Nachrichten aus Venedig

 Luciano Mazzolin di AmbienteVenezia

https://www.globalproject.info/it/in_movimento/grave-provocazione-contro-i-movimenti-per-la-giustizia-climatica-perquisito-il-centro-sociale-rivolta/23053

 

Schwere Provokation gegen die Bewegungen für Klimagerechtigkeit. Durchsuchung des Centro Sociale Rivolta

Nein zur Vendetta der ENI! Heute Nachmittag Solidaritätsinitiativen vor ENI-Geschäften in ganz Italien.

 Anmerkung:  ENI  ist ein italienischer Mineralöl- und Energiekonzern mit Sitz in Rom, der in den Bereichen Erdöl, Erdgas, Stromerzeugung, Petrochemie, Ingenieurwesen und Services auf Ölfeldern tätig ist.

Centro Sociale Rivolta

Heute Morgen, in den frühen Morgenstunden, ( 20.10.2020) traf eine imposante Truppe von Ordnungskräften auf dem Platz vor dem Sozialzentrum Rivolta ein und durchbrach den Fußgängereingang, um mit der Durchsuchung des Sozialzentrums zu beginnen. Die Aktion erfolgte wegen des zweiten Klimacamps von Venedig, bei dem am 10. September Aktivisten und Aktivistinnen die Öko-Projektanlage von Veritas blockierten, in der die neue Verbrennungsanlage gebaut werden soll, und am 12. September beschloss das neugeborene Netzwerk Rise Up 4 Climate Justice Sanktionen gegen die ENI-Raffinerie in Porto Marghera.

Dutzende Männer in Kampfausrüstung und mehrere gepanzerte Fahrzeuge versperrten den Zugang, während die Durchsuchung ohne vorherige Kommunikation und ohne Anwesenheit einer verantwortlichen Person begann. Die Nutzung der Räume der Gemeinde durch das Sozialzentrum wurde mittels Vereinbarungen überlassen: Der formelle Plan wurde in diesem Fall durch einen Einsatzplan umgangen.

Bereits in den Tagen nach der Initiative gab es sehr harte Reaktionen aus dem institutionellen Apparat: Medien, Gewerkschaften, der Industrieverband und politische Vertreter forderten sofort die härteste Reaktion auf den neugeborenen Weg der Klimagerechtigkeit von Rise Up 4.

Die Operation endete, wie erwartet, mit einem großen Reinfall.

Auf der anderen Seite ist der Versuch der politischen Einschüchterung offensichtlich: Der Justiz- und Polizeiapparat, der eindeutig von ENI und Veritas beauftragt wurde, reagiert nach der Notwendigkeit, diejenigen zu schlagen und zu unterdrücken, die den Kern des Problems berühren.

Es wird immer deutlicher, dass politische Initiativen, die Nervenzentren entdecken und Widersprüche aufdecken, Angst machen. Klar auch, dass die großen Bewegungen, die seit langem nach einer radikalen Veränderung des gegenwärtigen Entwicklungsmodells schreien, Angst machen: Genau darauf reagiert die Kriminalisierung der Aktivisten und Aktivistinnen und versucht, eine verzerrte Darstellung der Fehler und Verantwortlichkeiten der Verwüstung der Gebiete zu konstruieren.

Bei all dem erleben wir ein Paradoxon: Einerseits ist die Covid-19-Pandemie ein Produkt der gegenwärtigen Klimakrise, andererseits versucht jemand, die gegenwärtige Krise zu bewältigen, indem er Bewegungen auslöschen will, die weiterhin den Zusammenhang zwischen wildem Extraktivismus, sich verändernden Ökosystemgleichgewichten und der Verbreitung von Viren hervorheben.

Darüber hinaus war das Klimacamp in Venedig unter anderem ein Labor für das Wohl aller, in dem eine Vorkehrung geschaffen wurde, die die Gesundheit aller und jedes Einzelnen schützen sollte. Zu den Vorkehrungen, die getroffen wurden, gehörte die Aufforderung, dass jeder, der das Gebiet des Klimacamps Venedig betritt, seine eigene Adresse hinterlassen muss, um eventuelle Ansteckungsfälle mitteilen zu können. Diese sensiblen Daten wurden von der Polizei beschlagnahmt, die damit herausfinden wollte, wer an dem Klimacamp teilgenommen hat. Dies ist nicht nur ein schwerwiegender Verstoß, sondern auch ein Beispiel dafür, wie gesetzliche Bestimmungen zum Gesundheitsschutz für verschiedene Zwecke zur politischen Repression genutzt werden können.

