Solidaritätsadresse an die Demonstration zur Solidarität mit Nantes und gegen verschiedene unnütze Großprojekte in Lyon/Frankreich am 22. Februar 2014

Liebe Demonstranten in Lyon,

Wir, der Arbeitskreis „Stuttgart 21 ist überall“ freuen uns zu sehen, wie die Aktivitäten gegen aufgezwungene unnütze Großprojekte bei Euch breiter und stärker werden.

Wir senden Euch zu Eurer Demonstration in Lyon unsere herzlichen Grüße aus Deutschland.

Schon 2011, beim 1. Forum gegen unnütze Großprojekte in Venaus im Susatal haben wir gegen diesen irrsinnigen Mega-Eisenbantunnel für den TGV zwischen Lyon und Turin demonstriert, wo es doch einen Tunnel gibt, der gut funktioniert und nicht ausgelastet ist. Nachdem bekannt ist, dass die Geschwindigkeitserhöhung zwischen 200 km/h und 300 km/h normalerweise den Energieverbrauch von 1 auf 4 erhöht, wie hoch wird er erst durch bei diesen Tunnelstrecken? Was für eine Verschwendung, ganz zu schweigen vom Asbest und dem radioaktiven Felsgestein! Es ist absolut notwendig zu demonstrieren angesichts dieser unerträglichen Missachtung der Bedürfnisse der Bevölkerung.

Gut ist auch, dass Ihr direkt in Kontakt seid mit den Menschen, die ihre große Demonstration gegen den Beginn der Arbeiten für den unnützen Mega-Flughafen von Notre Dame des Landes machen. Wir haben heute eine kleine Demo und wir sind in Gedanken bei Euren großen Demonstrationen in Frankreich.

Wir in Stuttgart kämpfen weiter gegen den Bau dieses unnützen Bahnhofs, obwohl die Bohrarbeiten unter der Stadt für die 2 x 30 km Tunnel für die Zufahrten schon begonnen haben. Wir wollen diesen Wahnsinn so schnell wie möglich stoppen. Da der Bahnhof nicht mehr so viele Reisende wie jetzt verkraften kann, wird jetzt schon der Rosensteintunnel als Verbindungsstück einer Schnellstrecke gebaut, damit täglich 25.000 Autos mehr Stuttgart durchqueren können. – Wie man sieht, hat so ein Projekt einen Rattenschwanz – oder viele.

Der Grund unserer Demo heute: Eine Freundin hat 23 Bäume mit weißen Kreuzen markiert, weil sie wegen des Tunneleingangs der Schnellstraße gefällt werden sollen. Das Land Baden-Württemberg schickte ihr eine Rechnung über 1.311 € für die Entfernung der Farbe – aber die weißen Kreuze sind immer noch da. Daher klagte die Freundin gegen das Land wegen Betrugs! Der Richter schlug eine gütliche Einigung vor und stellt an die Freundin die – absurde – Forderung, die Kreuze von den Bäumen, die das Land in Kürze fällen wird, zu entfernen. Versucht man uns zu ermüden? Wir machen aus der Aktion zur Entfernung der Kreuze eine Demo, bei der wir an Euch denken.

Es gibt große und kleine Aktionen. Wir sagen: Wer weiß, ob es ein Tropfen oder ein Eimer Wasser ist, der das Fass zum Überlaufen bringt, jedenfalls tun wir dafür, was wir können! Die internationale Solidarität gießt ebenfalls Wasser ins Fass, ob bei Euch in Lyon und in den Alpen, in Notre Dame des Landes oder bei uns in Stuttgart.

Sehen wir uns vielleicht beim 4. Forum vom 8. bis 11. Mai in Rosia Montana in Rumänien?

Wir wünschen Euch für Euch und Euren Widerstand viel Mut und Ausdauer!

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