Umweltfrevel überall – Türkei – München – China

Die Montagsdemo bringt es wieder auf den Punkt:

Die Betonmafia und ihre willfährigen Befehlsempfänger wollen Überall das Gleiche,

Versiegelung von Flächen, Tunnelbau um jeden Preis sind die Folgen.

Moderation Michael Becker

ab Minute 16.30     Elaettin Demirbas:

„Das Protestcamp gegen den Goldabbau im türkischen Ida-Gebirge“

ab Minute 38. 20     Karlheinz Rößler:

„Die zweite Stammstrecke in München und die neue Seidenstrasse“

 

Gitarre und Gesang:

Jürgen Gutmann

vielen Dank an doppelmeter für das Video

 

Presseerklärung der HBF – Aktivisten zum sog. „Kohlekompromiss“

HAMBI BLEIBT : Presseerklärung 17.01.2020

 

Gestern hat uns die Nachricht erreicht, dass die deutsche Bundesregierung entschieden hat, dass der Hambacher Forst nicht gerodet werden soll. Dies ist eine Erklärung des Hambacher Forst Presseteams:

Wir interpretieren das als Teil einer politischen Strategie mit dem Ziel, die Waldbesetzung zu delegitimieren. In den folgenden Punkten wollen wir klarstellen, dass das ein Angriff auf die Klimagerechtigkeitsbewegung ist. Mike aus dem Hambacher Forst sagt: “Ich kann nicht akzeptieren, dass der Hambacher Forst als Vorwand benutzt wird, die andauernde ökozidale und imperialistische Politik des deutschen Staates zu verschleiern”.

Der Hambacher Forst ist nicht, wie die Regierung sagt, gerettet. Der neue vorgeschlagene Plan von RWE (Abb.1) würde aus dem Wald eine Insel machen in der Grube, gegen die wir seit langem kämpfen. Das Ökosystem des 12000 Jahre alten Waldes stirbt, weil immernoch Grundwasser abgepumpt wird. Wenn RWE den Plan umsetzt und um den Wald herum baggert, wird sich die Situation drastisch verschlimmern. Wenn die Abbruchkante, welche jetzt noch etwa 50 Meter vom Wald entfernt ist, nicht vorher einstürzt, wird der Wald verdursten. Ausserdem muss das Ökosystem Wald mit der Aussenwelt verbunden sein. Das gilt besonders für den Hambacher Forst welcher nur ein Zehntel seiner ursprünglichen Größe hat. Wir brauchen nicht auszuführen, wie wahnwitzig es ist, dass RWE 2,6 Milliarden Euro gezahlt bekommt für die Zerstörung von Dörfern und Lebensräumen.

Unser Protest richtet sich nicht nur gegen die Zerstörung des Waldes, es geht auch darum, jetzt mit der Kohle aufzuhören und es gibt viele weitere Gründe, warum die Besetzung im Hambacher Forst ein Kristallisationspunkt in der Klimagerechtigkeitsbewegung und der radikalen Linken ist. Der Kampf im Hambacher Forst ist ein Symbol im Kampf gegen den Klimawandel, deswegen fordern wir den sofrtigen Kohleausstieg.

Der neue Vorschlag ist sogar noch fataler als der der Kohlekommission. Er torpediert das Klimaabkommen von Paris. Das endgültige Ausstiegsdatum 2045 ist völlig inakzeptabel. Es ist auch viel zu spät, wenn RWE die Kraftwerke in NRW erst 2038 abstellt, während die Energiefirma Uniper die Genehmigung bekommen hat, Blutkohle aus Kolumbien und Russland zu verbrennen in dem neuen Kraftwerk Datteln4.

Aktivistin Nika sagt: “Wir brauchen nicht den Wechsel von Braunkohle zu Blutkohle. Wir brauchen einen radikalen Systemwechsel jetzt”.