Trotzdem werden die Bewegungen, die für Klimagerechtigkeit kämpfen, gestärkt hervorgehen. Bereits heute wird es in allen Städten Solidaritätsinitiativen von allen landesweiten Aktivisten von Rise Up 4 Climate Justice geben. Sogar aus verschiedenen Teilen Europas sind Solidaritätsbotschaften von Teilnehmern eingetroffen, die im September das Klimacamp in Venedig und die damit verbundenen Initiativen mit Leben erfüllt haben.

 

Danneröder Forst wird für eine sinnlose Autobahn zerstört

 

Anwohner*innen und Aktivisten wollen Abschied nehmen von den Bäumen – Versammlungen wurden verboten – jetzt folgt eine Klage

 

Es war vor allem ein Wunsch vieler Anwohner*innen, aber auch weiterer Beteiligter: Vor den Fällaktionen von den Bäumen und den dadurch zerstörten, erinnerungsreichen Orten persönlich Abschied nehmen zu können. Aus dem Versammlungsrechts-Unterstützungsteam im Aktionsbündnis „Keine A49“ erfolgten deshalb Anmeldungen für allmorgendliche kurze Versammlungen auf den dann zu fällenden Flächen. Diese sollten jeweils vor Beginn der Rodungen stattfinden, so dass keine Gefahren durch gefällte Bäume oder die eingesetzten Maschinen drohten. Dennoch hat das Regierungspräsidium die Versammlungen verboten. Als Begründung wurden Gefahren benannt, die auf den gerodeten Flächen aufkommen. Der Anmelder, Jörg Bergstedt, hatte aber im Kooperationsgespräch deutlich gemacht, dass diese Bereiche gar nicht betreten würden. „Das ist sogar im offiziellen Protokoll festgehalten worden – aber offenbar sollten die Versammlungen unbedingt verboten werden, und andere Argumente fielen der Behörde nicht ein.“
Als besonders absurd empfanden die drei im sogenannten Kooperationsgespräch anwesenden A49-Gegner*innen den dort gemachten Vorschlag der Behörde, die Anwohner*innen könnten genauso aus 120m Entfernung dem Absägen der Bäume zugucken. Das mache doch keinen Unterschied. Bergstedt wirft der Behörde deshalb mangelnde Emphatie vor: „Wie kaltblütig sind diese Bürokraten, dass sie ein andächtiges Abschiednehmen direkt bei den Bäumen dem ohnmächtigen Zuschauen beim Niedermetzeln der Bäume  gleichsetzen.“ Der Anmelder verwies darauf, Zeit und Ort der Versammlungen so ausgewählt zu haben, dass neben dem Ausschluss von Gefahren auch die verzögernde Wirkung auf die Rodungsarbeiten minimal bleibt. „Das Regierungspräsidium, im Übrigen ja eine Einrichtung der Landesregierung, die diese Autobahn will und baut, hat offenbar den Auftrag, jeglichen Protest so zu minimieren, dass der Bau der A49 glatt abläuft.“ Das aber widerspräche dem hohen Gut des Versammlungsrecht. „Autobahnbau und Raserei sind kein Grundrecht, Versammlungen schon“, resümiert das Versammlungsrechtsteam und hat beim Verwaltungsgericht Gießen Klage eingereicht. Angesichts der bisherigen, versammlungsfeindlichen Entscheidungen dieser unteren Instanz hat der Kläger aber wenig Hoffnung auf einen Erfolg, will dann aber durch alle Instanzen gehen – zur Not auch wieder bis zum Verfassungsgericht.

