So wollen sie den Widerstand gegen ein unnützes aufgezwungenes Großprojekt kleinkriegen:

Kriminalisierung der No-TAV-Bewegung im Susatal:
– Insgesamt 142 Jahre und 7 Monate Gefängnis für 47 AktivistInnen
– 220.000 Euro Schadensersatz für eine Baufirma
– weitere 140.000 Euro Schadensersatz gefordert von Polizei, Polizeigewerkschaft, Innen- und Verteidigungsministerium.
Am 27. Juni und 3. Juli 2011 protestierten viele Tausende entschlossen gegen die gewaltsame Räumung der Mahnwache an der „Maddalena“ und die Errichtung einer Baustelle dort. 53 standen jetzt in Turin vor Gericht. 45 von ihnen wurden am 27. Januar zu Gefängnisstrafen von bis zu 4 Jahren und sechs Monaten verurteilt (zwei zu Geldstrafen, sechs wurden freigesprochen). Insgesamt wurden Gefängnis-strafen von 142 Jahren und sieben Monaten verhängt. Damit war das Urteil nahe an den von der Staatsanwaltschaft geforderten 193 Jahren Gefängnis.
Außerdem wird eine Schadensersatzforderung der Baufirma LFT in Höhe von 220.000 € jetzt fällig. Die Bewegung hatte einen Aufschub bis nach einem Urteil in 2. Instanz gefordert – vergeblich. Zusätzlich fordern Polizei, Polizeigewerkschaft, Innen- und Verteidigungsministerium jetzt ebenfalls Schadens-ersatz – in Höhe von 140.000 Euro.

Seit über 20 Jahren wehrt sich die Bevölkerung im italienischen Susatal gegen den Bau einer Hochge-schwindigkeitszugtrasse Turin – Lyon durch das enge Tal, in dem es bereits eine Autobahn und zwei Bundesstraßen und eine Zugtrasse mit renoviertem Eisenbahntunnel gibt. Der Bau der viele Milliarden teuren Tunnel durch teils asbest- und uranhaltiges Gestein an den Hängen und fast 60 km durch den Mont Cenis zerstört die Natur und gefährdet die Gesundheit der Bevölkerung. Nutznießer ist vor allem die Bauwirtschaft, einschließlich der Mafia.
Immer wieder kam es zu brutalen Polizeieinsätzen gegen Protestierende. Die Baustelle wurde militari-siert, bewacht von Gebirgsjägern, die aus Afghanistan ins Susatal verlegt wurden.

Offensichtlich soll der No-TAV-Bewegung durch diese drakonischen Strafen das Rückgrat gebrochen werden. Aber der Protest geht weiter. Als Reaktion auf das Gefängnis-Urteil gab es nicht nur Proteste im Gerichtssaal sondern auch Verkehrsblockaden in Bussoleno im Susatal.

Zum Vormerken: Das 5. Forum gegen unnütze aufgezwungene Großprojekte findet vom 17. bis 19. Juli in Bagnaria Arsa in Friaul (Italien) statt. Dort können wir uns aus erster Hand über den Widerstand im Susatal und gegen viele andere solche Großprojekte informieren.

Siehe Video zur Protestaktion Juli 2011:
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