Der Kampf um eine bessere Zukunft für uns alle war schon immer solidarisch mit denen, die direkt betroffen sind. Wir werden die Entscheidung nicht akzeptieren, dass die Dörfer bei Garzweiler 2 abgerissen werden. Wie wir für den Hambacher Forst kämpfen, so solidarisch sind wir mit denen, die um ihren eigenen Lebensraum kämpfen. Sei es im Rheinland, Russland, Kolumbien oder sonstwo. Kapitalismus löst keine Probleme, er erschafft nur neue. Der Druck auf den Hambacher Forst mag reduziert sein, aber er steigt woanders. Das ist ganz klar ein Versuch, ein Symbol zu befrieden und auszuhöhlen. Wir schlagen deshalb vor, die subversive Energie über den Hambacher Forst hinauszutragen.

Weiter Kontakt zu dem HBF Presseteam:

TEL : 00491784528918

Mail: mail@hambacherforst.org

Nach „Kohlekompromiss“ – Hambacher Wald scheint gerettet

https://hambacherforst.org/blog/2020/01/16/pressestatement-16-januar-2020/

Pressestatement 16. Januar 2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

Am 16. Januar 2020

Die Bundesregierung hat offiziell beschlossen, dass wegen des Kohleausstieg der Hambacher Forst erhalten bleibt.

Ein(e) Aktivist*in (Nika)  sagt: „Die Kohleausstiegspolitik der deutschen Regierung zeigt, dass sie im Sinne des Profits handelt, während die Welt brennt.“
Wir sagen Nein zu der heuchlerischen Politik der deutschen Regierung. Morgen (17.1.20) werden wir noch ein ausführliches Pressestatement veröffentlichen.
Für Fragen und Kontakt:
Hambacher Forst Presseteam
+49 178 4528918

Nicolette vor Sylvester verhaftet

 

Nicoletta Dosio wurde am 30. Dezember 2019 verhaftet, jetzt ist sie im Gefängnis von Turin.

Am 30. Dezember 2019 wurde Nicoletta Dosio verhaftet. Die Carabinieri holten sie kurz nach 18 Uhr von ihrem Haus ab. Das waren ihre ersten Worte: „Ich bin bereit, unseren Kampf weiter zu führen. Hätten sie mir Hausarrest gegeben, wäre ich nicht bereit gewesen, mein eigener Kerkermeister zu sein. Ich fühle mich nicht wie ein Opfer, ich bin mir bewusst, dass ich auf der richtigen Seite stehe. Hätte ich nach alternativen Massnahmen verlangt, hätte ich zugegeben, dass ich etwas falsch gemacht habe. Es lohnt sich auch, für einen gerechten Kampf ins Gefängnis zu gehen“.

Nicoletta’s erster Brief aus dem Turiner Gefängnis, 31. Dezember 2019

Mir geht es gut, ich bin glücklich mit der Wahl, die ich getroffen habe, denn sie ist das Ergebnis einer gerechten und schönen Sache, des NoTav-Kampfes, der auch der Kampf für ein anderes Gesellschaftsmodell ist und aus dem Bewusstsein geboren wird, dass die jetzige nicht die einzige der möglichen Welten ist.

Ich fühle kollektive Solidarität und ich persönlich fühle die Unterstützung und Zuneigung, die Sie mir bei meiner Verhaftung entgegengebracht haben. Die Demonstrationen, deren Echo von weitem zu mir kam, bestätigen, dass die Wahl richtig ist und ich sie mit Freude zu Ende führen kann.

Ich spreche von Euch zu den anderen Gefangenen, und ich wiederhole, dass die Solidarität, die mir entgegengebracht wird, für alle Frauen und Männer gilt, die diese sinnlosen Mauern einschließen.

In diesem selben Gefängnis gibt es auch andere liebe Gefährten, Giorgio, Mattia und Luca, die ich näher denn je fühle und umarme.

Eine Umarmung und ein Kuss für euch alle.

Wir sind auf der richtigen Seite.

Vorwärts, No Tav!

Nicoletta Dosio