„Die Zerstörung der Wälder und die Beeinträchtigung der Lebensqualität ist für die Menschen in den betroffenen Dörfern sehr belastend. Derart abgewiesen zu werden beim Versuch, mit der Tragödie umzugehen, zeigt die menschenfeindliche Orientierung der sich beim Bau der A49 manifestierenden Verkehrspolitik.“

Diese Presseinformation wurde aus der Projektwerkstatt in Saasen heraus verschickt. Die Projektwerkstatt ist eine offene Aktionsplattform und der Name des Hauses. Sie ist keine politische Gruppe, d.h. obige Presseinformation ist nicht Meinung „der“ Projektwerkstatt, sondern hier und anderswo aktiver Menschen, die diese Plattform nutzen.

Beltretter – Aktion vor Bundesverwaltungsgericht Leipzig

Neuigkeit zur Petition

https://www.change.org/p/unsere-ostsee-ist-in-akuter-gefahr-f%C3%BCr-einen-mega-tunnel-w%C3%BCrde-der-meeresgrund-auf-18-kilometern-l%C3%A4nge-aufgerissen-werden/u/27843824?cs_tk=Aje363UqvOXhA3AcgF8AAXicyyvNyQEABF8BvEi1_QpmvYWqbZPkSiIBLs4%3D&utm_campaign=fb75b5bef31d4578abd97d43aa1d8489&utm_content=initial_v0_4_0&utm_medium=email&utm_source=petition_update&utm_term=cs

Aktion vor Bundesverwaltungsgericht: Malin zeigt sich kämpferisch!

BELTRETTER

6. Okt. 2020 — 

Liebe BELTRETTER, Unterstützer und Unterzeichner,

wir BELTRETTER haben jetzt vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig unsere Malin als heroische Kämpferin gegen das gigantische Tunnelprojekt präsentiert. Der Grund: Zum Ende der Verhandlungen rund um die geplante feste Fehmarnbeltquerung wollen wir so unserem Widerstand erneut Ausdruck verleihen. Die 22-jährige Malin ist seit Jahren Galeonsfigur der BELTRETTER-Bewegung und kämpft gegen das geplante Milliarden-Projekt. Als Teil unserer Sammelbewegung aus fast 100 Organisationen, politischen Vereinigungen, Unternehmen und Kommunen sorgt sich die junge Studentin um die Ostsee und um ihre Heimatinsel Fehmarn. Mit Appellen via Video auf YouTube, einer Online-Petition mit rund 200.000 Unterzeichnern und kreativen Aktionen auf der Insel Fehmarn hat Malin schon in der Vergangenheit auf die drohenden Umweltschäden, die der Bau des Tunnels verursachen würde, aufmerksam gemacht. Anlass von Malins Auftritt: Zum Ende der Verhandlungen im größten Umweltrechtsverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik soll es um die Klage von Malins Heimatinsel Fehmarn gegen das Brandschutz-Konzept in einem der weltweit längsten Tunnel gehen.

Fehmarn – eine Kommune mit nur etwas mehr als 12.000 Einwohnern – soll den Brandschutz im längsten Absenktunnels der Welt verantworten. Ein Irrsinn! Dagegen wehrt sich die kleine Kommune, die bislang nur über freiwillige Feuerwehren verfügt. Allein die jährlichen Personalkosten für eine Berufsfeuerwehr beziffern Gutachter mit mindestens drei Millionen Euro. Hinzu kommen die Kosten für Fahrzeuge, Geräte und Gebäude. Die Kosten sollen zwar vom Land Schleswig-Holstein getragen werden, es stellt sich aber die Frage, warum überhaupt der deutsche Steuerzahler dafür aufkommen soll, während allein die Dänen von den Tunnel-Mauteinnahmen profitieren wollen. „Dieses Bauprojekt mitten in einem wichtigen Meeresschutzgebiet ist an sich bereits ein großer Skandal. Skandalös ist aber auch, dass Feuerwehrleute von Fehmarn im schlimmsten Fall im Absenktunnel ihr Leben aufs Spiel setzen müssen und der deutsche Steuerzahler für den Brandschutz zahlen soll, während die Dänen die Erlöse der Maut einstreichen“, kommentiert Malin Binding wütend. Malin setzt sich bereits seit Jahren gegen das gigantische Bauprojekt ein – unter anderem mit Petitionen, Appellen, Youtube-Videos und kreativen Aktionen. „Der Bau dieses überdimensionierten und mit Blick auf die niedrigen Verkehrszahlen vollkommen überflüssigen Tunnels bedroht Umwelt, Ostsee, seltene Riffe und meine Heimatinsel. Wir kämpfen weiter, damit dieses Desaster nie Realität wird“, so Malin.

