Atomkraft tötet überall. Hände weg von Jaitapur!

 Film- und Diskussionsveranstaltung

mit dem indischen Regisseur und Atomkraftgegner Pradeep Indulkar.

,,High Power“ (Indien 2013, 27 min, Regie: PradeepIn Indulkar, Englisch mit deutschen Untertiteln). Der aktuelle Film erzählt von den Folgen des Baus des ersten indischen Atomkraft­ werks Tarapur in den 1960er Jahren. Die Bevöilkerung verlor Land, Fischgründe und Gesundheit.

,,Jaitapur“ (Indien 2014, ca. 30 min, Regie: PradeepIn Indulkar, Original mit deutschen Untertiteln). In

Jaitapur will Areva in einem Erdbebengebiet das größte AKW der Welt bauen. Der Film berichtet vom Widerstand der Bevölkerung.

Donnerstag, 23. Oktober 2014, 19:30 Uhr

Welthaus Stuttgart, Globales Klassenzimmer Charlottenplatz 17 (Eingang 5 Innenhof )

Eintritt frei, Spenden erwünscht

 

Kundgebung und Demo in Esslingen-Berkheim

Mit den Menschen aus Jaitapur in Indien fordern wir alle Angestellten bei der BPR-Gruppe wie auch alle anderen für Areva Tätigen auf, nicht länger für Atomkraftwerke zu arbeiten.

In Deutschland beschaftigt Areva etwa 5.000 Menschen, unter anderem im AKW-Neubau. Die auch in Esslingen-Berkheim vertretene BPR wurde von Areva als besonders zuverlässiger ,,Top-Lieferant“ ausgezeichnet. BPR liefert Ingenieurleistungen für alle neuen Areva-Atomkraftwerke in Finnland, in Frankreich, in China, in England und bald auch in Indien – falls Arevas Pläne für das AKW Jaita pur nicht durchkreuzt werden . Die BPR zählt neben Areva zahlreiche Städte und Gemeinden zu ihren Auftraggebern . Auch die Stadt Stuttgart gehört dazu.

Nach einer kurzen Kundgebung vor der Stadtbücherei Berkheim gehen wir zum Büro der BPR, um dort einen Appell aus Jaitapur zu übergeben.

Freitag, 24. Oktober 2014, 17:00 Uhr

Esslingen-Berkheim Köngener Str. 3 (Vor der Stadtbücherei) Bushaltestelle Berkheim Gemeindezentrum

 

Atomkraft in Indien mit Unterstutzung aus Deutschland

 

Indien betreibt 20 AKWs , vorwiegend Schwerwasser -Reaktoren mit geringer Kapa­ zität. Der deutsche Konzern KSB lieferte Pumpen für 18 dieser AKWs. Die Atomre­ aktoren Indiens gehören zu den unsichersten und unzuverlässigsten der Welt. Un­ fälle und Beinahe-GAUs wurden verschwiegen, alles rund um die Atomkraft gait lange als Militärgeheimnis.

Obwohl Indien den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet hat, wurde 2008 das Atomembargo aufgehoben und Indien faktisch als Atommacht anerkannt. Im Gegenzug versprach die indische Regierung den Import von Atomkraftwerken im Wert von über 100 Milliarden Euro. Den AKW-Lieferanten Areva, Westinghouse, General Electric und Rosatom wurden sogar schon Standorte für Atomanlagen mit jeweils sechs Blöcken zugesichert.

Im südindischen Kudankulam hat Rosatom zwei AKWs gebaut. Seit einem Jahr läuft der erste Block im Testbetrieb. Der kommerzielle Betrieb musste bisher 35 Mal ver­ schoben werden. Im letzten Mai wurden bei einem Störfall sechs Arbeiter zum Teil schwer verletzt. Der Tsunami 2004 forderte auch in Kudankulam Menschenleben.

Dennoch wurden die mit Meerwasser gekühlten Reaktoren direkt an der Küste er­ richtet. Siemens lieferte wesentliche Komponenten nach Kudankulam.

Im westindischen Jaitapur möchte Areva sechs AKWs bauen – EPRs wie im finnischen Olkiluoto (EPR = European Pressurized Water Reactor ). Die Kosten des

einen EPR in Finnland stiegen bislang von 3 auf 8,5 Milliarden Euro. Von diesen Milliarden profitierten auch die Areva-Lieferanten . Dies trifft auch auf BPR zu, war das Projekt in Finnland doch Auslöser des raschen Wachstums in den letzten Jahren.“ {BPR Aktue// 1.09)

In den letzten zwanzig Jahren gab es in Jaitapur drei Erdbeben oberhalb von fünf Punkten auf der Richterskala.

 

Widerstand gegen neue Atomkraftwerke

In Jaitapur, in Kudankulam und an alien anderen neuen Standorten stoßen die Atompläne der indischen Regierung nicht erst seit Fukushima auf starken Wider­ stand. In West-Bengalen musste das Atomprojekt Haripur aufgegeben werden, in Kudankulam konnte die Inbetriebnahme nur mit massiver Polizeigewalt durchge­ setzt werden. Vier Menschen starben.

Mit der Veranstaltung im Welthaus Stuttgart und der Kundgebung in Esslingen­ Berkheim solidarisieren wir uns mit den indischen Anti-Atom-Bewegungen.

 

Veranstalter : Arbeitskreis ,,Stuttgart 21 ist Oberall‘ BOrgerinitiative AntiAtom Ludwigsburg, indien.antiatom.net

Kontakt: indien@antiatom.net

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