lassen nicht locker, wir geben nicht auf!) – hier in der musikalischen Fassung der Band HK et les saltimbanks von 2011: https://www.youtube.com/watch?v=gE6jAegQzmI. Die Leute in Notre Dame des Landes sind erfinderisch, sie haben ihre eigenen Strophen dazu gedichtet. Jeden Sommer gibt es in Notre Dame ein großes Festival, auf dem auch viel getanzt wird: Dieses Jahr ist es am zweiten Wochenende im Juli.