Wir BELTRETTER haben bereits zur Eröffnung des Verfahrens am 22. September mit einer Aktion vor den Leipziger Kongresshallen, in die das Gericht aufgrund des großen öffentlichen Interesses umgezogen war, protestiert. Wir haben auch dort vor der drohenden Zerstörung durch das gigantische Bauvorhaben gewarnt. Für den längsten Absenktunnel der Welt müsste ein 18 Kilometer langer und 200 Meter breiter tiefer Graben ausgehoben werden – und das mitten in einem europäischen Meeresschutzgebiet. Damit entstünde die größte Baustelle Nordeuropas. „Falsche Verkehrsprognosen, falsche Kostenberechnungen, heruntergespielte Umweltschäden, dramatische Planungsmängel: Viele Politiker haben sich von dem dänischen Tunnelprojekt hinters Licht führen lassen. Wir hoffen, dass das Gericht genauer hinschaut, auch das Brandschutz-Konzept kritisch hinterfragt und sich nicht von der Armada aus Anwälten der Tunnelplaner beeindrucken lässt“, sagt unsere Sprecherin Karin Neumann.

Lasst uns weiter gegen den Wahnsinn Fehmarnbelt-Tunnel kämpfen!

Liebe Grüße!

Das BELTRETTER Team

Brief aus Venedig – M.O.S.E. Belastungstest

dieser Brief erreichte uns über das internationale Forum

Deutsche Übersetzung: Dr. Tilmann Kleinau, Stuttgart

54 Jahre nach der „Acqua granda“ vom 4. November 1966 und 11 Monate nach der zweiten außergewöhnlichen Flut aller Zeiten – 1,87 cm über dem Meeresspiegel – vom 12. November 2019, 17 Jahre seit Beginn der Bauarbeiten und bisher fast 6 Mrd. Ausgaben, sind heute die Flutschotten des Mo.S.E.-Sturmflutsperrwerk-Projekts, wie es der Bauaufseher C. Zincone als Belastungstest definiert hat, in Betrieb genommen worden.

Infolge der Barriere, die durch die 78 aufgeblasenen beweglichen Flutwände zwischen der Lagune und dem Meer geschaffen wurde, stoppte die Flut am Pegel von Punta della Dogana bei 73 cm über dem Meeresspiegel und ließ den Markusplatz und die ganze Stadt trocken, während im offenen Meer der Pegel 120 cm betrug.

Die anderen Tests des Mo.S.E.-Systems, bei denen alle Schleusenschotten an den drei Einlässen in Betrieb waren (am 10. Juli und am 11. September letzten Jahres), waren in einer „wasserlosen“ Situation durchgeführt worden, ohne Wind und raue See und ohne Belastung für die Dämme; heute wurde stattdessen erwartet, dass das Hochwasser mit einem starken Scirocco-Wind bis zu 135 cm über dem Meeresspiegel anhalten würde und der Sperreffekt funktionierte.

Mäßige Zufriedenheit seitens Kommissarin Spitz und der Bauaufsicht, die sofort klarmachten, dass es sich um einen Test handelt: Tatsächlich werden morgen und am Montag, wenn 115 und 110 cm über dem Meeresspiegel erwartet werden, die Schleusen nicht aktiviert, sodass wir „Laufstege und Stiefel“ brauchen.

Die Projektquote für die Inbetriebnahme des Systems beträgt 110 cm über M., aber bis zum Abschluss der Arbeiten (die letzte elektromechanische Ausrüstung fehlt) und bis zur Prüfung werden die Dämme im Stresstestmodus nur mit einer Vorhersage von mindestens 130 cm über dem Meeresspiegel aktiviert.

Es ist offensichtlich, dass die Lobby des Mo.S.E. und die Politiker, die Großprojekte immer unterstützt haben, die Veranstaltung als Beweis dafür annehmen, dass das Mo.S.E.-System funktioniert und dass es Venedig retten könne.

Wir jedoch wiederholen die unzähligen Kritikpunkte des Mo.S.E.-Systems, dessen Arbeiten ohne ein Ausführungsprojekt (mit End- und Ausführungsprojekten in Tranchen), bei negativer Umweltverträglichkeitsprüfung und unter Ausschluss jeglichen Vergleichs mit anderen kostengünstigeren und wirksameren Projekten begonnen haben, mit exorbitanten Wartungskosten, etwa 100 Mio. Euro pro Jahr.

Der wichtigste Kritikpunkt ist das unkoordinierte Schwingen der Flutwände: d.h., insbesondere bei schwierigen, aber nicht extremen Seewettersituationen, mit 2,5 m hohen Wellen und einer Frequenz von 8 Sekunden, was heute Morgen nicht die Wettersituation war, beginnen die nebeneinander liegenden Flutwände zu schwingen und instabil zu werden, so dass der Sperreffekt nutzlos wird.

Aber der wichtigste Maßstab für das System, die uns argumentieren lässt, dass es Venedig und seine Lagune nicht retten wird, ist der Anstieg des Meeresspiegels.

Der Klimawandel wird das Mo.S.E.-Projekt versenken.

Das Mo.S.E.-Projekt wurde so konzipiert, dass es mehrmals pro Jahr und bei Gezeiten über 110 cm über der Meereshöhe arbeitet, wobei man sich (im Abschlussprojekt von 2003) auf falsche Vorhersagen stützte (bereits 1995 sagte der Weltklimarat IPCC viel höhere Messungen vorher): für das Jahr 2100 einen Anstieg der mittleren Meereshöhe um nur 22 cm, davon 17 für den Anstieg des Meeresspiegels und 5 für die Erdabsenkung.

Da wir in den letzten Jahren leider extreme Wetterereignisse erleben und unsere fossilen Brennstoffe weiterhin Treibhausgase produzieren, und da das zugrundeliegende Wirtschafts- und Produktionssystem nicht oder fast nicht umgekehrt wird, wird der Anstieg der Meere in den kommenden Jahrzehnten viel höher ausfallen.

Die Mo.S.E.-Flutwände müssen dann Hunderte von Tagen im Jahr eingesetzt werden, und da sie das Meer zu lange von der Lagune trennen, führt das zum biologischen Tod des Ökosystems und zum Aussterben der Hafenaktivitäten.

Deshalb werden sich die heutigen Annehmlichkeiten, im Trockenen durch die Stadt zu wandern, und der Triumph der Mo.S.E.-Fans leider schon in wenigen Jahren als vergänglich erweisen.

Wir bekräftigen die Notwendigkeit, eine unabhängige Behörde zur Analyse der Kritikpunkte des Mo.S.E. einzurichten und einen zusammen mit der Bevölkerung erstellten Plan zur Bekämpfung des Klimawandels abzuändern, der bald nicht nur die Lagune, sondern die gesamte obere Adria betreffen wird.

Wir denken über die Wiederherstellung der Lagunen-Morphologie nach, indem wir das erneute Ausbaggern von schiffbaren Kanälen blockieren, um das hydrogeologische und hydrodynamische Gleichgewicht der Lagune wiederherzustellen.

Wir denken über die Interventionen für die Inseln nach, um die Fundamente und die Erdgeschosse der Gebäude anzuheben. Dafür wollen wir die Finanzierung unabhängiger Forschungsarbeiten über Interventionen zur Einführung von Flüssigkeiten in die tiefen geologischen Schichten vorschreiben, die darauf abzielen, den Untergrund der Lagune von Venedig anzuheben: Studien über die Anwendung bestehender Technologien auf das Lagunengebiet, die nie durchgeführt wurden, um das Mo.S.E.-Projekt zu bevorzugen.

Vor allem werden wir die schwarze Seite der exklusiven Vergabe an das Consorzio Venezia Nuova für alle Arbeiten in der Lagune beenden.

Das Monopol auf die Studien, Experimente, Entwürfe, Arbeiten und sogar auf die Kontrollen war die Ursache für den größten Skandal des Jahrhunderts, wobei eine Milliarde Euro aus den Staatskassen gestohlen wurde, nur um die Genehmigung zu erhalten und mit einem teuren, umweltschädlichen und falschen Projekt fortzufahren, das sich angesichts des Klimawandels als nutzlos erweisen wird – trotz des flüchtigen Erfolgs des heutigen Tests.

Venedig, 3. Oktober 2020

COMITATO NO GRANDI NAVI  – Laguna Bene Comune

 „Forum Stop UIMP-GOII-GPII

siehe youtube video WELT Nachrichtensender:

Rundbrief des internationalen Forums vom 25. September 2020

 

Deutsche Übersetzung Dr. Tilmann Kleinau, Stuttgart

Neues vom Controsservatorio Valsusa

Verachtung ist nicht genug

Die Fakten sind bekannt: Dana Lauriola, ( Foto oben ) die in den letzten Tagen wegen nicht vorhandener Gewalt zu 2 Jahren Haft verurteilt worden war, wurden vom Untersuchungsrichter alternative Strafen zu einer Haftstrafe verweigert. Die Tatsachen, für die sie verurteilt wurde, reichen bis ins Jahr 2012 zurück: Es waren Momente großer Spannung im Val di Susa, Luca Abbà kämpfte im Krankenhaus zwischen Leben und Tod, als sie auf einem Mast, auf den er von einem Karabiniere gejagt wurde, von einer Leuchtstofflampe getroffen wurde.

Während einer absolut friedlichen Demonstration an einer Autobahnmautstelle informierte Dana die vorbeifahrenden Autofahrer mit einem Megafon über die Gründe für den Protest und forderte sie auf, ohne Zahlung der Mautgebühr durch eine offen gelassene Lücke zu fahren.

„Heute zahlt Monti“

war der Slogan, die Anspielung bezog sich auf den damaligen Ratspräsidenten, der sich für die Verschwendung öffentlicher Mittel, die dem TAV zugeflossen waren, ausgesprochen hatte.

Danas Verhalten wurde von den Richtern als „erwiesene Gewalt“ bewertet: Seit einigen Tagen ist sie im Gefängnis, und in den kommenden Wochen könnte anderen Demonstranten dasselbe Schicksal widerfahren. Wegen desselben „Verbrechens“ hat Nicoletta Dosio bereits Monate im Gefängnis verbracht, und heute verbüßt sie den Rest ihrer Strafe unter Hausarrest als Folge verspäteter Covid-Schutzmaßnahmen.

Da Controsservatorio nimmt zu diesem Thema Stellung mit einem breiteren Blick auf die gesamte repressive Aktion in Val di Susa und darüber hinaus.

Lesen Sie das Dokument

Am Mittwoch, dem 7. Oktober, findet in Turin ein Treffen zu diesem Thema statt, das auch im Streaming übertragen wird und an dem Anwälte und Verbände zum Schutz der Bürgerrechte teilnehmen werden. Das Programm und die Hinweise zum Verfolgen des Treffens im Streaming werden auf unserer Website

http://www.controsservatoriovalsusa.org

veröffentlicht.

 

Brief aus San Sebastian

Brief vom 25.September

sollen wir uns jetzt freuen oder traurig sein? Wenn ihr den link zu dem Artikel in Noticias de Gipuzkoa öffnet, werdet ihr feststellen, dass das eingetroffen ist, was Hans ( aus Stuttgart) immer prophezeit hat: die Ausgrabungsarbeiten für die Metro in Donostia sind – mindestens bis Ende des Jahres – eingestellt. 28 Arbeiter werden auf die Strasse gesetzt, obwohl sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag bis Fertigstellung hatten. Grund sind die (jetzt festgestellten) Schwierigkeiten der Arbeiten bei der delikaten Bodenbeschaffenheit. Momentan pumpen sie am Concha-Strand massenhaft Beton unter den Sand, um den Boden für den zukünftigen Tunnel zu befestigen. (Die neue Touristenattraktion: Sandstrand mit dicker Betonschicht unter dem Sand.)
Vor diesem Hintergrund wird auch verständlich, warum die Senatorin für Mobilität im Rathaus letzten Dienstag wie eine Furie auf ein Transparent von Satorralaia zustürzte und uns wegen Störung ihres institutionellen Aktes zur Woche des „nachhaltigen Verkehrs“. anzeigte. Dabei sagte die Rathauskampagne eigentlich das Gleiche wie wir: Donostia ist eine ideal Stadt für Fussgänger und Radfahrer. Einziger Unterschied: wir hatten dazu geschrieben, dass Donostia keine Metro braucht.

Mal sehen, wie’s weitergeht.

https://www.noticiasdegipuzkoa.eus/actualidad/sociedad/2020/09/25/paralizacion-obras-topo-extiende-miraconcha/1056587.html

Schlachtfeld Herrenwald – Bilder der Zerstörungen

 

ein seit 40 Jahren geplantes Teilstück der Autobahn A 49 ,bislang nie verwirklicht, offensichtlich nicht gebraucht, wird nun durchgezogen.

Bauherr ist die Bundesrepublik Deutschland, bzw das Bundesverkehrsministerium.

Gegen alle Beteuerungen der Politik, Klimaschutz ernst zu nehmen und alle Maßnahmen auf Klimaverträglichkeit zu prüfen, wird ein Jahrhunderte alter Wald niedergemäht als Freifläche für den klimaschädlichen Individualverkehr.

Die Kumpanei mit der mächtigen Autoindustrie ist wichtiger als Wald, Klima und Umwelt.

unser Zorn ist grenzenlos

Die Gegner von Stuttgart 21 schicken Grüße an das

Aktionsbündnis Keine A 49

bleibt dran, kämpft weiter, wie die Gegner der GCO in Straßburg

Noch ist die A 49 nicht gebaut.

Polizei rückt mit Großaufgebot im Herrenwald bei Stadtallendorf an

Uns erreichen die folgenden zwei Briefe vom Aktionsbündnis keine A 49

 

Do, 01.10.2020, 7:49

(dpa/lhe)Zum erwarteten Beginn von Rodungsarbeiten für den Weiterbau der Autobahn 49 ist die Polizei am Donnerstagmorgen mit einem Großaufgebot in den Herrenwald bei Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf) angerückt. Man bereite sich auf einen Einsatz vor, sagte ein Polizeisprecher. Nähere Details nannte er zunächst nicht. Im Herrenwald sowie in dem in der Nähe gelegenen Dannenröder Forst bei Homberg/Ohm stehen Rodungsarbeiten für den Lückenschluss der A49 an. Aus Protest dagegen haben sich in beiden Waldstücken Aktivisten in Baumhäusern eingerichtet und Plattformen sowie Barrikaden errichtet. Bei der Räumung rechnet die Polizei mit einem wochenlangen Großeinsatz und massivem Widerstand der Aktivisten.

Die A49 soll nach der Fertigstellung Kassel und Gießen miteinander verbinden. Umwelt- und Klimaschützer halten das Projekt für überholt, weil es einer Verkehrswende entgegenstehe. Die Befürworter erhoffen sich weniger Verkehrslärm in den umliegenden Dörfern, kürzere Wege für Pendler und eine direktere Anbindung ans Straßennetz für die Unternehmen.

 

Presseerklärung zu den derzeitigen Vorgängen im Herrenwald:
Die Polizei behindert derzeit die Presse am Herrenwald an ihrer Arbeit, indem sie niemanden in den Wald hinein lässt, um zu berichten, was dort vor sich geht. Wir sind darüber empört und verurteilen dieses Vorgehen in aller Schärfe. Dies ist ein Affront gegen die Pressefreiheit und das Grundgesetz. Der Rechtsstaat, der besonders von den Regierungsvertretern in Hessen gerne als Begründung dafür angegeben wird, dass die A49 zwingend gebaut werden muss, wird hier willkürlich mit Füßen getreten. Rechtsstaatlich ist offenbar für CDU und Grüne nur, was genehm ist. Das sind Merkmale eines Willkürstaates! Es stellt sich die Frage, was man vor den Augen der Öffentlichkeit verbergen will? Wir fordern die Hessischen Behörden auf, die Presse in den Wald zu lassen, damit die Augen der Öffentlichkeit sehen können, was dort passiert!
Mit freundlichen Grüßen
Barbara Schlemmer
Aktionsbündnis Keine A49!